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Millionen-Investition

GZ Plus IconAlter Harzer Zahnradbahnhof wird Luxus-Gruppenhaus

Das Foto zeigt ein fröhliches Paar in einem Wintergarten.

Stefanie Weber und ihr Ehemann Armin Asselmeyer freuen sich über das Ergebnis. Sie stehen auf dem ehemaligen Bahnsteig, der nun einen Wintergarten beherbergt. Foto: Eggers

Armin Asselmeyer, Stefanie Weber und Lena Seibel investieren siebenstelligen Betrag, um den ehemaligen Zahnradbahnhof St. Andreasbergs in ein Luxus-Gruppenhaus umzubauen.

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Von Michael Eggers
Freitag, 27.03.2026, 18:00 Uhr

Braunlage. Es ist einfach nur schön geworden. Drei Jahre hat Armin Asselmeyer den ehemaligen Bahnhof der Zahnradbahn in St. Andreasberg aufwendig umgebaut. Gemeinsam mit Ehefrau Stefanie Weber und Tochter Lena Seibel investierte er einen unteren siebenstelligen Betrag, um ein Gruppenhaus zu schaffen, das höchsten Ansprüchen genügt.

Das Foto zeigt eine Art Wohnzimmer mit Korbmöbeln.

Das ehemalige Bahnhofsrestaurant dient nun als eine Art Wohnzimmer des Gruppenhauses. In der Ecke rechts soll noch ein Kaminofen errichtet werden. Foto: Eggers

Am Sonntag, 29. März, können sich alle Interessierten von 14 Uhr an davon überzeugen. Der Waldarbeiter-Instrumental-Musikverein und der Heimatbund sorgen bei diesem „Tag der offenen Tür“ für Unterhaltung, zudem gibt es Kaffee und Kuchen. Der Erlös kommt den beiden Musikvereinen zugute.
Das Foto zeigt ein Doppelbett.

Acht Doppelzimmer, jeweils mit Dusche/WC und Fernseher, sorgen dafür, dass in dem Gruppenhaus eher Hotel- als Jugendherbergs-Feeling aufkommt. Foto: Eggers

Insgesamt acht Doppelzimmer mit Dusche/WC, eine Profiküche mit zwei Backöfen, Spülküche und vielen weiteren hochwertigen Geräten, ein Wintergarten mit Platz für bequem 50 Leute, eine Sauna mit Blick über den Harz und St. Andreasberg, herrliche Aufenthaltsräume und einen Garten mit Terrassen, Liegestühlen und vielem mehr: Den Investoren ist der Spagat zwischen modernem Gruppenhaus und Denkmalschutz gelungen.
Das Foto zeigt ein Haus mit großem Wintergarten.

Da, wo vor wenigen Jahren noch eine Bushaltestelle war, ist nun ein Garten entstanden, der darauf wartet, genutzt zu werden. Foto: Eggers

Kochevents sind geplant

„Wir haben auch Fördergeld vom Amt für regionale Landesentwicklung bekommen“, sagt Armin Asselmeyer, der bei Bau und Planung eng mit dem Denkmalschutz zusammenarbeitete, wie er betont. Das ist auch optisch zu sehen, denn der ehemalige Bahnhof ist im modernen Gruppenhaus immer wieder zu erkennen. Unter anderem historische Fliesen und die Laderampen der Lokschuppen sind in das Gesamtambiente eingepasst.

In der ehemaligen Bahnhofsgaststätte sind jetzt die Aufenthaltsräume, die eher modernen Wohnzimmern ähneln. Einer soll noch einen Kaminofen erhalten. Der Wartesaal für die Zweite Klasse ist jetzt Küche, und in ihr dürfte sich jeder Chefkoch wohlfühlen. Zwei Backöfen, eine gesonderte Spülküche im Nebenraum, viel Platz und viele hochwertige Geräte sind ebenso wie der Weinkühlschrank selbstverständlich. „Wir überlegen, hier auch Kochevents anzubieten“, sagt Asselmeyer. Der gebürtige St. Andreasberger, der von dem Gruppenhaus aus, das er „Mariechen“ getauft hat, auf sein Elternhaus blickt, hat vor drei Jahren damit begonnen, den ehemaligen Bahnhof aufwendig umzubauen. Geplant hat seine Tochter Lena Seibel das Vorhaben, sie ist Architektin. Dabei hat sie die Vorstellungen ihres Vaters behutsam umgesetzt. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, betonen Stefanie Weber und Armin Asselmeyer.
Das Foto zeigt eine Saune mit Eimer und Schaukelstuhl.

Die Sauna des Luxus-Gruppenhauses bietet einen Blick nach draußen und problemlos Platz für mehrere Gäste. Foto: Eggers

Vorher Tourist-Info

„Aber wie sollte es anders sein, wir haben ja auch selbst viel Hand angelegt“, erklärt der 64-Jährige. Unter anderem habe er das Gebäude, das er 2022 gekauft hat, selbst grün gestrichen. Das war übrigens die Originalfarbe. Vorher war der alte Bahnhof rot, der zuvor als Tourist-Info und Vereinsunterkunft genutzt wurde, zuletzt leer stand und an dem sich eine Bushaltestelle befand.

Das Foto zeigt eine große Küche.

Die Küche erfüllt locker die Erwartungen eines jeden Chefkochs und verfügt im Nebenraum über eine Spülküche mit Geschirrspülmaschine. Foto: Eggers

Für Armin Asselmeyer ist der ehemalige Bahnhof deshalb seit 1913 der zentrale Ankunftsort für Menschen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach St. Andreasberg reisen. Bis 1959 gab es die Zahnradbahn, die den Bahnhof „St. Andreasberg-West“ in Silberhütte, der auf einer Höhe von 433 Metern über dem Meeresspiegel lag, mit „St. Andreasberg-Stadt“ mit einer Höhe von 603 Metern verband. Die größte Steigung lag dabei bei zwölf Prozent, und die Dampflokomotive der Zahnradbahn, die von den St. Andreasbergern liebevoll Mariechen genannt wurde, ein Name, den nun auch die Investoren verwenden, hatte eine Höchstgeschwindigkeit von acht Stundenkilometern.
Das Foto zeigt einen Flur mit alten Fliesen.

Die alten Fliesen auf den Fluren sorgen in dem alten Bahnhofsgebäude für eine ganz besondere Atmosphäre. Foto: Eggers

Mit Photovoltaikanlage

Da, wo einst die Gleise endeten, befindet sich jetzt der Wintergarten. „Er kann für Familienfeiern, Partys mit Freunden, aber auch für Tagungen genutzt werden“, erklärt Stefanie Weber. Das Motto der Unterkunft lautet denn auch „Wohnen, Feiern, Tagen“, und die Investoren haben bei der Erstellung ihres Konzepts auch an Unternehmen gedacht. „Dann können beispielsweise bei Fortbildungen die acht Doppelzimmer auch als Einzelzimmer verwendet werden“, sagt Asselmeyer, der in St. Andreasberg zudem die Gaststätte „Spritzenhaus“ betreibt. Die Synergien will der Investor nutzen und so bietet er im „Mariechen“ für die Gäste bei Bedarf auch Frühstück an.

Dankbar sind die Investoren, dass der Denkmalschutz dem Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach zugestimmt hatte. Das Gruppenhaus wird mit einer modernen Wärmepumpe beheizt, zudem können die Gäste an zwei Wallboxen die Akkus ihrer Elektroautos aufladen. Weiter stehen acht Parkplätze bereit.
Das historische Foto zeigt viele Menschen mit Skiern.

In seiner aktiven Zeit sorgt der Zahnradbahnhof dafür, dass wie im Bild mit dem Sonderzug aus Halle am 13. Februar 1927, die Wintersportgäste nach St. Andreasberg kommen. Foto: Archiv Klähn

Den Garten haben Lena Seibel, Stefanie Weber und Armin Asselmeyer neu angelegt. Vorher war an der Stelle Asphalt, denn sie diente als Buswendeplatz. Dieser ist nun in den hinteren Bereich verlegt worden, sodass die Fläche entsiegelt und Rasen sowie Blumen und Bäume angelegt wurden. „Im Sommer ist der Bereich besonders schön“, betonen die Investoren.
Das historische Foto zeigt eine Dampflok.

Nach Mariechen, wie die St. Andreasberger die Dampflok tauften, die per Zahnrad zwischen 1913 und 1959 in die Bergstadt fuhr, haben auch die Investoren das Gruppenhaus benannt. Foto: Archiv Klähn

Das Foto zeigt ein ehemaliges Bahnhofsgebäude mit Aufgang zum alten Lokschuppen.

Der Bahnhofscharakter bleibt erhalten: Die Investoren bauen das Gebäude streng nach den Vorgaben des Denkmalschutzes um. Foto: Eggers

Das Foto zeigt ein Schild, auf dem auf eine finanzielle Förderung hingewiesen wird.

Das Amt für regionale Landesentwicklung unterstützt den Umbau finanziell. Foto: Eggers

Das Foto zeigt ein modernes Badezimmer.

Die Bäder der Doppelzimmer erfüllen problemlos den heutigen Standard. Foto: Eggers

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