Straßenschäden nach Frostperiode: Reparaturtrupps im Dauereinsatz
Die Stadt Goslar plant im Frühjahr Straßensanierungen mit Heißasphalt. Foto: Epping
Mit tonnenweise Kaltasphalt und täglichen Streckenkontrollen soll die Situation auf den Straßen provisorisch verbessert werden. Wann folgen dauerhafte Reparaturen?
Harz. 72 Meldungen zu Schlaglöchern im Straßennetz sind in diesem Jahr bereits über das städtische Portal „Sag´s uns einfach“ bei der Stadt Goslar eingegangen. Und auch die GZ haben einige Meldungen über geplatzte Reifen und beschädigte Felgen erreicht.
Doch wer haftet eigentlich bei entstandenen Schlaglochschäden und was machen Stadt und Landesbehörde zur Bekämpfung der Schlaglochproblematik?
Die GZ sucht das tiefste Schlagloch
Kaputte Straßen nach Frost: Wo holpert es am meisten?
Je nach Zuständigkeit für die Straße sind Bund, Länder, Kreise, Gemeinden oder in Einzelfällen auch Privatpersonen für den Zustand der Straßen verantwortlich, heißt es auf der Internetseite des ADAC. Weiterhin müssen die Verantwortlichen die Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen warnen und möglichst verhindern, dass jemand zu Schaden kommt. Dafür seien laut ADAC wöchentliche oder monatliche Kontrollen vorgesehen. Werden „gefahrenträchtige Beschädigungen des Fahrbahnbelags“ festgestellt, muss umgehend gehandelt werden. Der Beitrag des ADAC stellt aber auch klar: „Schlaglochschäden am Auto oder Motorrad übernimmt nur die Vollkaskoversicherung, wenn Sie eine solche abgeschlossen haben.“ Um diesen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen zu können, steht der Fahrer jedoch in der Verantwortung, eine Warntafel ernst zu nehmen, Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten und vor allem auf wenig befahrenen Straßen nicht davon auszugehen, dass der Fahrbahnbelag in Ordnung sei. Im Gegensatz dazu sei beispielsweise auf Autobahnen von einer intakten Fahrbahn auszugehen.
Für die Stadt Goslar erklärt Pressesprecherin Daniela Siegl: „Nach geltender Rechtsprechung besteht für Schlaglöcher eine Verkehrssicherungspflicht nur, wenn sie auf verkehrswichtigen Straßen liegen und mindestens 15 cm tief sind.“ Weiterhin sei es offensichtlich, dass bei einem viele Kilometer messenden Netz öffentlicher Straßen, Wege und Plätze – wie in der Stadt Goslar – neu entstandene Gefahrenstellen nicht umgehend entdeckt und beseitigt werden könnten.
Dieses Jahr besonders ausgeprägt
Schlaglöcher nach Frost- und Tauwetter: Stadt Goslar will handeln
11,4 Tonnen Kaltasphalt seit Jahresbeginn
Die Mitarbeiter des Betriebshofs seien aktuell täglich im Einsatz, um die entstandenen Schlaglöcher zu flicken. Vier Kolonnen des Betriebshofs sind derzeit im Stadtgebiet unterwegs, erklärt Siegl. Seit Jahresbeginn wurden 11,4 Tonnen Kaltasphalt für eine kurzfristige Instandsetzung des Straßennetzes verarbeitet. Dies entspricht 456 Eimern à 25 Kilogramm. Je nach Schlagloch benötige man zwischen einem halben und mehreren Eimern Kaltasphalt für die Ausbesserung, erklärt Siegl.
„Allerdings dient der Einbau von Kaltasphalt ausschließlich der kurzfristigen Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit und ersetzt keine nachhaltige Reparatur mit Heißasphalt“, teilt Sebastian Heim, Betriebsleiter des Betriebshofs der Stadt Goslar, mit. Wie berichtet könne eine Instandsetzung mit Heißasphalt erst erfolgen, wenn die passenden Wetterbedingungen vorliegen und genügend Material vorhanden sei. „Zudem können durch weitere Frostereignisse und die fortlaufende Verkehrsbelastung erneut Schäden auftreten“, erklärt Heim weiter. So mussten die Löcher in der Bäckerstraße beispielsweise in diesem Jahr bereits drei- bis viermal nachgebessert werden.
Tägliche Streckenkontrollen
Wie sieht es auf den Landes-, Bundes- und Kreisstraßen aus? „Der Winter war ordentlich“, betont Anna Tietze Heinichen, Pressesprecherin der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Allerdings würde die Landesbehörde das ganze Jahr über tägliche Streckenkontrollen durchführen. „Die Kollegen haben dabei immer etwas Mischgut dabei und können die betroffenen Stellen direkt ausbessern“, sagt Tietze Heinichen. Sei eine Ausbesserung nicht möglich, würden Warnschilder aufgestellt, um die Gefahrenstelle zu markieren. Ob die Straßen dieses Jahr stärker betroffen sind als in den vergangenen Jahren, kann die Pressesprecherin nicht genau sagen. Konkrete Zahlen liegen nicht vor. Tietze Heinichen betont aber, dass die Straßen durch die tägliche Streckenkontrolle nicht so stark betroffen seien wie die Straßen im Stadtgebiet. „Ein Krater auf einer Bundesstraße ist weitaus gefährlicher als in der Stadt“, betont sie.
Trotzdem erklärt sie für die Landes-, Bundes- und Kreisstraßen: „Dieser Winter war eine Herausforderung für die Straßen. Alte Löcher sind wieder aufgerissen und neue sind hinzugekommen.“ Die Erfassung sei noch nicht komplett abgeschlossen, doch erwarte die Behörde „ordentliche Schäden und Flickmaßnahmen“.
Sanierungen im Frühjahr geplant
Sie erinnert an die Winkeltalbrücke bei Bad Lauterberg. Aufgrund starker Schäden durch Frost- und Tauwetter wird die Hauptfahrspur in Richtung Herzberg seit dem 12. Februar umfangreich saniert. Eine Sanierung auf gesamter Breite ist für das Frühjahr dieses Jahres vorgesehen.
Fast zwölf Millionen Euro
Goslarer Ratsmehrheit stockt Budget für Straßensanierungen auf
Ab Mitte März plant auch die Stadt Goslar, sofern das Wetter passt, dauerhafte Reparaturen mit Heißasphalt. „Sowohl der Betriebshof als auch der Fachdienst Tiefbau der Stadt Goslar über eine bereits beauftragte Fachfirma werden dann mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz sein“, erklärt Siegl. Zu den größeren Reparaturmaßnahmen, die als Nächstes umgesetzt werden sollen, zählen insbesondere der Einmündungsbereich der Robert-Koch-Straße in die Marienburger Straße, ein Teilbereich der Hildesheimer Straße am Kattenberg sowie Schadstellen in der Stapelner Straße und Okerstraße – so der Plan der Stadt.
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