Bad Harzburgs Heilige Familie sucht ein neues Zuhause
Die Bad Harzburger Weihnachtskrippe ist einzigartig, denn neben Maria, Josef und dem Jesuskind besteht sie unter anderem auch aus einer Harzer Kiepenfrau und einem Luchs. Foto: Exner
Seit Mittwoch steht die Bad Harzburger Weihnachtskrippe Im Rosengarten. Doch schon jetzt ist klar: Ab 2026 brauchen Maria, Josef und das Jesuskind ein neues Zuhause.
Bad Harzburg. Maria, Josef und das Jesuskind sind zurück aus ihrem Sommerschlaf: Am Mittwoch wurden die lebensgroßen Holzfiguren der Bad Harzburger Weihnachtskrippe per Kran der Schaustellerfamilie Zech und der Mithilfe des städtischen Bauhofs im Rosengarten aufgestellt. Ab Ende November finden dort dann mehrere Veranstaltungen statt (siehe Infokasten). Doch schon jetzt macht sich Organisatorin Marianne Schirrmeister Gedanken um die Zeit danach, denn ab Anfang 2026 werden die Holzfiguren ein neues Zuhause brauchen.
Aufgebaut wurde die Krippe nun schon zum neunten Mal. Die Idee dazu kam einst von der Bad Harzburgerin Schirrmeister. Unterstützung bekam sie bei der Umsetzung damals wie heute von der Harzburg-Stiftung, Forstwirtschaftsmeister Alexander Frese schuf im Laufe der Jahre eine Figur nach der anderen mit der Säge.
Bereits am Dienstag wird im Rosengarten das Krippen-Podest errichtet, von der Firma Holzbau Lochtum, aber auch von freiwilligen Helfern. Foto: Privat
Wird das Ensemble seither in die Innenstadt transportiert, ist das immer recht öffentlichkeitswirksam und auch nicht unbeeindruckend. So hatte der Aufbau auch am Mittwoch den einen oder anderen Schaulustigen angelockt. Darunter zwei kleine Kinder, die sogar freiwillig auf einen Besuch auf dem Spielplatz verzichteten, nur um gespannt zu beobachten, wie die massiven Figuren durch die Luft schweben. „Es ist schön, wenn sich die Leute darauf freuen“, zeigte sich Marianne Schirrmeister glücklich.
Gemeinsam an einem Strang
Die eine oder andere Figur hat im Laufe der Jahre während des Transports schon etwas leiden müssen. Auch diesmal überstanden die Reise nicht alle von ihnen unbeschadet, dem Luchs etwa war ein Ohr abgebrochen. Das alles ließ sich bislang aber immer gut kleben. Weitere Figuren soll es übrigens nach wie vor erst einmal keine mehr geben.
Dank der Hilfe des Bauhofs werden die Holzfiguren per Lastwagen angeliefert. Foto: Exner
Bereits Anfang der Woche waren die Vorbereitungen für den Aufbau getroffen worden. Zunächst hatte die Firma Holzbau Lochtum das Podest verankert, auf dem die Figuren dann am Mittwoch platziert wurden. Geholfen haben beim Aufbau nicht nur das treue Helferteam aus Ehrenamtlichen, sondern auch der stadtbekannte Akkordeon-Musiker Igor und sein Sohn Miroslav. Der Edeka von Ronny Lunze unterstützt die Krippe in diesem Jahr durch eine Pfandbonaktion, Fleischerei Leiste beziehungsweise deren neuer Eigentümer Tim Helbig sponserte dem Aufbauteam ein Frühstück, berichtet Marianne Schirrmeister. Und schließlich – allerdings unabhängig von der Krippe – hatte die Stadt zuletzt auch die Bepflanzung im Rosengarten erneuern lassen. Wenn es um die Weihnachtskrippe geht, ziehen also viele Menschen an einem Strang, um den Bad Harzburgern und den Gästen der Stadt schöne vorweihnachtliche Erlebnisse bieten zu können.
Eröffnung am 25. November
Die Organisatorin selbst hatte im Vorfeld den Innenraum der nebenan gelegenen Volksbank nutzen dürfen, um den Stern für die Krippe zusammenzubauen. Nun sind nur noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, es muss etwa die Elektrik verlegt werden und die Rasenfläche um die Krippe herum wird noch mit Schleifenband abgesperrt. Auch das Segeldach über der Terrasse, auf der die Andachten stattfinden werden, muss noch gespannt werden. Den Aufbau haben die Helfer mittlerweile im Blut. Da sitzt jeder Handgriff, greift ein Zahnrad ins andere.
Eine nach der anderen werden die Figuren per Kran in Position gebracht. Foto: Exner
Offiziell eröffnet wird die Krippe am Dienstag, 25. November, um 17 Uhr durch die Bad-Harzburg-Stiftung sowie den Chor des Niedersächsischen Internatsgymnasiums (NIG). Dann wird auch der Wintertreff der Familie Zech gleich nebenan auf dem Port-Louis-Platz schon geöffnet haben.
Die erste Andacht im Rosengarten folgt am Freitag, 28. November, um 18 Uhr – traditionell gestaltet vom Arbeitskreis Ökumenischer Kirchenladen. In den Wochen darauf wechseln sich verschiedene Gruppen und Kirchengemeinden dann mit der Gestaltung der Andachten ab.VERANSTALTUNGEN AN DER KRIPPE
25. November, 17 Uhr: Offizielle Eröffnung und Auftakt Krippensaison.
Dann jeweils freitags, 18 Uhr, wechselnd gestaltete Andachten:
28. November: Arbeitskreis Ökumenischer Kirchenladen
5. Dezember: Diakonissenmutterhaus Bad Harzburg e. V.
12. Dezember: Kirchengemeinde St. Andreas Bündheim
19. Dezember: Taizé-Team mit dem Licht aus Bethlehem
24. Dezember: Heiligabend-Andacht mit der Kirchengemeinde Martin Luther
26. Dezember: Gemeinsames Weihnachtsliedersingen mit Kantor Karsten Krüger
2. Januar: Propstei Bad Harzburg und Sternsinger

Von Anfang an dabei: Die Schaustellerfamilie Zech hilft beim Aufbau und der Befestigung der Figuren. Foto: Exner
Suche nach neuem Quartier
Noch bevor die Krippensaison richtig begonnen hat, muss die Organisatorin jedoch schon auf deren Ende vorausblicken. Dann, Anfang des neuen Jahres, werden die Holzfiguren nämlich ein neues Zuhause brauchen. Aus ihrem bisherigen Sommerquartier, dem Gestüt, müssen sie nämlich ausziehen. Nun braucht es eine neue Scheune oder ein vergleichbar großes Gebäude, das auch mit einem Radlader gut zu erreichen ist. Wer jemanden kennt oder den Figuren selbst Obdach gewähren möchte, kann sich bei Marianne Schirrmeister unter der Telefonnummer (0 53 22) 32 85 melden.
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