List baut abgebrannten Standort in Quedlinburg neu auf
Die beiden List-Geschäftsführer Rainer-Rudolf von Oehsen (li.) und Oliver Huckschlag wollen den im Dezember abgebrannten Firmenstandort in Quedlinburg wieder aufbauen. Foto: Roß
Nach dem verheerenden Brand in seiner Quedlinburger Niederlassung plant der Goslarer Lebensmittel-Großhändler List den Wiederaufbau des Standorts. Bis 2026 soll dort eine moderne „Markthalle“ entstehen.
Goslar. Der Goslarer Lebensmittel-Großhändler List will seinen im Dezember von einem verheerenden Brand zerstörten Standort in Quedlinburg neu aufbauen. Wie Geschäftsführer Oliver Huckschlag mitteilt, habe das Familienunternehmen die Belegschaft Anfang Mai über die geplante Investition im „mittleren siebenstelligen Bereich“ informiert.
Die Lebensmittel-Großhandlung List hat ihren Hauptsitz an der Lilienthalstraße in Goslar. Foto: Roß
Das Feuer in der 3000 Quadratmeter großen Halle in Quedlinburg hatte Waren und Gebäudesubstanz derart zugesetzt, dass nur ein Abriss möglich blieb – ein Millionenschaden. Mittlerweile stehe fest, dass ein technischer Defekt das Feuer verursacht habe.
Schon kurz danach
Schon kurz nach dem Unglück hatte Rainer-Rudolf von Oehsen, ebenfalls Geschäftsführer und Gesellschafter bei List, erklärt, dass die Niederlassung wieder aufgebaut werden soll.
List-Großmarkt brennt nieder
Halle in Quedlinburg fängt Feuer – Goslarer Unternehmen plant Neubau
Die Verbindung in den Ostharz sei „historisch gewachsen“ ergänzt Huckschlag. 1991 habe sich List in Quedlinburg angesiedelt, zunächst in der Stadt und später dann im Gewerbegebiet.

Blick zurück in den Dezember: Der Gastronomie-Großmarkt des Goslarer Unternehmens List in Quedlinburg steht in Flammen und brennt ab. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Foto: dpa (Archiv)
„Der Umzug in den Neubau am Stadtrand im Jahr 2006 war ein bedeutender Schritt zur Stärkung unserer Position“, erinnert sich der Geschäftsführer. Dann kam 18 Jahre später das Feuer und der plötzliche Schock – und das auch noch in der Vorweihnachtszeit, wo vor allem die Gastronomie auf tägliche Lieferungen angewiesen ist. „Wir haben schnell alles umkommissioniert“, berichtet Huckschlag. Die Warenzustellung sei komplett aus Goslar erfolgt, wo auch die 25 Quedlinburger Angestellten untergekommen sind.
Rasante Veränderung
Die vergangenen vier Monate seien „eine organisatorische Leistung“ gewesen. Der Handel verändere sich rasant. Das müsse auch beim Neubau bedacht werden, der mit 3000 Quadratmeter Gesamtfläche ähnlich groß wird wie der abgebrannte Vorgänger. Energieeffizienz sei ein großes Thema, aber auch die Kundenwünsche veränderten sich. Bio- und Veggie-Produkte würden immer stärker nachgefragt, ebenso Fisch und Fleisch aus der Frischetheke. Von Oehsen spricht von einer Art „Markthalle“, die am List-Standort in Quedlinburg entstehen soll. Zum Weihnachtsgeschäft 2026 soll die neu aufgebaute Niederlassung an den Start gehen.
Der Goslarer Traditionsbetrieb hat aber auch die Zentrale an der Lilienthalstraße im Blick. Vor rund drei Jahren hat List die Lagerkapazitäten an der Lilienthalstraße für drei Millionen Euro erweitert. Zwei Blockheizkraftwerke sind ebenfalls entstanden. Aktuell plane das Unternehmen laut von Oehsen die Lkw-Auslieferungsfläche zu überdachen und auf dem Dach eine 600 Quadratmeter große Solaranlage zu installieren.
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