Die Goslarer Disco „Nachtschicht“ schließt jetzt für immer
Das "Dejavu" (ehemals: "Nachtschicht") in der Baßgeige ist seit Anfang 2026 geschlossen. Foto: Roß
Die „Nachtschicht“ und ihr Nachfolger „Dejavu“ schließen endgültig und für immer. Beim Flohmarkt gibt es Erinnerungsstücke an Partynächte in der Baßgeige.
Goslar. Es ist die letzte Möglichkeit, noch einmal einen Fuß in die ehemalige Discothek „Nachtschicht“ zu setzen, die seit gut einem Jahr „Dejavu“ heißt. Zum Jahreswechsel hat die Eventlocation bereits den Betrieb vollends eingestellt, nun beendet ein Flohmarkt am Sonntag endgültig ein großes Kapitel des Goslarer Nachtlebens.
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Von 11 bis 16 Uhr geht am 11. Januar in der ehemaligen Disco in der Baßgeige alles über den Ladentisch, was nicht niet- und nagelfest ist: Deko, Mobiliar, Gläser, Becher, Bar-Zubehör, Technik- und Veranstaltungsequipment sowie viele weitere Artikel rund um Disco- und Partyevents. Die Verantwortlichen teilen mit, dass die potenziellen Käufer eigenes Verpackungsmaterial wie Kartons, Kisten oder Folie mitbringen müssen.
Der Clubbetrieb endet schon 2025
Bereits Mitte Dezember hatten Betreiber Salvatore Sapiente und Geschäftsführerin Sonja Bröckling angekündigt, die Türen der ehemaligen Großraumdisco endgültig schließen zu wollen.
Der Clubbetrieb ruhte schon ein Jahr länger. Unter dem Namen „Dejavu“ konzentrierte sich das Team ab 2025 auf Privatfeiern, Konzerte oder Ü-Partys von Drittanbietern. Der erwünschte Aufschwung blieb jedoch aus.
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Von dem Knacks, den die Nachtschicht während der Corona-Pandemie bekommen hatte, sollte sie sich nie wieder erholen. Volle zwei Jahre war die letzte Großraumdisco im Landkreis dicht. Im November 2020 musste Sapiente für seine anderen Betriebe in Nürnberg und Bremerhaven Insolvenz anmelden, in Goslar hielt er durch. Anfang April 2022 gingen die Tore wieder auf. Und die Menschen, die so lange auf gemeinsames Feiern und Tanzen verzichtet hatten, kamen in Strömen. Doch die Feierlaune hielt nicht allzu lange an. Fast wie aus einer anderen Welt wirken da die Bilder aus der Eröffnungszeit. Am ersten Nachtschicht-Abend am 1. März 2007 – einem Donnerstag – drängten sich rund 1400 Gäste auf die rund 1200 Quadratmeter.
Intensive Jahre voller Emotionen
Trotzdem schauen Sapiente und Bröckling nicht mit Gram auf die aktuelle Situation: „Wir blicken mit einem weinenden Auge zurück, aber auch mit Stolz. Es waren schöne Jahre. Intensive Jahre. Jahre voller Emotionen, Musik und Gemeinschaft. Diese Erinnerungen nimmt uns niemand.“
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Bröckling betont noch einmal, dass man den treuen Besuchern dankbar sei, die an Heiligabend und auch zur allerletzten Abschlussparty am 27. Dezember noch einmal zum Feiern in der Disco waren. Von ihnen werden sicher auch viele beim Flohmarkt vorbeischauen, um sich ein paar Erinnerungsstücke aus der „Nachtschicht“ zu bewahren.
Die Eventlocation in der Baßgeige wird auch der Landkreis vermissen. Der wollte nämlich das „Dejavu“ für seine nächste Berufsstartermesse buchen. „Wir haben für das neue Messekonzept noch keine alternative Lösung. Wir stimmen uns gegenwärtig dazu mit unseren Partnern ab“, erklärt Kreissprecher Maximilian Strache.
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