Nächtliches Dauerblinken: Was sich im Windpark Beuchte ändert
Rote Positionslichter leuchten an Windrädern in einem Windpark. Bei Beuchte geht jetzt ein System zur Steuerung in Betrieb. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Die Genehmigung ist da: Im Windpark Beuchte geht jetzt ein System in Betrieb, das die Akzeptanz für die Anlagen erhöhen soll. Was bedeutet es für die Bürger?
Beuchte. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, als zuständige Luftfahrt- und Luftsicherheitsbehörde in Niedersachsen, hat für die Windenergieanlagen des Windparks Beuchte die Genehmigung zur Aktivierung der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung (BNK) erteilt. Zum Einsatz kommt das System „Light Guard ADLS“ der Light:Guard GmbH, informiert der Windpark-Betreiber, das Unternehmen Ebert Erneuerbare Energien. Damit gehört das kontinuierliche nächtliche rote Blinken der Vergangenheit an – die Beuchter Disko-Nächte sind vorbei.
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Mit der Genehmigung kann die Hindernisbefeuerung der Anlagen künftig bedarfsgesteuert betrieben werden: Das heißt, die Nachtkennzeichnung wird nur dann aktiviert, wenn Luftfahrzeuge in den Beuchter Bereich eintreten, also sich in einem bestimmten Radius und in einer bestimmten Höhe um den Windpark herum befinden. Der Gesetzgeber hatte die bedarfsgerechte oder auch bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung von Windrädern ab dem vergangenen Jahr verpflichtend zur Regel gemacht.
Ziel: Akzeptanz erhöhen
Windenergieanlagen sind Luftfahrthindernisse und müssen entsprechend sichtbar gemacht werden – allerdings werden sie dadurch im Landschaftsbild auch wahrnehmbarer. Ziel der bedarfsgerechten Nachbefeuerung ist es, die Lichtwirkung in der Nacht zu reduzieren, um die Akzeptanz für die Anlagen zu erhöhen – bei weiterhin uneingeschränkt hoher Sicherheit für den Luftverkehr, heißt es seitens Ebert.
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„Das BNK-System war zwar bereits seit der Inbetriebnahme des Windparks technisch einsatzbereit installiert, durfte jedoch wegen Verzögerungen bei der behördlichen Freigabe bislang nicht genutzt werden. Bis dahin musste die nächtliche Kennzeichnung für einen ordnungsgemäßen Betrieb durchgehend aktiv sein – auch wenn sich kein Luftverkehr in der Umgebung befand“, erklärt Ebert-Sprecher Jan Budzinski.

Wenn es Nacht wird im Beuchter Windpark, bleiben jetzt in der Regel die Positionslichter aus – es sei denn, es nähert sich ein Flugzeug. Foto: Privat
In der Vergangenheit habe es von Anwohnern der umliegenden Gemeinden immer wieder Nachfragen zur weiterhin aktiven Befeuerung bei Nacht gegeben, wird André Hester, der die technische Anlagenplanung bei Ebert Erneuerbare Energien verantwortet, in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. „Mit der nun erteilten Genehmigung für den Betrieb der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung kann die Lichtwirkung künftig auf das notwendige Maß reduziert werden. Wir setzen damit eine zentrale Maßnahme um, die einen wichtigen Beitrag für Akzeptanz vor Ort darstellt“, findet er.
Windpark mit 62 Megawatt Leistung
Die Genehmigung für den Betrieb der BNK sei ein Baustein in der Betriebsführung des Windparks Beuchte, dessen bislang zehn Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 62 Megawatt rechnerisch den dreifachen jährlichen Strombedarf der Stadt Wolfenbüttel decken. Das Investitionsvolumen für den Windpark, der im Frühsommer vergangenen Jahres offiziell eingeweiht wurde, lag bei rund 100 Millionen Euro. Genehmigungen zur Erweiterung des Projekts liegen übrigens vor – errichtet werden sollen zwei weitere Windenergieanlagen östlich der Bundesstraße 82.
Und ja, richtig gelesen: Die für BNK-Genehmigungen zuständige Behörde in Niedersachsen ist die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – denn gemeint ist nicht nur der Verkehr, der auf der Straße rollt, teilt dazu die Zentrale in Hannover mit. Ein eigenes Dezernat beschäftigt sich dort mit Fragen des Luftverkehrs.
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Die Ebert-Gruppe ist nach eigenen Angaben ein inhabergeführtes Unternehmen mit Standorten in Kiel und Cremlingen und seit 1998 Partner für nachhaltige Energieprojekte in Deutschland. Mit einem Team aus mehr als 80 Fachleuten plant, baut und betreibt die Gruppe Windenergie-, Photovoltaik- und Biogasanlagen. Ebert habe bislang mehr als 160 Windenergieanlagen sowie zahlreiche Solar- und Biogasanlagen realisiert und setzt dabei auf regionale Wertschöpfung, hohe Akzeptanz und Beteiligungsmöglichkeiten, heißt es.
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