Goslarer Betriebshof-Chef berichtet von Tücken des Winterdienstes
Der Winterdienst hat aktuell jede Menge zu tun. Foto: Epping
Der Winterdienst ist derzeit im Dauereinsatz und hat es nicht nur mit Glatteis, sondern auch mit Beschwerden zu tun. Zudem ändert sich der Markt für Streuzsalz.
Goslar. Der Winterdienst des Goslarer Betriebshofs ist derzeit im Dauereinsatz. Doch es sind nicht nur Eisglätte und Schnee, die den Angestellten zu schaffen machen. Betriebshof-Chef Sebastian Heim berichtete im zuständigen Ausschuss über mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden, mit denen er sich auseinandersetzen müsse, weil manchen Zeitgenossen der Räumdienst nicht schnell oder ordentlich genug vor der eigenen Haustür im Einsatz war. „Es ist schon der Wahnsinn“, sagte Heim.
Gute Zusammenarbeit mit Landwirten
Aus der Politik kam fraktionsübergreifend Lob für die aktuelle Arbeit des Räumdienstes. Die Straßen seien trotz des anhaltenden Winterwetters gut befahrbar.
Heim betonte, dass der Betriebshof mit den ansässigen Landwirten im dritten Jahr zusammenarbeite.
Das habe sich mittlerweile gut eingespielt. Vor allem in den Dörfern übernehmen die privaten Dienstleister die Straßenräumung. „Wir können uns auf die Kernstadt konzentrieren oder forciert auf gewisse Ortsteile“, erklärte der Betriebshof-Chef. In der Werkstatt habe man „zwei gute Kollegen“, sodass Fahrzeuge bei Ausfällen schnell wieder zur Verfügung stünden.
Starke Belastung für Straßen
Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass der lange Winter eine „sehr starke Belastung“ für die Straßen sei. Erste neue Schlaglöcher seien schon jetzt sichtbar, und sobald das Eis komplett taut, werde sich dieser Eindruck noch verschlimmern. „Wir werden einiges zu tun haben“, kündigte Heim an.
Bahn auch betroffen
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Dabei waren viele Fahrbahnen schon vor dem Winter in keinem guten Zustand. Christian Rehse (FDP) sagte mit Blick auf die laufenden Haushaltsberatungen, es sei Aufgabe der Politik, die Missstände auf den Straßen zu beseitigen – also genügend Geld für Reparaturen zur Verfügung zu stellen. In klammen Zeiten müssten andere Investitionen eben zurückstehen. „Ich freue mich auf euren Antrag“, antwortete Norbert Schecke (CDU). Denn die Frage, wo genau der Rotstift angesetzt werden soll, sei eben nicht einfach zu beantworten.
Das Salz wird langsam knapp
Da der Betriebshof lediglich für das Ausbessern von Schlaglöchern verantwortlich ist, um eine Verkehrsgefährdung zu verhindern, sparte sich der Ausschuss eine grundhafte Debatte zum Zustand der Goslarer Straßen. Der zuständige Bauausschuss trifft sich ja auch schon kommende Woche, am Donnerstag, 12. Februar.
Es gab bereits einige Unfälle
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Die Runde warf noch einen Blick auf die Kosten für Streumaterial. 75.000 Euro sind für 2026 im Wirtschaftsplan des Betriebshofs angesetzt. Ob das ausreicht? Es komme natürlich immer auf den Winter an, ob ein volles Salzlager „zwei Wochen oder die ganze Saison“ reicht, gab Heim zu bedenken. 2025 lagen die Materialkosten für den Winterdienst demnach bei rund 99.000 Euro.
Der Betriebshof habe sein Lager noch einmal vollgefüllt, die Preise seien stabil. Bisher seien Bestellungen praktisch tagesaktuell geliefert worden. Doch so langsam ändere sich der Markt, aktuell werde etwa die zehnfache Menge Salz angefordert, wie geliefert werden kann. „Wir haben keine Notsituation“, versicherte Heim. Doch die Lieferzeiten würden mittlerweile rund zwei Wochen betragen. Es gebe aber auch Alternativen zum Streusalz: „Uns wurde ein Vorprodukt angeboten. Das testen wir gerade“, erläuterte der Betriebshof-Chef.
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