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2,2-Millionen-Euro-Projekt

GZ Plus IconTU Clausthal forscht an klimafreundlichem Wasserstoff

Im Wasserelektrolyse-Testfeld der TU Clausthal arbeiten Forscher der Universität mit dem Unternehmen WEW GmbH Hand in Hand.

Im Wasserelektrolyse-Testfeld der TU Clausthal arbeiten Forscher der Universität mit dem Unternehmen WEW GmbH Hand in Hand. Foto: Silvia Steinbach

Wie kann Wasserstoff klimafreundlicher hergestellt werden? Dieser Frage widmet sich ein 2,2-Millionen-Euro-Forschungsprojekt der TU Clausthal.

Von Redaktion Samstag, 21.02.2026, 09:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Der aktuelle Wasserstoff-Markthochlauf gestaltet sich deutlich langsamer, als in den vergangenen Jahren durch Politik und Industrie vorhergesagt. In Deutschland haben sich dabei die Kosten der Produktionsanlagen, ihre Wirtschaftlichkeit sowie die Stromversorgung und Kapazität an erneuerbaren Energien als zentrale Herausforderungen erwiesen. Wie aus einer Pressemitteilung der TU Clausthal hervorgeht, werden diese beiden Punkte im gestarteten Forschungsprojekt „SUN2H2 – Direktkopplung von PV-Anlagen mit Wasserelektrolyseuren“ adressiert, das ein Gesamtvolumen von 2,2 Millionen Euro umfasst.

„Klimafreundlicher Wasserstoff ist von hoher Relevanz für den Umbau des Industriestandortes Deutschland und damit ein zentraler Baustein der Transformation“, sagt Dr. Sylvia Schattauer, Präsidentin der TU Clausthal und Expertin im Bereich Wasserstofftechnologien. „Es ist wichtig, dass wir in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik den Wasserstoffhochlauf weiter intensiv im Blick behalten. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass die TU Clausthal langfristig mit der Industrie kooperiert und ein weiteres Forschungsprojekt auf diesem Gebiet angelaufen ist.“

Preisdruck aus Asien

Um die Wirtschaftlichkeit von Elektrolyse-Projekten zu verbessern, müssen laut der Pressemitteilung die Kosten der Erzeugungsanlagen deutlich reduziert und deren Anbindung an erneuerbare Energien vereinfacht und vergünstigt werden – gerade auch im Hinblick auf den Preisdruck aus dem asiatischen Raum.

Die in dem neuen Projekt im Zentrum stehende direkte Nutzung des erzeugten Solarstroms zur Produktion von grünem Wasserstoff ohne zwischengeschaltete Stromnetze beziehungsweise zusätzliche Transformationsstufen sei in der Forschung bislang kaum betrachtet worden. Dabei würden gerade von diesem Ansatz neben hohen Einsparpotenzialen wesentliche technische und ökologische Vorteile erwartet.

Experimentelle Untersuchungen

Im Projekt werden laut der TU Clausthal daher unterschiedliche Kopplungskonzepte entwickelt und bewertet sowie experimentelle Untersuchungen an Laborsystemen und Versuchsträgern technisch relevanter Baugröße durchgeführt. Dadurch werde die Analyse des Betriebsverhaltens bei variabler Solarstrahlung ermöglicht, insbesondere hinsichtlich Systemwirkungsgrad, Performance, Dynamik, Gasqualität und Degradation. Auf Basis der experimentellen Ergebnisse und der entwickelten Modelle würden Betriebsstrategien und Auslegungsrichtlinien für PV-direktgekoppelte Elektrolysesysteme abgeleitet.

Das Vorhaben wird der Mitteilung zufolge am Forschungszentrum Energiespeichertechnologien von der Arbeitsgruppe von Prof. Thomas Turek und Dr. Maik Becker gemeinsam mit der WEW GmbH aus Dortmund bearbeitet. Das Unternehmen war bereits Partner in einem vorherigen Forschungsprojekt.

Förderung vom Bundesministerium

Das neue Vorhaben „SUN2H2“ läuft laut der TU über zwölf Monate und hat ein Gesamtvolumen von rund 2,2 Millionen Euro. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, wovon etwa 750.000 Euro auf die TU Clausthal entfallen. Auch über das aktuelle Projekt hinaus würden sich die Forschenden aus dem Harz intensiv mit dem Zukunftsthema Wasserstofftechnologien beschäftigen.

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