Zähl Pixel
Politik trifft Entscheidungen

GZ Plus IconHarzburg: Neues Wohngebiet rückt näher, alter Bebauungsplan fällt

Ein Werbeschild steht bereits: Noch in diesem Jahr soll die Erschließung des Neubaugebiets „Auf der Heide“ beginnen.

Ein Werbeschild steht bereits: Noch in diesem Jahr soll die Erschließung des Neubaugebiets „Auf der Heide“ beginnen. Foto: Schlegel

Neue Bauplätze an der Westeroder Straße, dazu das Aus für einen Plan aus dem Jahr 1960: Der Bad Harzburger Stadtplanungsausschuss hat jetzt Weichen gestellt.

author
Von Christoph Exner
Samstag, 14.02.2026, 04:00 Uhr

Bad Harzburg. Einstimmig hat der Stadtplanungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag Beschlussempfehlungen zu zwei Wohngebieten gefasst. Das eine existiert bislang erst auf dem Papier, das andere gibt es bereits seit mehreren Jahrzehnten.

„Auf der Heide“

Bad Harzburg wird schon bald ein weiteres Stück wachsen. Die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) möchte noch in diesem Jahr mit der Erschließung des geplanten Neubaugebiets „Auf der Heide“ an der Westeroder Straße zwischen Carl-Goerdeler-Ring und Friedhof Bündheim beginnen. Das wurde während der Sitzung am Dienstag bekannt gemacht. Zuvor allerdings muss der im Zuge des Vorhabens aufgestellte Bebauungsplan ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt werden.

Begonnen wurde die Planung für das Neubaugebiet aus politischer Sicht mit einem Aufstellungsbeschluss im September 2022. Platz bieten soll es, so hieß es damals, rund 27 Grundstücken zu jeweils 700 Quadratmetern. Weiterhin ist ein Regenrückhaltebecken geplant. Durch die Bebauung der bisherigen Ackerfläche wird eine Baulücke geschlossen, es handelt sich gewissermaßen um eine Erweiterung des Carl-Goerdeler-Rings. Und es muss nicht unbedingt die letzte gewesen sein.

Im Zuge der Erschließung sind auch zwei Stichstraßen geplant, die in östlicher Richtung in einem Wendehammer enden. Von dort aus könnte theoretisch eines Tages eine weitere Baufläche in Richtung der Bundesstraße 4 erschlossen werden. Das sei zwar derzeit nicht geplant, man wolle und sollte sich diese Möglichkeit aber nicht von Vorneherein verbauen, begründete Bürgermeister Ralf Abrahms.

Zuletzt waren die Planunterlagen für das Neubaugebiet vergangenen Sommer öffentlich ausgelegt worden. Dabei hatte es Einwände gegeben, unter anderem von Seite des Landkreises Goslar. Kritischster Punkt: Im Rahmen der Kartierung von Brutvögeln habe es laut Umweltbericht zu wenige Begehungen der Fläche gegeben, schreibt die Behörde. Diesen Hinweis habe man bei der Stadt zur Kenntnis genommen und wolle in diesem Jahr Nachkartierungen vornehmen lassen, erklärte während der Ausschusssitzung Stadtplanerin Marie Scholz. Zudem sei eine Ausgleichsmaßnahme auf einem Acker bei Westerode vorgesehen.

Bad Harzburgs Politiker erinnerten während der Beratung im Ausschuss noch einmal an ihre Wünsche für das Neubaugebiet. Schon zu Beginn der Planungen 2022 hatten sie darauf hingewiesen, dass dieses auch zu Fuß sicher zu erreichen sein muss. Die Erschließung erfolgt schließlich über die viel befahrene Westeroder Straße und in dem entsprechenden Bereich existiert bislang kein Fußweg. Eine Querungshilfe, das steht mittlerweile fest, könne jedenfalls schon mal nicht gebaut werden, da für diese in Höhe der geplanten Erschließungsstraße kein Platz sei, erklärte Stadtplanerin Scholz. Ob möglicherweise ein Zebrastreifen eine Alternative sein könnte, werde derzeit geprüft.

„Am Sportplatz Waldhöhe“

Komplettes Gegenteil im Osten der Stadt: Hier soll ein Bebauungsplan nicht neu aufgestellt, sondern aufgehoben werden. Das Dokument mit dem Namen „Am Sportplatz Waldhöhe“ war im Jahr 1960 in Kraft getreten. Zudem war eine Satzung erlassen worden, um bestimmte Anforderungen an die äußere Gestaltung der Gebäude und Grundstücke durchzusetzen. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasste ursprünglich einen großen Teil des Ostviertels, darunter auch den Sportplatz selbst. Für den wurde später ein eigener Plan aufgestellt, als auf der Fläche ein Seniorenheim entstehen sollte, woraus aber bekanntlich nichts wurde. Gleiches passierte im Laufe der Jahre auch mit weiteren Teilbereichen.

Laut Stadt ist der übrig gebliebene Geltungsbereich mittlerweile überwiegend bebaut. Für einzelne Grundstücke seien in der Vergangenheit bereits Ausnahmegenehmigungen bei der Gestaltung erteilt worden, eine Änderung beziehungsweise Aufhebung des Plans habe deshalb schon länger im Raum gestanden. Bei möglichen künftigen Neubauten müssen übrigens auch ohne Bebauungsplan noch bestimmte Regeln eingehalten werden: Laut Baugesetz müssen sich diese nämlich auch weiterhin noch optisch in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region