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Verletzt zu Fuß geflüchtet

GZ Plus IconPolizei sucht blutenden Biker mit Drohnen und Hubschrauber

Bis in die frühen Morgenstunden hinein suchen die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr den geflüchteten Motorradfahrer.

Bis in die frühen Morgenstunden hinein suchen die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr den geflüchteten Motorradfahrer. Foto: Feuerwehr

Eine große Suchaktion beschäftigte am Donnerstagabend die Polizei in St. Andreasberg. Bis in die frühen Morgenstunden wollten sie mit Drohnen und Hubschrauber einen verletzten und blutenden Motorradfahrer finden, der zu Fuß in den Wald geflohen war.

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Von Michael Eggers
Freitag, 15.08.2025, 12:49 Uhr

St. Andreasberg. Mit Wärmebildkameras, Drohnen und einem Hubschrauber hat ein Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei in der Nacht zu Freitag fieberhaft nach einem verletzten Motorradfahrer bei St. Andreasberg gesucht. Am Freitagmorgen stellte sich der 45-jährige St. Andreasberger schließlich den Beamten, wie die Polizei mitteilt.

Bei dem Unfall ist auch Öl ausgelaufen, das von den Feuerwehrleuten aufgenommen worden ist.

Bei dem Unfall ist auch Öl ausgelaufen, das von den Feuerwehrleuten aufgenommen worden ist. Foto: Feuerwehr

Der Mann war gegen 20 Uhr am Donnerstag mit einem Motorrad von St. Andreasberg in Richtung Sonnenberg unterwegs. Im Bereich der Jordanshöhe geriet er aus noch ungeklärter Ursache ins Schleudern, fuhr einen Leitpfahl um und landete verletzt im Straßengraben. Anschließend ließ er das Motorrad stehen und flüchtete, berichtete die Polizei auf Anfrage.

Aus der Luft

„Weil wir Blut an der Unfallstelle sahen, vermuteten wir zunächst einen Schock“, erklärten die Beamten weiter, die daraufhin unter anderem die Feuerwehren aus St. Andreasberg, Braunlage, Bad Lauterberg, Bad Harzburg und Goslar sowie einen Polizeihubschrauber für die Suche nach dem verletzten Motorradfahrer anforderten. Dabei hatten die Wehren ihre Drohnen mit Wärmebildkamera mitgebracht, mit denen ebenfalls aus der Luft nach dem Verletzten gesucht worden ist.

Während der Reinigungarbeiten haben die Einsatzkräfte die Landstraße nach Sonnenberg voll gesperrt.

Während der Reinigungarbeiten haben die Einsatzkräfte die Landstraße nach Sonnenberg voll gesperrt. Foto: Feuerwehr

Ein Teil der Feuerwehrleute nahm zudem das Öl und Benzin auf, das bei dem Unfall auf die Fahrbahn geraten war. Während der Reinigung der Straße und der Suche war die Landstraße in diesem Bereich voll gesperrt. Der Verkehr musste weiträumig über Braunlage, Torfhaus und Altenau umgeleitet werden.
Der 45-Jährige aus St. Andreasberg lässt sein Motorrad am Straßenrand stehen und flüchtet.

Der 45-Jährige aus St. Andreasberg lässt sein Motorrad am Straßenrand stehen und flüchtet. Foto: Feuerwehr

Weil das Motorrad kein Kennzeichen hatte, kam auch der Verdacht auf, dass es sich um das Bike des Mannes handelte, der sich am Sonntagnachmittag eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei durch Altenau lieferte (die GZ berichtete). Dieser Biker ignorierte Blaulicht und Martinshorn, schrammte knapp an Fahrzeugen vorbei und zwang ein entgegenkommendes Motorrad zu einem Ausweichmanöver. Doch der Verdacht bestätigte sich nicht. Nachdem der 45-Jährige sich stellte, war klar, dass er nicht der rasende Motorradfahrer war, wie die Beamten unterstrichen.

Ohne Führerschein

Bis 1 Uhr in der frühen Morgenstunde suchten die Polizisten und Feuerwehrleute nach dem Vermissten. „Dann haben wir die Aktion erst einmal abgebrochen“, heißt es. Doch die Beamten hatten nach ersten Recherchen den 45-Jährigen bereits in Verdacht und observierten sein Haus. Der St. Andreasberger tauchte aber erst einmal nicht auf.

Bei der Suche nach dem verletzten Motorradfahrer setzen die Einsatzkräfte auch Drohnen ein, deren Flug sie per Monitor vom Feuerwehrwagen aus verfolgen.

Bei der Suche nach dem verletzten Motorradfahrer setzen die Einsatzkräfte auch Drohnen ein, deren Flug sie per Monitor vom Feuerwehrwagen aus verfolgen. Foto: Feuerwehr

Am Morgen ging der Verdächtige dann zur Dienststelle der Polizei ins Kurhaus St. Andreasberg und stellte sich. Dabei kam unter anderem heraus, dass er keinen Führerschein besitzt, das Motorrad nicht versichert ist und das Kennzeichen fehlte ja bekanntlich auch. Er räumte die Taten ein, auf ihn wartet nun ein Verfahren wegen Fahren ohne Führerscheins, Fahren ohne Versicherungsschutz, Fahren ohne Kennzeichen und Unfallflucht. Bei dem Unfall wurde er nach Polizeiangaben übrigens nur leicht verletzt.

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