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Rat entscheidet Anfang Oktober

GZ Plus IconDer Özdemir-Market zieht um, ein Indoor-Spielplatz soll kommen

Viel ungenutzter Platz an bestens sichtbarer Stelle: Seit Dezember 2019 steht das riesige Areal an der Okerstraße nach dem Toom-Auszug leer.

Viel ungenutzter Platz an bestens sichtbarer Stelle: Seit Dezember 2019 steht das riesige Areal an der Okerstraße nach dem Toom-Auszug leer.

Nachdem die Braunschweiger Sorgen von Regionalverband und IHK gutachterlich zerstreut sind, rüstet sich der Özdemir-Market für den Umzug aufs lange leerstehende Toom-Areal. In dem Gebäude soll zudem ein Indoor-Spielplatz entstehen.

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Von Frank Heine
Freitag, 23.08.2024, 10:00 Uhr

Goslar. Jetzt könnte alles ziemlich schnell gehen: Nachdem Braunschweiger Bedenken des Regionalverbandes und der Industrie- und Handelskammer ausgeräumt sind, stehen eigentlich alle Goslarer Zeichen auf Grün. Die beiden Geschäftsleute Aligül Özdemir und Muhammed Ali Celik wollen den alten Toom-Baumarkt wie berichtet neu beleben. Lebensmittelhändler Özdemir, indem er mit seinem Einkaufsmarkt die Seite der Okerstraße wechselt und sich dort vergrößert. Autohändler Celik, indem er vorrangig einen Indoor-Spielplatz bauen will.

Vorbereitungen auf den Umzug: Wer genau hinschaut, sieht schon ein bisschen Özdemir-Market.

Vorbereitungen auf den Umzug: Wer genau hinschaut, sieht schon ein bisschen Özdemir-Market. Foto: Heine

So sagen es nicht nur Özdemir selbst und Goslars Erster Stadtrat Dirk Becker. So steht es auch in der Vorlage für die politischen Gremien, von denen sich zuerst der Bauausschuss am nächsten Donnerstag um 17 Uhr im Rammelsberghaus mit dem entsprechenden Bebauungsplan für den Odermarkplatz beschäftigt. Am 1. Oktober entscheidet der Rat endgültig. Eigentlich hatte es noch schneller laufen sollen. Und können. Als die Pläne auslagen, hatten aber IHK und Regionalverband vorgetragen, dass der Özdemir-Market, wenngleich selbst nicht großflächig, zusammen mit anderen Einzelhändlern im Umfeld eine Ballung (ein Aldi liegt gegenüber, ein Action-Markt auf der anderen Staßenseite) mit negativen Auswirkungen auf den zentralen Versorgungsbereich der Innenstadt bilden könnte. Nur weil ein – zugestanden vergrößerter – Markt die Straßenseite wechselt? Die Zweifel zerstreuten die Investoren mit einer Studie, die das „Büro Stadt+Handel“ erstellte.
Lange geschlossen, bald wieder offen: Das Tor zum früheren Toom-Parkplatz macht den Weg zum Standort frei.

Lange geschlossen, bald wieder offen: Das Tor zum früheren Toom-Parkplatz macht den Weg zum Standort frei. Foto: Heine

Exponierte Lage

Aus der Öffentlichkeit kamen indes in erster und zweiter Auslegung keine Bedenken. Kein Wunder also, dass sich auch Wirtschaftsförderer Becker freut, dass endlich ein Leerstand in exponierter Lage beseitigt wird. Seit dem Toom-Auszug im Dezember 2019 ist das riesige Areal ungenutzt – samt Parkplatz. Und er freut sich auch für Händler Özdemir, der jetzt die Chance habe, an einem deutlich attraktiveren Standort besser gesehen und leichter angesteuert zu werden. Und einen Indoor-Spielplatz habe Goslar auch noch nicht. Wie lange es von Ratsbeschluss bis Öffnung noch dauert, hängt laut Becker am Ende von verschiedenen Faktoren ab. Etwa, ob Özdemir seinen Bauantrag schon eingereicht habe.

Der alte Markt ist zu klein geworden: Kaufmann Aligül Özdemir (re.) will seine Verkaufsfläche im früheren Toom-Markt mehr als verdoppeln.

Der alte Markt ist zu klein geworden: Kaufmann Aligül Özdemir (re.) will seine Verkaufsfläche im früheren Toom-Markt mehr als verdoppeln. Foto: Sowa (Archiv)

Warten auf das Go

Das hat der Mann, der 1997 nach Deutschland gekommen ist und seinen Markt 2002 noch an der Okerstraße 13 übernommen hatte. 2013 erfolgte ein erster Umzug an Okerstraße 26. Jetzt hofft er, dass er den Umzug vielleicht sogar innerhalb von drei Wochen über die Bühne bringt: „Wir warten nur noch auf die Genehmigung.“ Aktuell verfügt sein Markt über 320 Quadratmeter Verkaufsfläche. Sie soll im Erdgeschoss des Ex-Tooms auf 799 Quadratmeter anwachsen, die noch unterhalb der Schwelle zur Großflächigkeit liegen. Im Vorjahr, als er seine Pläne vorstellte, sprach Özdemir von einem Team aus acht Voll- und Teilzeitkräften. Schon damals suchte er Verstärkung von fünf weiteren Mitarbeitern für seine Umzugspläne.

Tradition in Goslar: Der Özdemir-Market braucht für die Zukunft mehr Platz.

Tradition in Goslar: Der Özdemir-Market braucht für die Zukunft mehr Platz. Foto: Sowa (Archiv)

Im Juni 2023 gekauft

Özdemirs Partner Celik, so sagt er, plane vier bis sechs Monate für den Bau seiner Indoor-Angebote ein. Für alle weiteren Ideen und Vorhaben sei noch Zeit. Am Anfang diene die Fläche wohl auch als Lager. Die Verwaltungsvorlage sieht noch ein Restaurant, einen Friseursalon sowie Einrichtungen und Betriebe aus den Bereichen Sport, Gesundheit, Kirche und Soziales vor. Özdemir und Celik hatten nach einem Tipp aus der städtischen Wirtschaftsförderung eine Immobiliengesellschaft gegründet, um das Gelände zu entwickeln. Im Juni 2023 erwarben sie das Gelände.

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