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Tagungen in Goslar sind Vergangenheit

GZ Plus IconSeesener Bungert hört in Niedersachsens Direktoren-Vorstand auf

Vier Personen in formeller Kleidung stehen in einem Innenraum mit weiteren Personen im Hintergrund

Das waren noch Zeiten: Niedersachsens Gymnasialdirektoren tagen über Jahre hinweg im Hotel „Der Achtermann“. Die Aufnahme aus dem Jahr 2017 zeigt den damaligen Vorsitzenden Dr. Wolfgang Schimpf mit seinem Vize Stefan Bungert (r.), Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und den Referenten Christoph Türcke (2.v.r.). Foto: Heine (Archiv)

Genau wie die Philologen kommen auch Niedersachsens Direktoren nicht mehr zu ihrer Jahrestagung nach Goslar. Der Seesener Stefan Bungert hört als Vize im Vorstand auf.

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Von Frank Heine
Donnerstag, 19.03.2026, 04:00 Uhr
Er gehörte zwölf Jahre zur Stammbesetzung im Vorstand, jetzt hat Stefan Bungert (63), Direktor des Seesener Jacobson-Gymnasiums, in der Vorwoche seinen Abschied als Vize der Niedersächsischen Direktorenvereinigung genommen. Und zwar nicht in Goslar, wo die Leiter der Gymnasien und Studienseminare im Land über Jahre hinweg tagten, sondern im Hotel „Remarque“ in Bungerts Geburtsstadt Osnabrück – was aber wohl eher Zufall als Plan war.

Neuer Vize aus Braunschweig

Zu Bungerts Nachfolger wählten die Delegierten mit Matthias Schröder den Leiter des Braunschweiger Lessinggymnasiums. Vorsitzende bleibt Gabriele Diedrich vom Herzog-Ernst-Gymnasium in Uelzen. Den Abschied vom nahen Tagungsort Goslar bedauert Bungert nach wie vor. Im März 2023 begrüßten die Direktoren dort noch Kultusministerin Julia Hamburg als Gast. Dass die Ressortchefs bei den Direktoren vorbeischauen und hören, was sie auf dem Herzen haben, gehört lange zum Pflichtprogramm. Diese Goslar-Besuche waren auch an der Tagesordnung, als der Philologenverband die Welterbestadt zum Daueraustragungsort auserkoren hatte und nach dem Verkehrsgerichtstag Goslars zweitgrößtes Tagungsgeschäft markierte. Inzwischen hat sich der rund 8000 Mitglieder zählende Lehrerverband bereits zweimal in Bremerhaven getroffen. In diesem Herbst ist nach Auskunft von Sprecherin Carla Hermelingmeier Celle das Ziel.

Überbordende Bürokratie

Bei den rund 200 Direktoren, die der Vereinigung aktiv angehören, ging es in Osnabrück am 10./11. März um Positionierungen gegen eine überbordende Bürokratie an den Schulen, eine Überlastung im Bereich des Datenschutzes, für die Schulen nicht unwichtige Detailfragen zur Ausstattung der Schüler mit digitalen Endgeräten und die Reform der gymnasialen Oberstufe. Bungert erklärte seinen Schritt mit dem Entschluss, nach außen bereits kürzertreten zu wollen.
Zwei Personen in formeller Kleidung stehen vor einer Bühne mit einem Tisch, der mit einer Europaflagge bedeckt ist, eine Person hält einen Blumenstrauß

In Seesen führt Direktor Stefan Bungert weiterhin das Jacobson-Gymnasium. Seit Februar 2023 ist Sylke Besser aus Hahausen seine Vize, die vom Goslarer Ratsgymnasium zurück in die Sehusa-Stadt wechselte. Foto: Heine (Archiv)

In Seesen ist er als Direktor des Jacobson-Gymnasiums eine Institution. Seit 1992 ist er an der Schule, rückte 1999 zum Stellvertreter auf und führte das Gymnasium zwei Jahre lang kommissarisch, ehe er im Oktober 2007 offiziell als Schulleiter bestellt wurde. Heißt: Im nächsten Sommer macht er zwei Jahrzehnte in dieser Funktion voll. Seit Februar 2023 ist Sylke Besser seine ständige Vertreterin. Die Hahausenerin kehrte nach einem fünfeinhalbjährigen Intermezzo in der Leitung des Goslarer Ratsgymnasiums im Februar 2023 an ihre alte Schule zurück, wo sie 1992 ihr Abitur gemacht und 2003 als Lehrerin für Mathematik und Französisch angefangen hatte.

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