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Second-Hand-Buchladen

GZ Plus IconBad Harzburger Lesestübchen schließt: Was mit den Büchern passiert

Karin Krömer nimmt Bücher aus ihrem Regal

Karin Krömer packt zusammen: Die Bücher aus ihrem Geschäft bekommen ein neues Zuhause. Foto: Müller

Das Lesestübchen in Bad Harzburg schließt zum 23. Januar. Wie es für die Inhaberinnen Karin Krömer und Heike Wächter weitergeht und was aus den Büchern wird.

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Von Friederike Julia Müller
Dienstag, 06.01.2026, 09:00 Uhr

Bad Harzburg. Das Lesestübchen, der Second-Hand-Buchladen in der Bad Harzburger Herzog-Wilhelm-Straße, schließt zum 23. Januar. 21 Jahre lang haben die Schwestern Karin Krömer und Heike Wächter das Geschäft geleitet. Katrin Pešic gehört die 240 Meter weit entfernte Villa Buch, in der ebenfalls gebrachte Bücher verkauft werden. Bei ihr findet der Bestand des Lesestübchens ein neues Zuhause. Am Samstag, 24. Januar, findet der symbolische Bücherumzug statt. „Wir brauchen ungefähr 100 Menschen, die eine Kette bilden und die Bücher so in ihr neues Leben tragen“, erklärt Karin Krömer.

Für Kunden des Lesestübchens soll sich nicht viel ändern. „Sie haben etwas mehr Platz“, so Pešic, „und sie können nach wie vor gebrauchte Bücher für den Weiterverkauf abgeben“. Karin Krömer bleibt ebenfalls. Sie übernimmt in der Villa Buch die Vormittage, gemeinsam mit Mitarbeiterin Karin Langner. Ihre Schwester Heike Wächter geht in den Ruhestand. Ab Februar soll das Geschäft montags und dienstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet sein. Von Mittwoch bis Samstag hat die Villa Buch dann von 14 bis 18 Uhr offen.

Angebote für Kinder und Erwachsene

Katrin Pešic hat verschiedene Pläne für 2026. „Wir möchten regelmäßig Veranstaltungen abhalten“, erklärt die Inhaberin. Die „Lange Nacht der Bücher“ zum Beispiel komme auch dieses Jahr wieder. Außerdem plant sie Lesungen, allen voran mit Kinderbüchern. Am 15. Januar ist das erste Treffen für den Buchclub „Kapitelträumer“ und für den 18. Januar ist ein Zusatzkonzert der Gruppe „Tee mit Schuss“ geplant. Der Buchclub ist offen für alle, die mitmachen wollen, sagt Katrin Pešic.

Abschied und Neuanfang

Karin Krömer arbeitet bis zum letzten Verkaufstag im Lesestübchen. Bereits im letzten Jahr merkte sie: „Es ist Zeit für mich, zu gehen.“ In diesem Jahr wird sie 70 Jahre alt und möchte weniger Wochenstunden arbeiten. Sie habe sich immer wieder an Kleinigkeiten im Arbeitsalltag gestört. Die Steuern stiegen, sobald das Lesestübchen über einer Umsatzgrenze war. Die laufenden Kosten stiegen ebenfalls, sodass am Ende weniger Geld übrig blieb.

Katrin Pešic kam auf sie zu, weil sie den Second-Hand-Verkauf im Lesestübchen mochte. „Sie wollte auch so etwas umsetzen, uns aber keine Konkurrenz machen“, erinnert sich Karin Krömer. „Ich habe ihr gesagt, dass wir schließen wollten, so entstand die Zusammenarbeit.“

Optimismus im Schlusskapitel

Für Karin Krömer war das Lesestübchen ohnehin mehr Hobby als Arbeit und sie freut sich auf das neue Kapitel. „Ich habe als Mitarbeiterin auch einen ruhigeren Arbeitsalltag, aber keine Langeweile“, sagt sie. „Und ich bin immer noch von Büchern umgeben.“

Am letzten Verkaufstag hat das Lesestübchen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Karin Krömer und Heike Wächter planen einen Sektempfang. Für die Menschenkette am 24. Januar um 11 Uhr suchen die Buchhändlerinnen noch Freiwillige. Wer helfen möchte, kann einfach eine Viertelstunde vorher zum Lesestübchen oder zur Villa Buch kommen.

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