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Kommentar zu Goslarer Wintermarkt

GZ Plus IconLasst doch den Januar in Ruhe

Menschen laufen über einen Weihnachtsmarkt.

Der Goslarer Weihnachtsmarkt ist ein Publikumsmagnet. „Der lässt sich nicht einfach in den Januar kopieren“, kommentiert GZ-Redakteur Sebastian Sowa die Goslarer Wintermarkt-Debatte. Foto: Epping

In Goslar wird über einen neuen Wintermarkt diskutiert. Braucht die Stadt so etwas wirklich? GZ-Redakteur Sebastian Sowa plädiert für ein bisschen mehr Januar-Ruhe.

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Von Sebastian Sowa
Dienstag, 03.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar. Der Goslarer Weihnachtsmarkt weckt Begehrlichkeiten. Kaum ist der letzte Glühwein ausgeschenkt, wird über einen Wintermarkt im Januar diskutiert. Im Vorwahlkampf formieren sich schnell Befürworter und Gegner. Die zentrale Frage dabei ist jedoch: Brauchen wir das wirklich?

Der Weihnachtsmarkt in Goslar ist ein Ausnahmezustand – im besten Sinne. 36 Tage Budenzauber, volle Gassen, eine Stadt im festlichen Dauerbetrieb mit Scharen von Gästen. In der Vorweihnachtszeit sitzt das Geld locker, Konsum gehört zum Erlebnis, der Rubel rollt. Genau darin liegt der entscheidende Punkt: Dieses Erfolgsmodell lässt sich nicht einfach in den Januar kopieren.

Zum Jahresbeginn kommen die Menschen traditionell zur Ruhe, manche trinken keinen Alkohol oder treiben mehr Sport. Wer hat da noch Lust auf Glühwein und Bratwurst? Eine Eisbahn klingt charmant, ist aber teuer – und ein hohes wirtschaftliches Risiko.

Und Goslar hat ja auch im Januar etwas zu bieten: Mit dem Verkehrsgerichtstag kommen zahlreiche Gäste in die Stadt, Hahnenklee veranstaltet ein Winterfest, andere Harzorte bieten winterliche Erlebnisse. Warum also Goslar nicht einfach einmal die Ruhe gönnen, statt zwanghaft ein weiteres Event zu installieren? Im Sommer jagt ohnehin eine Veranstaltung die nächste.

Und seien wir mal ehrich: Wer im Januar in den Harz reist, der sucht (bestenfalls) Schnee und Winteraktivität, die meist ein paar Höhenmeter weiter oben zu finden ist, als die Goslarer Altstadt.

Die Goslar-Marketing-Gesellschaft hat genug damit zu tun, bestehende Formate wie Weihnachtsmarkt, Altstadtfest und Co. auf dem jetzigen Niveau zu halten und weiterzuentwickeln. Goslar lebt von Qualität, nicht von Quantität. Ein ruhiger Januar gibt den nötigen Raum zum Durchatmen.

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