Neue Serie? Im Harz treiben wieder Automatensprenger ihr Unwesen
Zigarettenautomaten finden sich auch in Bad Harzburg gleich mehrere. Drei davon sind vor Kurzem gesprengt worden. Foto: (Symbolbild) Bernd Weißbrod/dpa
Innerhalb weniger Wochen sind allein in Bad Harzburg drei Zigarettenautomaten gesprengt worden. Waren das Taten einer organisierten Bande? Die Polizei bittet um Hinweise.
Bad Harzburg. Seit Ende November sind an verschiedenen Stellen in Bad Harzburg drei Zigarettenautomaten gesprengt worden. Handelt es sich dabei um eine neue Serie? Treibt womöglich gar eine Bande ihr Unwesen?
Unweigerlich erinnern die Taten schließlich an die zahlreichen Explosionen, die die Region bis Anfang 2024 in Atem gehalten hatten. Unter anderem in Blankenburg, Thale, Bockenem, Seesen und Bad Sachsa waren damals Geldautomaten gesprengt worden. Im Januar 2023 hatten sich im Harz gar Szenen wie in einem Krimi abgespielt: Erst sprengten drei junge Männer aus den Niederlanden nachts den Geldautomaten im Harz-Welcome-Center auf Torfhaus, krachten dann mit ihrem Auto auf der Flucht in einen Graben, versteckten sich bis in die frühen Morgenstunden in Braunlage und nahmen dort eine Geisel, ehe sie nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei gestoppt werden konnten. Später wurden alle drei zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Damals entstand allein im Harz ein Schaden von vielen Hunderttausend Euro, ganz zu schweigen von den Summen, die durch die Täter bei ihren Raubzügen erbeutet wurden. In der Folge rüsteten die Banken in Sachen Sicherheitsvorkehrungen massiv auf. Offenbar mit Erfolg, denn laut Zahlen des Bundeskriminalamtes ist die Zahl der erfassten Geldautomaten-Sprengungen 2024 bundesweit bereits um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Sprengungen gab es danach zwar noch immer, auch im Harz, doch nicht mehr in der Häufigkeit.Einsatz gegen Kriminelle
Zahl der gesprengten Geldautomaten sinkt
Diese Fälle gab es bislang
Heißt das neue Ziel deshalb nun Zigarettenautomat? Drei Taten binnen weniger Wochen vermeldete die Polizei allein für Bad Harzburg: In der Nacht vom 23. auf den 24. November, zwischen 1.15 und 1.30 Uhr, hatten Anwohner im Bereich der Galopp-Rennbahn einen lauten Knall gehört. Unbekannte hatten auf dem Gelände einen Automaten gesprengt, waren anschließend unerkannt entkommen und hatten am Tatort Zigarettenschachteln und Münzgeld zurückgelassen.
Gleiches Bild nur kurze Zeit später: In der Nacht vom 25. auf den 26. November sprengten Unbekannte den Zigarettenautomaten im Bereich der Lutherstraße 14. Dort hatten Anwohner gegen 2.25 Uhr einen lauten Knall wahrgenommen und die Polizei alarmiert. Auch dort blieben mehrere Zigarettenschachteln und Münzgeld am Tatort zurück.
Der dritte Fall ereignete sich dann in der Silvesternacht im Ortskern von Bad Harzburg. In der Goslarschen Straße wurde der an der Fassade eines Hauses angebrachte Automat durch eine Explosion zerstört. Laut Polizei handelte es sich dabei nicht um Silvesterböller. Die Täter entwendeten eine noch nicht bezifferte Menge Zigaretten sowie Bargeld und flüchteten anschließend.Das sagt die Polizei
Am Abend des 5. Januar gegen 20.30 Uhr soll es im Ortsteil Schlewecke übrigens erneut laut geknallt haben. Das berichteten im Anschluss mehrere Anwohner, auch aus anderen Ortsteilen, in einer lokalen Facebook-Gruppe. Dabei handelte es sich jedoch wohl nicht um eine weitere Automatensprengung. Zumindest sei der Polizei darüber nichts bekannt und es seien diesbezüglich auch keine Meldungen bei ihr eingegangen, berichtet der Leiter des Kommissariats Bad Harzburg, Martin Görlich, auf Nachfrage.
Nicht nur in der Kurstadt selbst, sondern auch im Umkreis gab es nach GZ-Informationen in den vergangenen Wochen weitere gesprengte Zigaretten-Automaten. Was sagt die Polizei dazu?
Man prüfe derzeit, ob die einzelnen Taten miteinander in Verbindung stehen, erklärt Görlich. Dass hinter den Taten eine organisierte Bande steckt, kann nach jetzigem Stand also weder bestätigt, noch aber ausgeschlossen werden. Die Beamten führen nach eigenen Angaben ein Ermittlungsverfahren wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Diebstahls in besonders schwerem Fall.
Wer möglicherweise Beobachtungen gemacht hat, die bei der Ermittlung der Täter helfen könnten, oder andere nützliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei Goslar unter der Telefonnummer (05321) 3390 zu melden.
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