So viele Besucher hatten Goslar und Hahnenklee im Jahr 2025
Im Sommer kommen viele Touristen nach Goslar und genießen das schöne Wetter in den Cafés der Stadt. Foto: Sowa
Die Verantwortlichen in Goslar und Hahnenklee ziehen eine Tourismus-Bilanz für das Jahr 2025. Eine kürzere Aufenthaltsdauer sorgt für ein leichtes Minus.
Goslar, Hahnenklee. Trotz leicht rückläufiger Übernachtungszahlen ziehen viele Goslarer Hoteliers für 2025 insgesamt eine erfreuliche Bilanz. Einzelne Betriebe verzeichneten Spitzenmonate, andere ein durchschnittliches Jahr – insgesamt zeigt sich ein gemischtes, überwiegend positives Bild, das auch für Hahnenklee gilt. Veranstaltungen und Tagesbesuche lieferten wichtige Impulse. Für 2026 blicken alle Beteiligten zuversichtlich auf die kommenden Monate.
Alexander Scharf, Inhaber des Hotels „Schiefer“, zieht eine durchaus positive Bilanz für das Jahr 2025. Das Geschäft habe sich besser entwickelt als im Vorjahr 2024. Besonders die Monate Juli, August und Dezember seien herausragend gewesen. Maßgeblich dazu beigetragen habe das vielfältige Veranstaltungsangebot in der Stadt. „Es war sehr viel los. Die Goslar-Marketing-Gesellschaft hat zahlreiche attraktive Veranstaltungen organisiert – das war sicherlich ein wichtiger Indikator“, so Scharf. Mit Blick auf 2026 zeigt sich der Hotelier optimistisch und strebt erneut eine Umsatzsteigerung an.
Geringere Aufenthaltsdauer
Auch Niklas Suliktsis, Geschäftsführer der „Villa Saxer“, zeigt sich mit dem Jahr 2025 insgesamt zufrieden. Die stärksten Monate seien September und Dezember gewesen. In den vergangenen drei Jahren habe sich die Auslastung seines Hotels auf einem annähernd konstanten Niveau bewegt. Für die kommenden Monate blickt Suliktsis zuversichtlich nach vorn, beobachtet jedoch – wie viele seiner Kollegen – einen Trend zu immer kurzfristigeren Buchungen.

Die Rathausstraße ist nicht nur im Winter gut frequentiert. Foto: Sowa
Weniger zufrieden fällt die Bilanz von Willi Robben, Inhaber des Hotels „Die Tanne“, aus. Im Vergleich sei das Jahr 2024 etwas besser verlaufen. Sowohl die durchschnittliche Aufenthaltsdauer als auch die Auslastung seien leicht zurückgegangen. „Es gab schon bessere Jahre – 2025 war ein durchschnittliches Jahr“, resümiert Robben. Zwar lägen für die kommenden Monate bereits Buchungen vor, gleichzeitig plane ein Großteil der Gäste jedoch zunehmend kurzfristig.
Messe-Besucher aus Hannover
Dominik Kerstin, Inhaber des Hotels „Goldene Krone“, blickt positiv auf das Jahr 2025 zurück. Besonders im November habe sein Haus von einer Messe in Hannover profitiert. „In Hannover lagen die Übernachtungspreise teilweise bei bis zu 800 Euro. Viele Gäste sind dann lieber nach Goslar ausgewichen“, berichtet Kerstin.
Darüber hinaus verzeichne das Hotel einen hohen Anteil an skandinavischen Gästen. Zu den stärksten Monaten zählten Juli und Oktober, während die ersten Monate des Jahres etwas ruhiger verliefen. Für 2026 hat sich Kerstin einiges vorgenommen: Geplant sind unter anderem zusätzliche Veranstaltungen im Haus, darunter ein Osterbrunch. Gleichzeitig betont auch er, dass Prognosen zunehmend schwieriger würden, da Gäste immer kurzfristiger buchen.
Für Rosemarie Prien vom Hotel „Alte Münze“ lief das das Jahr 2025 ähnlich gut wie das Jahr 2024. Ein starker Monat war für sie unter anderem der November, der sehr gut gebucht war. Im Durchschnitt blieben bei ihr die Gäste zwei Tage.
5 Prozent weniger in Goslar
Im Jahr 2025 verzeichnete Goslar insgesamt 194.598 Ankünfte. Im Vergleich zu 2024 (204.346) entspricht das einem Rückgang von 4,8 Prozent. In Hahnenklee bleibt die Zahl der Ankünfte mit rund 131.000 auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die Zahl der Übernachtungen ging in der Kernstadt zurück: Mit 465.671 Übernachtungen lag sie um 5,1 Prozent unter dem Vorjahreswert von 491.161. Hahnenklee verzeichnete ebenfalls ein leichtes Minus von 1,1 Prozent und kam auf 482.625 Übernachtungen.

Zum Walpurgisfest gibt es kaum noch Hotelbetten in Goslar und Hahnenklee. Foto: Sowa
Deutschland bleibt in Goslar und Hahnenklee mit Abstand der wichtigste Quellmarkt. Bei den ausländischen Gästen führte Dänemark die Statistik an – trotz eines leichten Rückgangs um 5,8 Prozent auf 38.006 Übernachtungen in Goslar. In Hahnenklee machten die Dänen 55 Prozent der Gäste aus dem Ausland aus, Niederländer folgen mit 35 Prozent.
Zulegen konnten dagegen in Goslar mehrere Märkte: Die Niederlande verzeichneten 13.944 Übernachtungen (+2,0 Prozent), Polen kam auf 11.507 Übernachtungen (+8,8 Prozent). Rückläufig entwickelten sich unter anderem Schweden mit 3331 Übernachtungen (-5,0 Prozent) sowie Litauen, wo die Übernachtungszahlen mit 3006 deutlich um 49,4 Prozent einbrachen.
Die meisten Besucher kommen aus Niedersachsen
Auffällig ist hingegen Norwegen: Hier stiegen die Übernachtungen um 87,0 Prozent auf 2605. Innerhalb Deutschlands bleibt Niedersachsen mit 114.401 Übernachtungen der wichtigste Herkunftsmarkt, verzeichnete jedoch einen Rückgang von 7,8 Prozent. Auch in Hannenklee machen die Niedersachsen 33 Prozent der deutschen Gäste aus. Zuwächse gab es aus mehreren Bundesländern: Nordrhein-Westfalen kam auf 44.967 Übernachtungen (+3,4 Prozent), Berlin auf 18.102 (+0,7 Prozent). Besonders deutlich fiel das Plus aus Hessen aus (+11,9 Prozent auf 15.755 Übernachtungen) sowie aus Sachsen (+8,7 Prozent auf 13.805). Nahezu stabil blieb Schleswig-Holstein mit 19.672 Übernachtungen (-0,6 Prozent). Marina Vetter, Chefin der Goslar-Marketing-Gesellschaft, ordnet die Tourismuszahlen für Goslar differenziert ein.

Zum Sommerfest kommen viele Übernachtungsgäste nach Hahenklee. Foto: Sowa
Zwar seien die Übernachtungszahlen im Jahr 2025 zurückgegangen, dies nehme man sehr ernst. Gleichzeitig zeige die Analyse jedoch deutlich, wie sensibel die Statistik auf einzelne Entwicklungen reagiere. Interne Kennzahlen würden ein anderes Bild ergänzen: So habe es eine steigende Nachfrage bei Stadtführungen, höhere Besucherzahlen im Huldigungssaal sowie wachsende Umsätze in der Tourist-Information gegeben. Diese Entwicklungen deuteten auf starke Tagesbesucherzahlen hin.
Mehrwert für Planung und Qualität
Digitale Gästekarte wird in Goslar eingeführt
Der Fokus liege nun darauf, gezielt neue Übernachtungsanlässe zu schaffen. Grundsätzlich bleibe Goslar weiterhin ein gefragtes Reiseziel.
Hahnenklee mit einem Minus von einem Prozent
Auch Isabel Junior, Chefin der Hahnenklee-Tourismus Gesellschaft (HTG) zeigt sich zufrieden und startet zuversichtlich in das Jahr 2026. Das leichte Minus zum Vorjahr erklärt sie vor allem mit der kürzeren Aufenthaltsdauer der Gäste. In Hahnenklee sind die Touristen im Schnitt 3,7 Tage geblieben. „Wir haben eine deutlich höhere Zahl an Gästeankünften als noch in 2019, insgesamt aber weniger Übernachtungen“, erklärt Junior. Das zeige den Trend der geringeren Reisedauer ganz deutlich. „Die Menschen machen ihre große Reisen eher im Ausland und kommen dann nur für einen Kurztrip in den Harz. Dazu kommen laut Junior schwache Monate in der Nebensaison, die auch durch eine gute Auslastung in der Hauptsaison nicht komplett aufgefangen werden können und dann zu diesem kleinen Minus führen.
Durchwachsene Besucherzahlen in Hahnenklee
Von einem schlechteren Jahr 2025, im Vergleich zum Vorjahr, berichtet auch Ronja Vallespir-Ahrendts vom Harz Hotel „Waldrausch“. „Mit einer Auslastung von 53 Prozent lagen wir rund 5 Prozent unter dem Vorjahr“, erklärt sie. Auch für Vallespir-Ahrendts spiele die geringere Aufenthaltsdauer eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung.
Lydia Böttcher vom Camping-Platz „Kreuzeck“ ist zufrieden mit dem Jahr 2025. „Bei uns lief es sehr gut, wir hatten ein Übernachtungsplus von zehn Prozent zum Vorjahr.“ Bei ihren Gästen habe sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sogar verlängert. „Außerdem war auch die Nebensaison besser ausgelastet“, erklärt sie. Im Sommer und an den Feiertagen sei der Campingplatz sowieso voll ausgelastet, in 2025 seien aber auch April, Mai, Juni und September besser gelaufen als im Vorjahr. Böttcher blickt positiv auf 2026: „Wir haben schon 30 Prozent der Vorjahresübernachtungen gebucht.“
Die Tourismuszahlen steigen weiter
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Sibyll Lützow vom „Carea Residenz-Hotel“ zieht ebenfalls ein positives Fazit für das vergangene Jahr. „Bei uns lief es ausgezeichnet wie immer, wir hatten eine Jahresauslastung von 88 Prozent“, sagt Lützow. Vor allem die Hotelerweiterung mit einer neuen Wellnesswelt habe viele Gäste in das Hotel gezogen.
Erfreulich sei in Hahnenklee der Januar 2026 gelaufen. „Wenn Schnee liegt, merkt man das sofort in der Statistik“, betont HTG-Chefin Junior. Und weiter: „Wir konnten den Januar mit einem Plus von 11,5 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 abschließen.“ Junior hofft nun auch im Februar auf etwas Schnee, der spontane Gäste in den Kurort zieht und blickt optimistisch auf das Jahr 2026.
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