Wenn Tiere in Not sind und Geld fehlt, ist dieser Verein zur Stelle
Veranstaltungen sind eine wichtige Einnahmequelle: Beim Kastanienfest 2006 baut Margrit Loof-Duda mit ihrem Verein einen Verkaufsstand direkt vor ihrem Friseursalon auf. Foto: Privat
Der Verein Leben für Tiere ist für viele eine feste Anlaufstelle, wenn es um Notfälle geht. Zum Jahresende blickt der Vorstand auf die fast 25-jährige Geschichte zurück.
Bad Harzburg. Als der Verein Leben für Tiere 2001 gegründet wurde, ging es vor allem darum, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Heute ist er eine feste Größe im lokalen Tierschutz. 2026 feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Zum Jahresende blickt er auf seine bewegte Geschichte zurück.
Ins Leben gerufen wurde Leben für Tiere von einer kleinen Gruppe um Margrit Loof-Duda, die noch heute Vorsitzende ist. Der Verein sei aus einem Freundeskreis entstanden, der sich zuvor regelmäßig im Vereinsheim des BSV Bad Harzburg getroffen habe, erinnert Loof-Duda. Als das Clubhaus aufgegeben wurde, wollten sie weiterhin gemeinsam aktiv bleiben. Da kam die Idee mit dem Verein.
Futter für bedürftige Tiere
Dessen Arbeit reicht von Umwelt- und Naturschutz über Kastration, Futterstellen für streunende Katzen, das Unterbinden von Tierquälerei und Vermittlung bis hin zur Unterstützung von Tierheimen, Öffentlichkeitsarbeit und Sammelaktionen. Die Vereinsgröße versuche die Vorsitzende stets unter 100 Mitgliedern zu halten, so sei es persönlicher. Finanziert wird der Verein ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Öffentliche Zuschüsse gibt es nicht. Einnahmen erzielt der Verein unter anderem durch Stände bei Veranstaltungen sowie durch Spendenboxen im Harlingeröder Edeka sowie im Fachmarkt „Zoo & Co.“. Mit diesen Mitteln finanziert der Verein seine Projekte und verschiedene Hilfeleistungen.
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Ein zentrales Angebot ist seit 2010 der „Futtersack“. Dabei gibt Leben für Tiere regelmäßig Tierfutter an bedürftige Tierbesitzer aus. Von Beginn an finanziert die Karmetta-Stiftung aus Köln die Pacht der Ausgabestelle. Auf den Namen der Aktion bestand laut Loof-Duda die Stiftung: In Köln gibt es unter dem Namen „Der Sack“ ein Pendant für Menschennahrung.
Belastende Einsätze
Ihr Engagement brachte den Ehrenamtlichen viel Dank und Anerkennung, aber ebenso viel Belastung mit sich. „Bei uns hat es oft auch abends geklingelt“, sagt die Vorsitzende. Häufig ging es um die Unterbringung von Fundtieren, die Aufzucht verwahrloster Jungtiere, Rettungen aus Messiwohnungen oder die Unterbringung von Tieren nach Todesfällen. Nicht selten bedeutete das schlaflose Nächte. Für ihren Einsatz wurden die Ehrenamtlichen mehrfach ausgezeichnet.
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Immer wieder war auch detektivischer Spürsinn gefragt, etwa bei Fundtieren ohne Registrierung. Ein besonders tragischer Fall war die gequälte Hündin Cindy, deren Schicksal 2013 auch die GZ begleitete. Der Halter wurde dank Loof-Dudas Recherchen zu einer 2000-Euro-Strafe verurteilt. Dem Tier allerdings konnte nicht mehr geholfen werden. Ein Tierhalteverbot erhielt der Mann zum Ärger des Vereins nicht. Solche Verbote würden, so Loof-Duda, aber ohnehin nur landesweit gelten. Täter könnten nach dem Urteil also einfach in einem anderen Bundesland weitermachen. Für sie ist das einer von vielen Missständen in der Gesetzgebung. Politisch erfolgreich war Leben für Tiere 2011: Auf dessen Drängen trat in Bad Harzburg eine Katzenschutzverordnung in Kraft, die eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen vorsieht.
Ein Weihnachtswunder
Auch in der Weihnachtszeit war der Verein zuletzt stark gefordert: Er unterstützte eine Familie nach dem schweren Unfall ihres Katers „Bärchen“ und organisierte eine lebensrettende Operation sowie Spenden, um die anschließende Rechnung zu bezahlen. Ein wahres Weihnachtswunder also. Und erst vor wenigen Tagen holten die Mitglieder zudem zahlreiche Geschenke von „Zoo & Co.“-Kunden ab: Die Filiale hatte für bedürftige Tiere einen Wunschbaum aufgestellt.
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Mit Blick auf die Zukunft sucht Loof-Duda nun langsam nach einer Nachfolge. Das gestalte sich allerdings aktuell noch schwierig, sagt sie. Zudem beginnt im neuen Jahr ab Mittwoch, 14. Januar von 15 bis 18 Uhr wieder die Futterausgabe im Informationsbüro. Und mit Sicherheit wird auch sonst weiterhin oftmals die Hilfe der Ehrenamtlichen gebraucht.
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