Kahl-Schlag und Schwerdtner-Schelte im Goslarer Rat
Urte Schwerdtner verpflichtet Dieter Wolff Foto: Heine
Moment mal: Was passiert denn da Personelles im Goslarer Rat? GZ-Redakteur Frank Heine wundert sich nicht nur über Kahl-Schläge und angekündigte OB-Ordnungsgelder.
Goslar. Kurze Tagesordnung, hoher Redebedarf, viel zum Personal und eine Oberbürgermeisterin, die lieber heimlich sauer ist: Der Rat hatte in seiner ersten Sitzung des Jahres am Dienstagabend zwei Stunden lang nicht nur einen Kahl-Schlag zu bieten, sondern auch Schelte von Urte Schwerdtner für vermeintlich redselige Politiker. Da waren die Kameras aber schon aus und die GZ von der Ratsdiele verschwunden.
Duo hier, Duo da
Aber der Reihe nach: Dieter Wolff nahm bei der FDP den Sitz an der (linken) Seite seines Firmenseniorchefs Christian Rehse ein. Das Jerstedter Duo von der Firma Hinrichs war diesmal fast so spät dran wie früher der abgemusterte Ratsherr Stephan Kahl, erreichte den Saal aber noch, knapp bevor Vorsitzender Manfred Dieber zum Start läutete. Bei der SPD hatten da schon ein lädiertes Duo Platz genommen. Bürgermeisterin Renate Lucksch hatte den rechten Fuß in einer Schiene, Kommunalpräventionsratsvorsitzende (welch ein Titel) Dr. Christine Rose den linken Arm in der Schlinge.
Erster Stadtrat, zweite Reihe
Bei der Verwaltung fehlte der erkrankte Erste Stadtrat Dirk Becker als Ausputzer, so dass an diesem Abend hin und wieder auch die zweite Reihe ans Mikro musste. Thomas Malnati als oberster Bauchef und Gebäudemanager Oliver Heinrich hatten mehr Sprechanteile als sonst. Apropos Malnati: Seit der bis dato jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses sind die Geschäftsbereichsleiter ihre Kommissar-Titel los. Sven Busse und Oliver Kasties sind jetzt offiziell bestätigt, die frühere Kulturchefin Marleen Mützlaff ist noch Kommissarin beim Fachdienst Kultureinrichtungen und wissenschaftliche Dienste. Die Verwaltungsreform lässt grüßen.
Wolff im Schafspelz
Wo lagen die Zeitfresser? Novize Wolff legte (s)einen Schafspelz an und hakte beim Bauturbo arglos zu Kinkerlitzchen nach, die im Fachausschuss richtig(er) aufgehoben sind. Henning Wehrmann (Bürgerliste) streute hier Zweifel an Statik und Altlasten-Untergrund bei der Halle im Kulturmarktplatz ein, wo die Goetheschüler irgendwann Sport treiben sollen. Dort erinnerte er an 34 gefällte Bäume, die die Bahn für ihre sanierte Mauer opferte. Andererseits sei sie nicht in der Lage vollständige Unterlagen für Abrechnungen vorzulegen.
Ordnungsgeld? Wem’s gefällt
Kurz vorher hatte der Rat eine viertelstündige Pause eingelegt, damit der Verwaltungsausschuss ohne Öffentlichkeit über die an die Bahn zu zahlenden Millionen reden konnte. Fazit: Klagen – vor Gericht und vor Ärger – habe wenig Sinn. Ob das schon Geheimnisverrat war? Später im nicht öffentlichen Teil der Ratsitzung holte die frühere Richterin Schwerdtner, die früher in der Tagesordnung noch zurückgezuckt hatte, metaphorisch gesehen die Robe raus und drohte mit einem Ordnungsgeld, wenn wieder so viel aus diesen Runden geredet wird. Der gekündigte Rammelsberg-Betriebsrat hatte wohl quer im OB-Magen gesessen. Hat jedenfalls richtig gut geklappt. Aber ein Versuch war es sicherlich wert.
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