SPD-Neujahrsempfang in Bad Harzburg: 2026 bringt Herausforderungen
Gastgeber Christoph Willeke stimmt mit seinen Gästen das Lied „Die Gedanken sind frei“ an. Foto: Raksch
180 Gäste besuchen auf Einladung von Gastgeber Christoph Willeke den SPD-Neujahrsempfang im Bündheimer Schloss. Das bewegt die Kurstadt im neuen Jahr.
Bad Harzburg. Wie üblich hat die SPD am vergangenen Wochenende ins Bündheimer Schloss eingeladen, um den Start ins neue Jahr zu feiern. Rund 180 Gäste folgten der Einladung von Gastgeber Christoph Willeke. Im Mittelpunkt des Abends standen neben dem politischen Austausch vor allem die anstehenden Wahlen sowie die Frage, welche Weichen 2026 für Bad Harzburg und auch für Niedersachsen gestellt werden müssen.
Wie üblich leuchtet das Bündheimer Schloss zur Feier im SPD-Rot. Foto: Raksch
Blick auf 2026
Da sich zeitnah mit der Frage befassen muss, wer im Rathaus nach Ralf Abrahms den Chefsessel besetzen wird, holte Willeke zunächst den Kandidaten seiner Partei, Andreas Simon, auf die Bühne. Gemeinsam mit dem Ratsherrn Michael Riesen (SPD) warfen sie einen Blick auf die politischen Aufgaben des laufenden Jahres.

Andreas Simon (v.l.), Christoph Willeke und Michael Riesen blicken gemeinsam auf das Jahr 2026. Foto: Raksch
Und derer gibt es etliche. Auf der Agenda stehe etwa die Erschließung des neuen Gewerbegebiets, das laut Simon sowohl Arbeitsplätze schaffen als idealerweise auch Start-Ups locken solle. Weitere Themen sind etwa die Zukunft des Märchenwalds, Hotelplanungen im Bereich des ehemaligen Kurhauses und des ehemaligen Harzburger Hofes, die Erweiterung des IVH-Geländes, das weitere Vorgehen bei der Umgehungsstraße sowie der Doppelhaushalt 2027/28. Auch über die Attraktivität der Innenstadt und die Weihnachtsbeleuchtung in der Bummelallee muss den Rednern zufolge gesprochen werden. Zudem rücke angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage der Bevölkerungsschutz stärker in den Fokus, sagte Riesen. Unter anderem müsse der Kriminalpräventionsrat wiederbelebt werden, fordert er.
Investitionen seien außerdem in die Kitas, Sportstätten und Schulen geplant, in Sanierungen der Fasanenstraße und der Straße Am Breitenberg sowie in die Sicherung der Liquidität der KTW. „Wir können also zuversichtlich in die Zukunft schauen“, fassen sie zusammen. Simon verteilte im Anschluss Postkarten, auf denen Bürger ihre Wünsche für die Stadt formulieren können.

180 Gäste besuchen am vergangenen Wochenende den Neujahrsempfang der SPD. Foto: Raksch
Unter den Gästen befand sich indes auch dessen CDU-Gegenkandidatin Stefanie Hertrampf (CDU). „Ich hoffe, wir werden einen fairen Wahlkampf erleben“, sagte Riesen. Nach etwa 24 Jahren mit Ralf Abrahms an der Spitze brauche die Stadt neue Impulse und ein Oberhaupt, das für alle da sei.
Deutschlandweit anstrengende Zeiten
Ehrengast des Abends war Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens. In ihrer Rede weitete sie den Blick auf die Bundes- und Weltpolitik. Deutschland stehe vor zahlreichen gleichzeitigen Baustellen, von Digitalisierung und demografischem Wandel über Bürokratie und sanierungsbedürftige Infrastruktur bis hin zu internationalen Konflikten. Freiheit, Wohlstand und Demokratie seien keine Selbstverständlichkeiten mehr, betonte Behrens.
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Vor diesem Hintergrund sprach sie sich für die Stärkung der Bundeswehr sowie für mehr Investitionen in den Bevölkerungsschutz aus. Für 2026 kündigte sie eine Informations- und Bevölkerungsschutzkampagne an. Ein besonderes Augenmerk lege Niedersachsen 2026 zudem auf die Unterstützung der niedersächsischen Kommunen. Durch ein Infrastruktur-Sondervermögen würden diese insgesamt etwa 5 Milliarden Euro ohne große Auflagen erhalten. Und auch beim Blick auf die bundesweite Wirtschaft sah Behrens Grund zum vorsichtigen Optimismus. Laut Prognosen könne die deutsche Wirtschaft 2026 womöglich um etwa 1 Prozent wachsen.
Besondere Anerkennung sprach Behrens dem Ehrenamt aus. Auch dessen Förderung sei Bestandteil der niedersächsischen Landespolitik für 2026. „Ehrenamt ist das, was uns alle so zusammenhält“, sagte sie abschließend. Da war es auch kein Wunder, dass sie sich im Laufe des Abends bei eifrigen Gesprächen an einem Tisch mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr und vom Deutschen Roten Kreuz wiederfand.

Innenministerin Behrens kommt nach ihrer Rede unter anderem mit Patrick Maibaum, Ortsbrandmeister Bündheim-Schlewecke, Dennis Kronjäger, dem stellvertretenden Stadtbrandmeister, und Alexander Waldorf vom Deutschen Roten Kreuz (nicht im Bild) ins Gespräch. Foto: Raksch
1300 Euro für den Jugendtreff
Zum festen Bestandteil des SPD-Neujahrsempfangs gehört natürlich auch das gemeinsame Essen. Nach den Reden brachten die Parteimitglieder traditionsgemäß die Schnitzelteller an die Tische. Zeitgleich ging auch das Spenden-Sparschwein durch den Saal. Knapp 1300 Euro kamen zusammen, die in diesem Jahr dem Bad Harzburger Jugendtreff direkt nebenan zugutekommen.
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Für die musikalische Begleitung des Abends sorgte zunächst Lehrer Ansgar Ruppert vom Werner-von-Siemens-Gymnasium am Keyboard. Gastgeber Willeke griff zum Abschluss aber auch selbst noch zur Gitarre und sang mit allen Gästen einmal mehr „Die Gedanken sind frei“.

Traditionsgemäß tragen die SPD-Mitglieder ihren Gästen das Essen von der Ausgabe an den Tisch. Foto: Raksch
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