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Sanierung von Sportstätten

GZ Plus IconOb mit oder ohne Fördergeld: Goslars Goldene Aue wird gemacht

Blick entlang eines Maschendrahtzauns auf einen roten Backsteinbau und ein modernes Gebäude unter bewölktem Himmel

Nachholbedarf: In Goslars Goldener Aue soll nach dem Schulzentrum bald auch der Sportplatz ein neues modernes Gesicht erhalten. Foto: Kleine (Archiv)

Eine eigene Prioritätenliste nur für Sportanlagen wird es im Landkreis nicht geben. Es zählt immer das Gesamtpaket mit der Schule. Die Goldene Aue ist fest eingeplant.

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Von Frank Heine
Montag, 02.03.2026, 04:00 Uhr
Ein Konzept nur für die kreiseigenen Sportstätten samt Prioritätenliste für deren Sanierungen? Wird es nicht geben. Die CDU-Kreistagsfraktion sieht ihren Antrag in dieser Sache als erledigt an, nachdem Erster Kreisrat Frank Dreßler den Fokus auf die Gesamtplanungen der Schulen gerückt hatte. Die Sanierung der Sportanlage der Goldenen Aue soll gleichwohl noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden – unabhängig davon, ob Fördergeld aus dem Bundesprogramm für kommunale Sportstätten fließt oder nicht.

Nach Aussage von Landkreis-Gebäudemanager Thomas Kruckow ist das Vorhaben brutto in den aktuellen Landkreis-Haushalt eingestellt. Denn wie wahrscheinlich ist es, dass Berlin die Goslarer Pläne bezuschusst? Das Programm ist mehrfach überzeichnet – das weiß die Stadt Goslar spätestens, seitdem sie wie berichtet ihre Begehrlichkeiten zur mehr als vier Millionen Euro teuren Sporthallen-Instandsetzung im Kulturmarktplatz für die Goetheschule angemeldet hat. Für die Zeit nach Ostern sind laut Kruckow erste Signale angekündigt, ob Geld für die Goldene Aue zu erwarten ist.

Demnächst Treffen mit der Stadt

Wie berichtet sind für die Modernisierung rund 860.000 Euro eingeplant. Bestenfalls fließen 300.000 Euro aus der Infrastrukturhilfe des Landes und 252.000 Euro aus dem Bundesprogramm. Mindestens 308.000 Euro muss der Landkreis ohnehin auf eigene Rechnung nehmen. Allerdings nur für jenen Bedarf, den die Schulen für sich äußern. Sollten Vereine oder andere Nutzer weitere Wünsche haben, muss mit den einzelnen Kommunen verhandelt werden, wie weit sie sich finanziell einbringen wollen. Mit der Stadt Goslar will sich der Landkreis demnächst zusammensetzen.

Kreisrat Dreßler machte im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport in der Vorwoche noch einmal deutlich, dass es einen Beschluss zu Schulen und ihren Außensportanlagen bereits seit Juni 2024 gibt. Demnach priorisiert die Kreisverwaltung in einer systematischen Bedarfserhebung die Investitionswünsche der 21 kreiseigenen Schulen insgesamt für ihre Gebäude und Sporteinrichtungen. Mit den Schulleitungen gibt es etablierte Quartalsgespräche – plus jährliche Haushaltsbereisungen. Kriterien sind etwa bauliche Dringlichkeit, Sicherheits- und Rechtsvorgaben und pädagogischer Mehrwert, aber auch eine Verteilungsgerechtigkeit in der Fläche. Es sei gängige Praxis, bei den Planungen den Sportstättenfachberater des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung ebenso einzubeziehen wie Vereine und Verwaltungen der entsprechenden Kommune. Eine kostenlose Mitnutzung der Schulsportanlagen inklusive der Hallen sei Usus. Diese indirekte Sportförderung lässt sich laut Dreßler auf einen Gegenwert von rund 1,6 Millionen Euro beziffern.

20 Hallen und zehn Sportplätze

In einer Liste weist der Landkreis die Sporthallen und Außenanlagen in seinem Besitz aus. Von den 20 Hallen haben sechs kleinere Ausmaße (am Goslarer Ratsgymnasium, in Vienenburg, zweimal in Seesen, in Clausthal-Zellerfeld und in Bad Harzburg). In Seesen gibt es zudem eine reine Gymnastikhalle. Große Hallen sind jeweils zwei an der Goldenen Aue in Goslar, in Bad Harzburg und in Clausthal-Zellerfeld sowie jeweils eine an der BBS Am Stadtgarten, in Oker, Langelsheim, Seesen, und Braunlage zu finden – sowie eine geschlossene Halle in Liebenburg, die auf ihre Sanierung wartet, und eine frischsanierte in Vienenburg. Zehn Außenanlagen hat der Kreis im Portfolio, nur zwei – in der Goldenen Aue und in Vienenburg – haben eine 400-Meter-Rundlaufbahn.

Wie sich Vereine einbringen können, zeigen die noch jungen „Boule-Freunde Goslar“. Ihnen stellt der Landkreis wie berichtet ein neues Dauerarreal östlich der Sporthallen in der Goldenen Aue zur Verfügung. Herrichtung und Ausbau der Bahnen, die mit rund 25.000 Euro beziffert werden, fallen in die Verantwortung des Vereins. Bislang spielen die Aktiven auf dem alten Sportplatz, auf dem mit ehrenamtlichem Engagement 16 Bahnen entstanden sind. Wegen der grundlegenden Sanierung, die für die nächsten Jahre geplant ist, ist eine dauerhafte Lösung erforderlich.

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