Volksbank Nordharz legt zahlen vor: Filiale in Hahnenklee schließt
Vorstand Peter Buikis, Aufsichtsratschef Dirk Walter und Vorstand Markus Creydt (v.l.) präsentieren für das Geschäftsjahr 2025 eine solide Bilanz der Volksbank Nordharz. Foto: Kleine
Die Volksbank Nordharz verbucht ein solides Geschäftsjahr 2025, sogar besser als erwartet. Derzeit bremst indes der Iran-Krieg die Konjunktur.
Goslar. Solide, robust, konstanter Weg – und besser als erwartet: Auf diesen Nenner bringt die Volksbank Nordharz ihr Ergebnis für das Geschäftsjahr 2025. Nach zwei Jahren mit Abschlägen ist auch die Bilanzsumme wieder auf mehr als 400 Millionen Euro gewachsen. Was Banken und Kunden aktuell stark bewegt, sind die Auswirkungen des Iran-Kriegs.
Geschäftsstelle in Hahnenklee wird zum 1. April geschlossen
Änderungen für Kunden der Volksbank Nordharz gibt es zum 1. April: Die Hauptfiliale in der Rosentorstraße in Goslar sowie die Geschäftsstellen in Jürgenohl, Oker, Vienenburg und Schladen öffnen künftig nicht mehr um 8.30 Uhr, sondern um 9 Uhr. Montags schließen die Geschäftsstellen zudem um 16 Uhr, also zwei Stunden früher als bisher.
In Hahnenklee gibt die Volksbank ihre Geschäftsstelle auf. Die kleine Filiale hat derzeit einmal wöchentlich – dienstags von 8.30 Uhr bis 18 Uhr – geöffnet. Ab 1. April gibt es dort nur noch einen Geldautomaten.
Iran-Krieg lässt Preise und Zinsen steigen
Nicht nur die Spritpreise, auch die Bauzinsen sind in den vergangenen Wochen spürbar gestiegen. Anfang des Jahres lagen die Bauzinsen bei rund 3,7 Prozent für eine Laufzeit von zehn Jahren, „jetzt sind wir bei mindestens 4 Prozent“, erklärt Volksbank-Vorstand Markus Creydt mit Blick auf die geopolitische Lage.
Der deutliche Anstieg bei Öl- und Gaspreisen durch den Krieg in Nahost wirkt sich in der Folge auch auf Produktionskosten und Verbraucherpreise aus – und damit die Inflation. Wie stark, das hängt davon ab, wie lange der Krieg und die Blockade am Persischen Golf dauern.
„Die Gefahr ist, dass wir einen signifikanten Zinsanstieg bekommen wie 2022“, schildert Creydts Vorstandskollege Peter Buikis. Dies aber bei derzeit schlechteren konjunkturellen Rahmenbedingungen als vor vier Jahren zu Beginn des Ukraine-Kriegs. Ergebnis wäre eine „Stagflation“, also eine Krisensituation mit steigender Inflation aber stagnierender Wirtschaft. „Ich glaube aber, dass wir nicht in diese Situation kommen“, fügt Buikis an.
Chance für den Harz-Tourismus?
In einer Hinsicht sieht der Banker durch die geopolitische Lage sogar Potenzial für die Harz-Region – im Tourismus. Wenn internationale Reiseziele wegfallen, teurer werden oder Risiken bergen, dann kann der Tourismus im Inland davon profitieren.
Für Banken gilt derweil eine ähnliche Marschroute wie für Gewerbe- und Privatkunden: Liquidität halten, mit Vorsicht agieren, „und ansonsten konzentrieren wir uns auf das, was wir können – hier bei uns in der Region“, betont Markus Creydt.
Volksbank Nordharz steigert Bilanzsumme
Das ist der Volksbank Nordharz im Geschäftsjahr 2025 solide gelungen: Nach absteigender Tendenz 2023 und 2024 wuchs die Bilanzsumme 2025 um 3,5 Prozent auf knapp 405 Millionen Euro. Die Ausleihungen an Kunden, also das Kreditvolumen, kletterten erstmals seit Bestehen der Volksbank Nordharz auf mehr als 200 Millionen Euro. Das sind rund 18 Millionen Euro mehr als im Vorjahr – und knapp 50 Millionen Euro mehr als noch 2020. Triebfeder für das Wachstum waren wie im Vorjahr Finanzierungen für Aus- und Umbau, während das Geschäft für Neubauten derzeit allgemein in Deutschland schleppend läuft.
Grundsätzlich zeigt die Bilanz der Volksbank Nordharz weiterhin einen hohen Anteil an Kundeneinlagen. Das waren 337 Millionen Euro zum Ende 2025, hinzu kommen weitere knapp 272 Millionen Euro durch Vermittlung im Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken. Dies adressiert insbesondere die DZ-Bank als zentrales Institut der deutschen Genossenschaftsbanken.
3,6 Millionen Euro operativer Gewinn
Hingegen ist das Kreditvolumen der Volksbank Nordharz im Vergleich weiterhin unterdurchschnittlich – aber wie im Vorjahr mit Wachstumstendenz. Ziel der Volksbank Nordharz bleibe, das Kreditgeschäft insbesondere auch mit kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region weiter auszubauen, verdeutlicht Buikis.
Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt für 2025 einen operativen Ertrag von 3,6 Millionen Euro. Das sind rund 500.000 Euro mehr als 2024. Aus dem Gewinn sollen 1,15 Millionen Euro in die Stärkung des Eigenkapitals der Bank fließen. Unterm Strich verbleibt ein Jahresüberschuss von knapp 500.000 Euro.
4,2 Prozent Dividende für Volksbank-Mitglieder
Vorgesehen ist, rund 170.000 Euro davon an die Mitglieder der Genossenschaft auszuschütten. Das entspricht wie in den Vorjahren einer Dividende von 4,2 Prozent. Entscheiden muss darüber die Vertreterversammlung am 19. Mai.
Insgesamt „ein sehr solider, konstanter Weg“, resümiert Dirk Walter als Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Nordharz. Knapp 19.000 Kunden zählt das heimische Institut, davon sind ein hoher Anteil von knapp 62 Prozent auch Mitglieder der Genossenschaft. Genau 11.672 waren es zum Ende 2025. Um die Belange der Kunden kümmern sich insgesamt 75 Beschäftigte, sieben waren im Geschäftsjahr 2025 in der Ausbildung.
Sicherheit: „Panzerknacker“ von Gelsenkirchen und die Folgen
Beschäftigen muss sich die Volksbank weiterhin auch mit Sicherheitstechnik. 2026 stehen erneute Investitionen an. Dabei ließen in den vergangenen Jahren vor allem Automatensprenger immer wieder die Alarmglocken in der gesamten Bankenbranche läuten.
Ende 2025 sorgten dann die „Panzerknacker“ von Gelsenkirchen für Aufsehen, die in der Sparkassenfiliale Buer mehr als 3000 Schließfächer plünderten. In der Folge knackten Räuber beispielsweise auch Schließfächer bei der Volksbank in Stuhr.
„Natürlich haben auch wir die Sicherheit hinterfragt, unsere Mitarbeiter sensibilisiert und Kunden informiert“, schildert Creydt. Wichtig sei, dass Schließfach-Kunden die Inhalte regelmäßig selbst dokumentieren und ausreichend versichern.
Ausblick 2026: Konjunktur und Geopolitik
Derweil ist das neue Geschäftsjahr 2026 bei der Volksbank zunächst gut angelaufen, resümiert Markus Creydt: „Auch im Kreditgeschäft hatten wir noch ordentlich zu tun.“ Nach dem langen Winter sollte nun der Frühling weitere konjunkturelle Impulse setzen, doch die Rahmenbedingungen hängen auch von der weiteren geopolitischen Entwicklung ab. So ist die wirtschaftliche Lage im nahen Goslar verknüpft mit Entscheidungen im fernen Washington.
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