Tätigkeitsverbot als Anwalt und Verzicht aufs Goslarer Ratsmandat
Wechsel bei der FDP im Rat (v.l.): Fraktionschef Christian Rehse verliert Stephan Kahl als Mitstreiter, hat aber demnächst Parteichef Dieter Wolff an seiner Seite. Foto: GZ-Archiv
Der frühere OB-Kandidat und Ex-Kreisvorsitzende der Liberalen zieht die Reißleine. Stephan Kahl darf aktuell nicht als Anwalt arbeiten und verzichtet auf sein Ratsmandat.

Oberbürgermeister-Kandidat Stephan Kahl gewährt der GZ auch private Einblicke bei einer Homestory vor der Wahl. Foto: Hartmann (Archiv)
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Gerüchte kurz vor Weihnachten
Auch zu seiner beruflichen Tätigkeit hatte es vor Weihnachten bereits Gerüchte gegeben, die er seinerzeit gegenüber der GZ aus der Welt räumen konnte. Allerdings informierte er auch nicht darüber, dass bereits seit dem 4. Dezember ein Tätigkeitsverbot für ihn besteht. Das weist das bundesweite amtliche Anwaltsverzeichnis aus, das über die Homepage der Bundesrechtsanwaltskammer öffentlich einsehbar ist. Ein Tätigkeitsverbot, so ist übereinstimmend aus Juristen-Kreisen zu erfahren, kann demnach die Vorstufe zu einem Entzug der Zulassung sein. Zu den Gründen für das Verbot sagte Kahl am Freitag, es seien „Sachen liegengeblieben, die nicht hätten liegenbleiben dürfen“. Mehr nicht. Er habe gegen dieses Verbot Klage eingereicht, lasse sich anwaltlich vertreten und gehe gemeinsam mit seinem Anwalt davon aus, dass es in seiner Kanzlei in Harlingerode zügig weitergehen könne.Goslarer Ratswahl am 13. September
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Geschäftsführerin aus der Kurstadt eingesetzt
Nach GZ-Informationen ist dort erst seit wenigen Tagen zur Führung der Geschäfte die Bad Harzburger Rechtsanwältin Gudula Reinhardt eingesetzt. „Ich würde das jetzt nicht dementieren“, antwortete sie auf Anfrage. Ein wenig mehr ließ sich FDP-Fraktionschef Christian Rehse entlocken. Er bedauerte, dass Kahl zuletzt mit der Sorge für seine vier eigenen Kinder und zwei Pflegekinder zusätzlich zu einer Kanzlei, die Kahl allein ohne Angestellte geführt habe, offenbar zu viel um die Ohren gehabt habe. Darunter habe seine politische Arbeit gelitten. Die Liberalen seien einvernehmlich zu dem Ergebnis gekommen, dass Kahl zugunsten von Parteichef Wolff auf sein Ratsmandat verzichte. Der Schritt hat fürs neue Ratsduo zumindest kurze Wege zur Folge. Der 67-jährige Goslarer Wolff arbeitet als Vertriebsleiter in Rehses Jerstedter Unternehmen.
Beim GZ-Podium zur Oberbürgermeisterwahl im September 2021 vertritt Stephan Kahl (3.v.r.) die liberalen Farben und sitzt neben der späteren Siegerin Urte Schwerdtner (SPD). Foto: Epping (Archiv)
Frühe Holprigkeiten in der Karriere
Für Kahl bedeutet der Verzicht vorerst das Ende einer kommunalpolitischen Karriere, die schon früh Holprigkeiten aufwies. Seine Zeit als Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes endete 2017 abrupt, als er den Laden wenig sortiert an seinen Nachfolger Florian Schmidt übergab. In einer denkwürdigen Sitzung präsentierten ihm etliche Altvordere eine Mängelliste seines Wirkens. Eine frühe Warnung? Spätestens als er im Sommer 2021 zum FDP-Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt antrat – mit 40 Jahren der jüngste im siebenköpfigen Feld –, schien diese Periode verziehen oder zumindest vergessen. Im ersten Wahlgang landete er auf Platz vier genau in der Mitte. Seit 2010 ist er als Jurist selbstständig und gab gegenüber der GZ Familien- und Erbrecht als liebste Betätigungsfelder an. Kurz vor seiner Kandidatur hatte sich Kahl den Traum von einem eigenen Haus erfüllt und lebte mit Familie, Hund und 19 Meerschweinchen in Immenrode.Kommunalpolitik
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