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Lehrschwimmbecken und Hausmeisterhaus

GZ Plus IconBagger startet mit dem Abriss an der Okeraner Mehrzweckhalle

Einmal lüften, bitte: Baggerführer Michael Grüling hebt das Dach der Mehrzweckhalle schon einmal probeweise an.

Einmal lüften, bitte: Baggerführer Michael Grüling hebt das Dach der Mehrzweckhalle schon einmal probeweise an. Foto: Heine

Jetzt ist auch das schwere Gerät angerückt: An der Okeraner Mehrzweckhalle hat der Abrissbagger am Dienstag seine Arbeit aufgenommen. In den nächsten Tagen sollen dort die frühere Hausmeisterwohnung und das Lehrschwimmbecken verschwinden.

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Von Frank Heine
Dienstag, 11.03.2025, 18:00 Uhr

Oker. Kurz nach 10 Uhr setzt Michael Grüling am Dienstag das erste Mal den riesigen Sortiergreifer seines mächtigen Abrissbaggers probeweise an das Dach der Mehrzweckhalle und hebt es wie zum Lüften ein wenig in die Höhe. So, als wollte er sich noch einmal vergewissern, ob das früher so heiß geliebte und so heiß umkämpfte, aber schon vor Jahrzehnten stillgelegte Lehrschwimmbecken und die noch ein paar Jahre länger im Heißbetrieb gefahrene Sauna wirklich noch da sind.

Einmal auf den Baustart im April 2024 zurückgeschaut: Die Sportler-Silhouetten, die an der Schwimmbadwand grüßen, sollen später an der Fassade einen Platz finden.

Einmal auf den Baustart im April 2024 zurückgeschaut: Die Sportler-Silhouetten, die an der Schwimmbadwand grüßen, sollen später an der Fassade einen Platz finden. Foto: Heine (Archiv)

Dieser Teil des Gebäudes, der nach dem Aus fürs Schwimmen gern sachfremd als Lager für Stühle und anderes Mobiliar – zuletzt auch für Bauschutt – genutzt wurde, ist an diesem Tag noch nicht zum Abriss freigegeben. Mit ihrem auf 40 Tonnen ausgelegten Gesamteinsatzgewicht bekommt die Maschine jetzt noch mit Sortierarbeiten und Fassadenplatten zu tun, ehe zunächst das skelettierte Hausmeisterdomizil an der Reihe ist. In Oker verschwinden in diesen Tagen nicht nur Steine, sondern auch viele, viele Erinnerungen. Die gute Nachricht: Auf der Baustelle geht es jetzt endlich deutlich sichtbar voran.
Hier wird saniert: Die fensterlose Halle wird nicht komplett abgerissen, sondern in großen Teilen saniert.

Hier wird saniert: Die fensterlose Halle wird nicht komplett abgerissen, sondern in großen Teilen saniert. Foto: Heine

Beginn des Abrisses der Mehrzweckhalle Oker

Beginn des Abrisses der Mehrzweckhalle Oker.

Rohbau vor der Vergabe

Bis in die nächste Woche hinein hat der Bagger hier mindestens zu tun. Nach Auskunft von Objektmanagerin Anna-Lisa Lignow vom Goslarer Gebäudemanagement (GGM) steht jetzt unmittelbar auch die Vergabe für die Rohbauarbeiten an. Er könnte im April starten, hatte GGM-Vize Daniel Gintaut erst Mitte Februar im Betriebsausschuss erklärt. Eine Inbetriebnahme der Halle im Herbst 2026 scheint deshalb realistisch.

Von hintenrum hineingeschaut: Die sportliche Spielfläche präsentiert sich derzeit ohne Glasflächen – nach einer Seite quasi nicht ganz dicht.

Von hintenrum hineingeschaut: Die sportliche Spielfläche präsentiert sich derzeit ohne Glasflächen – nach einer Seite quasi nicht ganz dicht. Foto: Heine

Bei der Mehrzweckhalle, deren Sanierung seit April des Vorjahres läuft, sind nach ursprünglicher Planung knapp 9,26 Millionen Euro für ein runderneuertes Schmuckstück mit neuem Anbau vorgesehen. Sie sollte eigentlich im vierten Quartal 2025 an den Start gehen. Diese Pläne sind aber wie berichtet längst obsolet, weil bei der Schadstoffsanierung Asbest unter anderem in der Dachpappe über dem Schwimmbad gefunden wurde.

Sortierte Schuttberge liegen auf dem Areal und warten auf ihren Abtransport.

Sortierte Schuttberge liegen auf dem Areal und warten auf ihren Abtransport. Foto: Heine

Zur Erinnerung: Der Bauantrag für die Halle ging einst im Juli 1967 raus. Es folgten die Ausschreibungen. Weil jedoch der Winter 1968/69 den nördlichen Harzrand fest im Würgegriff hatte, konnten die Bauarbeiter erst im Frühjahr 1969 loslegen. Und als die Stahlträger fürs Dach fast sechs Monate auf sich warten ließen, dauert es am Ende bis zum 12. Februar 1971, dass die Halle offiziell in Betrieb gehen konnte.

Am Nachmittag ist die frühere Hausmeisterwohnung schon fast verschwunden.

Am Nachmittag ist die frühere Hausmeisterwohnung schon fast verschwunden. Foto: Heine

Führungen auf der Baustelle

Der Fortlauf der Arbeiten ist übrigens kein Geheimnis. Im Gegenteil: Wenn sich die Stadt Goslar und das GGM am 10. Mai am Tag der Städtebauförderung beteiligen, gibt es auch wieder Führungen über die Okeraner Baustelle, verrät Lignow – wer sich diesen Termin im Kalender schon einmal rot anstreichen mag. Keine Frage: Oker hat sich für die nächsten Wochen und Monate unglaublich viel vorgenommen, was das bauliche Werden an der Wolfenbütteler Straße angeht. Wie berichtet existieren ab Sommer 2025 gleich zwei Großbaustellen nebeneinander, wenn die Vorbereitungen für den Anbau der Grundschule starten und die Container auf den Parkplatz auf der anderen Straßenseite versetzt werden. Das inklusive Ausstattung fast zehn Millionen Euro teure Vorhaben soll wie berichtet zwischen Anfang Februar und Mitte Mai 2026 in Modulbauweise in die Höhe schießen.
Vor dem Start: Der 40-Tonnen-Bagger parkt auf einem Schuttberg zwischen Mehrzweckhalle und Hausmeisterwohnung.

Vor dem Start: Der 40-Tonnen-Bagger parkt auf einem Schuttberg zwischen Mehrzweckhalle und Hausmeisterwohnung. Foto: Heine

Blick nach Hahndorf

Was tut sich bei der zweiten millionenschweren Mehrzweckhalle auf Goslarer Stadtgebiet? In Hahndorf steht die neue Halle eigentlich betriebsbereit. Es fehlen aber weiterhin Küche und Mobiliar. Nach Auskunft von Stadtsprecherin Daniela Siegl ist deshalb noch kein offizieller Termin für eine Feier zum Start angesetzt. Es dürfte eher noch ein paar Wochen nach Ostern dauern. Am 24. März, so der neue Termin, soll aber der Abriss der alten Halle mit der Schadstofftrennung losgehen. Die sportlichen Nutzer wie Vereine und Grundschule können und dürfen die neue Halle deshalb schon vor der eigentlichen Eröffnung nutzen.
Per Zaun getrennt: Die Halle wird mindestens noch die nächsten anderthalb Jahre eine Baustelle bleiben.

Per Zaun getrennt: Die Halle wird mindestens noch die nächsten anderthalb Jahre eine Baustelle bleiben. Foto: Heine

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