In der Villa Charlotte in Harzburg zieht der Weihnachtszauber ein
Auf einer Anrichte baut Sven Bartsch die Papp-Krippe auf, die aus dem Jahr 1900 stammt. Foto: Nachtweyh
Im Bad Harzburger Gründerzeitmuseum wird Weihnachten zelebriert. Mit vielen antiken und besonderen Stücken dekorieren die Bewohner ihre Villa. Besucher entdecken neben Engeln, Kugeln und Sternen auch manche Kuriosität.

Die Girlande hat schon ihren Platz, der Rest des Zimmers wird noch dekoriert. Foto: Nachtweyh
Als Sven und Michael Bartsch vor fünf Jahren von Hamburg nach Bad Harzburg gezogen waren, hatten sie ihre Liebe zu Weihnachten und alles, was dazu gehört, schon mitgebracht. Vor allem aber hegen sie gemeinschaftlich eine Liebe zur Gründerzeit und haben ihr Haus mit viel Aufwand zum Gründerzeitmuseum ausstaffiert. Ein Museum, in dem sie leben – und in das sie gern auch Gäste einladen.
Engel, Zapfen, Sterne
Was Sven Bartsch nach und nach aus all den Weihnachtskartons herausholt sind Erbstücke, Sammlungen, Schenkungen und Flohmarkt-Raritäten. Vieles davon ist hundert Jahre alt oder älter. Es sind Christbaumkugeln, Holzpyramiden aus dem Erzgebirge, künstliche Bäumchen aus Chenille, verschiedenste Engel-Figuren, Zapfen, Sterne, Girlanden und viele Weihnachtskrippen. „Dekoration aus Papier war zur Gründerzeit sehr verbreitet“, sagt Sven Bartsch. Auch Adventskalender gab es damals schon. So üppig, wie sie heute ihr Haus schmücken, taten es die Menschen damals wohl nicht, räumt Bartsch ein. Aber die Sammelleidenschaft und die Liebe zu jedem einzelnen Stück brächten nun einmal diese Fülle mit sich. „Und wir mögen es so“, fügt er hinzu.
Eine Rarität ohne Knalleffekt. Foto: Nachtweyh
Damit alles Platz findet, müsste wie in anderen Haushalten auch, erst einmal die normale Dekoration irgendwo verstaut werden. Sogar Möbelstücke müssen in der Villa Charlotte weichen, wenn Weihnachten einzieht. Dann beginnt in allen Räumen im Erdgeschoss der Verwandlungsprozess. Einen Plan habe er nicht, sagt Sven Bartsch. Aber Vorstellungen, was sich wie arrangieren lässt. Denn es ginge ja nicht ums bloße Hinstellen, sondern um ein stimmiges Gesamtambiente.
Dinge aus der Kindheit
Einige Teile erhalten schon allein wegen ihrer Größe jedes Jahr einen festen Platz. Drum herum wird gestaltet mit dem, was aus den Kartons hervorkommt. Eine besondere Rolle spielen die Weihnachtskugeln und -anhänger. Aus aller Welt haben sich Sven und Michael Bartsch von ihren Reisen Christbaumschmuck mitgebracht. Nicht gründerzeitlich, aber immer originell. Deshalb dürfen an der Girlande über der traditionellen Pyramide nun auch Sandmännchen und Mainzelmännchen als Glasfigur nebeneinander baumeln. Überhaupt gibt es vieles zum Schmunzeln in der Fülle der Kleinigkeiten. „Schön ist immer, wenn Besucher sich an Dinge aus ihrer Kindheit erinnern“, sagt Sven Bartsch.
Die kleine Eisenbahn umkreist ein künstliches Bäumchen auch Chenille. Foto: Nachtweyh
Besucher sind nämlich im Weihnachtshaus an der Rudolf-Huch-Straße ausdrücklich willkommen. Bis zum Adventszauber am kommenden Wochenende werden auch Hof und Veranda der Villa Charlotte geschmückt sein. Er öffnet Samstag und Sonntag von 12 bis 19 Uhr. Es gibt Adventsgestecke und Kunsthandwerk sowie Flammkuchen und Winzer-Glühwein. Zu jeder vollen Stunde werden außerdem Führungen durch die Weihnachtsvilla angeboten (10 Euro pro Person). Auch Adventskaffeetrinken werden an den Wochenende angeboten, dafür muss man sich anmelden.
Hat Sven Bartsch noch einen Deko-Tipp parat? Der gelernte Gärtner setzt auf Pflanzen wie Amaryllis oder Hyazinthen, „dann gibt es etwas, was erblüht in der Weihnachtszeit“.