Zähl Pixel
Zur Saison im Silberbornbad

GZ Plus IconKommentar: Ein Schwimmbad als Wahlkampfgeschenk?

Viele Kinder und Jugendliche baden in einem Freibad.

Wenn die Politik signalisiert, das Silberbornbad finanziell zu unterstützen, darf das nicht einfach nur ein Wahlkampfgeschenk sein, sagt GZ-Redakteur Holger Schlegel in einem Kommentar.

author
Von Holger Schlegel
Mittwoch, 21.01.2026, 19:45 Uhr

Bad Harzburg. Wer das Silberbornbad erhalten will, muss Geld in die Hand nehmen. Wer das nicht will, muss den Mut haben, es auch zu sagen. Im Jahr der Kommunal- und Bürgermeisterwahl greift die Politik erwartungsgemäß zur populären Variante: Sie gibt sich großzügig und signalisiert, die Taschen zu öffnen. Das war lange ein Tabu. Nun könnte es fallen – aus gutem Grund.

Holger Schlegel

Holger Schlegel Foto: GZ

Denn eines ist klar: Wer sich in diesem Jahr hinstellt und öffentlich erklärt, das Bad sei zu teuer und müsse schließen, braucht gar nicht erst zur Wahl anzutreten. Auch wenn es sich längst nicht mehr in den Besucherzahlen widerspiegelt, bleibt das Silberbornbad nämlich ein hochemotionales Thema.

Immerhin wird jetzt offenkundig endlich ein Zeichen gesetzt: Das Silberbornbad ist kein Betriebsunfall der KTW, sondern eine politische Entscheidung. Die Frage lautet nicht, ob es Geld kostet, sondern wen es Geld kostet. Wenn die KTW dieses Geld nicht mehr aufbringen können, bleibt nur noch die Stadt. Oder halt die Schließung.

Die freigiebigen Wahlkämpfer sollten sich allerdings über eines im Klaren sein: Ein städtischer Zuschuss ist kein Einmalbonus. Wer das Silberbornbad dauerhaft erhalten will, muss es auch dauerhaft finanzieren. Alles andere wäre nur ein teures Wahlkampfgeschenk auf Steuerzahlerkosten, um die Bad Harzburger eine zeitlang zu beruhigen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region