Petition zu Goslarer Schulgrenzen läuft, Kundgebung ist geplant
Goslar diskutiert mit Vehemenz: Sollen die festen Einzugsbereiche für Goslars Grundschulen fallen? Foto: picture alliance/dpa (Symbol)
Kurz vor dem Start der Osterferien überschlagen sich in der Debatte um den Wegfall der Schulgrenzen die Ereignisse. Die Antragsteller beschränken sich auf nur noch drei Schulen. Eine Mutter startet eine Online-Petition und plant eine Kundgebung.
Goslar. Nächste Runde im Streit um den Wegfall der Grundschulgrenzen: Nach dem Treffen von SPD und FDP mit allen Schulleitungen und den Schulternräten vermeldet Genossen-Fraktionschef Martin Mahnkopf eine „hundertprozentige Ablehnung aller Pläne, Schulgrenzen aufzuheben“. Seit Sonntag läuft zudem eine Online-Petition, die Viktoria Schimansky aus Ohlhof gestartet hat. Die Mutter von dreijährigen Zwillingen will zudem für den 22. Mai zu einer Demonstration aufrufen.
An diesem Tag berät der Ausschuss für Bildung, Familie und Soziales das Thema Schulgrenzen im Kulturmarktplatz. Sie sei bereits mit der Stadtverwaltung in Kontakt wegen einer Genehmigung, erklärt Schimansky.
Fünf von zehn haben sich positioniert
Hälfte der Goslarer Grundschulelternräte will Grenzen behalten
Sie habe die Petition, die am Dienstagmittag mehr 630 Unterschriften hatte, als Privatperson und Mutter ins Leben gerufen, um in der Debatte nicht länger nur zuzuschauen. „Wir wollen uns zeigen und klare Stellung beziehen“, sagt sie und räumt von selbst ein, dass sie als Tochter von Goslars Liberalen-Chef Dieter Wolff von Haus aus eine FDP-Nähe aufweise. Sie befürwortet das alte Verfahren, weil es gut funktioniere und für Einzelfälle immer Lösungen zu finden seien. Und Wolfsburg als grenzenloses Vorbild? „Dort gibt es um die 90 anhängende Verfahren von Eltern bezüglich des Losverfahrens“, ruft sie zur umfänglichen Faktentreue in der Debatte auf.
Treffen im Mach-Mit-Haus
Schimansky wird auch dabei sein, wenn sich die Antragsteller von CDU, Grüner Partei 42, Linken, Bürgerliste und Niklas Prause am Mittwoch im Mach-Mit-Haus mit dem Stadtelternrat für die Kindertagesstätten (Kita) treffen. Dessen Vorsitzende Donata Prietz, die politisch als Goslarer SPD-Vize verortet ist, hat die Petition ebenfalls unterzeichnet. „Die Aufhebung der Schulgrenzen sorgt für Unsicherheit, längere Schulwege und erschwert die enge Zusammenarbeit zwischen Kitas und Grundschulen erheblich“, kommentiert sie dort – als Mutter, wie sie betont. Sie wisse sehr gut zwischen dem Amt als gewählter Kita-Interessensvertreterin und Privatperson zu unterscheiden. Wie berichtet hatte sie für das Treffen vorab eine Pro- und Contra-Liste erstellt.
Neue Sachlage via GZ
Die Antragsteller hatten sich zuletzt wie berichtet neu positioniert.
Neue Fristen und weitere Treffen
Wegfall der Schulgrenzen: Stadtelternrat positioniert sich neu
Sie befürworten inzwischen nur noch den Wegfall der Grenzen für drei Grundschulen. Was am Montagabend im Kulturmarktplatz auch SPD und FDP überrascht hatte, als sie zeitgleich online via GZ informiert wurden. Mahnkopf erklärte, dass der neue Antrag keinen Unterschied mache. Niemand wolle den Wegfall irgendwelcher Grenzen. Die Elternräte hätten erklärt, erstmals eingeladen und ausführlich informiert sowie gehört worden zu sein.
Positionspapier gegen Politik-Pläne
Wegfall der Schulgrenzen: Goslarer Schulleitungen schlagen Alarm
Und die Schulleitungen hätten sich für die Sachlichkeit der Veranstaltung bedankt – was beim Treffen mit CDU, Grüner Partei 42, Linken, Bürgerliste und Prause ebenfalls anders gewesen sei.