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Mathe-Reform in Niedersachsen

GZ Plus IconWas bedeutet schriftliche und halbschriftliche Division?

Kind mit braunen Haaren schreibt mit blauem Stift auf einem Arbeitsblatt mit Zahlen und Tabellen

Niedersachsen schafft das schriftliche Dividieren in Grundschulen ab. Aber wie sieht das neue Rechenverfahren aus? Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Niedersachsen schafft das schriftliche Dividieren in Grundschulen ab. Kinder lernen künftig eine andere Rechenstrategie. Aber wo liegen die Unterschiede?

Von Victoria Winter, Maria Solga und Marie Zajons Dienstag, 20.01.2026, 14:00 Uhr

Goslar. Das schriftliche Dividieren in der jetzigen Form wird in niedersächsischen Grundschulen abgeschafft. So lautet eine Entscheidung aus der Kultusministerkonferenz, die in den vergangenen Tagen für viel Diskussionsstoff gesorgt hat.

Statt des gewohnten schriftlichen Dividierens sollen die Grundschulkinder zukünftig das sogenannte halbschriftliche Dividieren erlernen. Ziel sei es, sie zu entlasten, meint das Kultusministerium. Die Entscheidung soll zum Start des Schuljahres 2027/28 in Kraft gesetzt werden.

Die komplexeste aller Rechenarten

Laut Kultusministerium sei das schriftliche Dividieren das komplexeste aller Rechenarten. Es fordere sichere Kenntnisse der Subtraktion und der Multiplikation, was zu häufigen Fehlern und Unverständnis führe. Das schriftliche Dividieren soll aber nicht komplett abgeschafft werden, sondern dann erst in der weiterführenden Schule gelehrt werden.

Darüber gibt es unterschiedliche Meinungen, denn nicht jeder gibt sich mit dieser Entscheidung zufrieden. Vor allem von den weiterführenden Schulen kommt viel Gegenwind. Andere Bundesländer wie beispielsweise Sachsen bleiben bei dem gewohnten Lehrplan, während fünf weitere Länder sich der Reform von Niedersachsen anschließen.

Die Argumente der Reformgegner sind etwa, dass das schriftliche Dividieren nicht nur vorteilhaft für die Entwicklung von Problemlösungskompetenzen sei, sondern gleichzeitig auch auf die Anforderungen der weiterführenden Schulen vorbereite.

So funktioniert schriftliche Division

Zunächst wird geschaut, wie oft der Divisor, also die Zahl durch die geteilt wird, in die einzelnen Ziffern des Dividenden passt. Wenn die Aufgabe etwa 972 : 3 = ist, dann schaut man zunächst, wie oft die 3 in die 9 passt – nämlich dreimal. Die Ziffer 3 ist also die erste Zahl des Ergebnisses hinter dem Gleichzeichen.

Dann multipliziert man diese Zahl mit dem Divisor. In unserem Beispiel heißt das: 3 x 3 = 9. Dieses Ergebnis schreibt man unter die erste Zahl des Dividenden und zieht sie davon ab: 9 - 9 = 0. Nun wird die zweite Ziffer des Dividenden, also die 7, nach unten gezogen und durch den Divisor geteilt. Das komplette Verfahren inklusive Multiplikation und Subtraktion wiederholt sich, bis das Ergebnis 324 herauskommt.

So funktioniert halbschriftliche Division

Bei der halbschriftlichen Division gibt es keinen einheitlichen Rechenweg. Hier können unterschiedliche Wege zum Ergebnis führen. Bei unserem Beispiel 972 : 3 = würde man als erstes die große Zahl so zerlegen, dass man alle Zahlen gut durch 3 teilen kann. Zum Beispiel 900 : 3 und 60 : 3 und dann 12 : 3. Man hat die 972 also in gut durch drei teilbare Zahlen zerlegt. Die Ergebnisse dieser Teilschritte werden dann addiert und so kommt man dann zum Ergebnis. Also: 300 + 20 + 4 = 324.

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