Der digitale Meister im Maschinenraum
Sara Sarvestani ist Wirtschaftsinformatikerin und Partnerin bei der geplanten Unternehmensgründung von „Norscope“. Foto: Privat
Zwei junge Forscher der TU Clausthal arbeiten an einer smarten Lösung für Reparaturen auf hoher See und wollen ihr eigenes Unternehmen gründen.
Clausthal-Zellerfeld. Auch wenn die Gründungsstory von Sara Sarvestani (29) und Siddhant Rebello (24) genau genommen noch gar nicht begonnen hat, sind ihr Weg und ihr Engagement bereits ein Vorbild für Gründungsinteressierte aus der Region. Die richtige Idee zur richtigen Zeit kann entscheidende Türen öffnen.
Künstliche Intelligenz und Augmented Reality (AR) – computergestützte, erweiterte Realitätsdarstellung – werden in vielen Bereichen von Wirtschaft und Forschung zunehmend eingesetzt. Beispielsweise als Online-Assistent bei Reparaturen. Doch was ist, wenn auf einem Schiff auf hoher See die Maschinen ausfallen und kein Internet vorhanden ist?
Offline-Anwendungen für die Industrie
Siddhant Rebello, der kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiengangs „Intelligent Manufacturing“ steht, griff einen Bedarf aus dem Umfeld seines Vaters auf. Gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin, der Iranerin Sara Sarvestani, will der Maschinenbauingenieur eine praxisorientierte AR-Lösung entwickeln, die Wartungsabläufe offline anleitet.
Siddhant Rebello: Mit dem Projekt „Norscope“ eine praxisnahe, digitale Lösung schaffen für Wartung und komplexe Reparaturen. Foto: Privat
„Im November haben wir uns bei der ,Startup Pre School‘ kennengelernt und direkt Siddhants Idee weiterentwickelt“, berichtet Sara. Sie ist seit acht Jahren in Clausthal, studierte Wirtschaftsinformatik und steht jetzt vor dem Abschluss des Studiengangs „Digitales Management“. „Vom Bedarf war ich sofort überzeugt und wollte meine Expertise einbringen,“ schildert Sara.
Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg
Beim Ideenwettbewerb „TUniCorn“überzeugten Sara und Siddhant zwar nicht die Jury, aber ein Unternehmen, das Interesse an ihrer Idee und einem möglichen Prototypen zeigte. Gleichzeitig konnte das Gründungsteam dank des Feedbacks der Jury wesentliche Punkte in seinem Businessplan optimieren. „Diese Geschichte zeigt, dass eine Teilnahme am TUniCorn unabhängig von einer Platzierung großes Potenzial für Gründungsinteressierte bietet“, freut sich Projektleiter Simon Wolters.
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Der Kontakt zu zwei weiteren Unternehmen und potenziellen Kunden wurde durch die Technologieberatung der Wirtschaftsförderung des Landkreises (Wirego) und der TU Clausthal geknüpft.
Der nächste Schritt ist ein Gründungsstipendium
Sara und Siddhant sind sich einig: „Dass unsere Geschäftsidee so schnell Fahrt aufnimmt, ist nur dank der Offenheit und der Zusammenarbeit in der Gründungsregion möglich. Hier arbeiten die Menschen Hand in Hand.“
Die ersten Pilotprojekte haben sie in Aussicht, und in den nächsten Wochen werden Sara und Siddhant mit ihrem Projekt „Norscope“ das EXIST-Gründungsstipendium beantragen. Bei einem positiven Bescheid soll Anfang 2027 die Unternehmensgründung folgen.
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Gemeinsam mit Kai Kunze, Universitätsprofessor für „Human-Centered Information Systems“ an der TU Clausthal, und dem Gründungsservice von TU Clausthal und Wirego bereitet das Team den EXIST-Antrag vor. Auch bei einer Ablehnung hat das Gründungsteam bereits Alternativen parat. Ihr Ziel ist es, die Idee umzusetzen und industrielle Wartungsprozesse nachhaltig zu verbessern.
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Sara Sarvestani ist Wirtschaftsinformatikerin und Partnerin bei der geplanten Unternehmensgründung von „Norscope“. Foto: Privat