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Sperrung in Lautenthal

GZ Plus IconDie Laute-Brücke muss komplett repariert werden

Eine teilweise gesperrte Brücke vor der ein Haufen Schnee liegt

Die Laute-Brücke ist für Fahrzeuge gesperrt. Fußgänger können die Brücke nutzen. Foto: Heinemann

Seit November ist das Geländer an der Brücke kaputt. Eine Prüfung ergibt, dass sie komplett repariert werden muss. In diesem Jahr soll der Auftrag vergeben werden.

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Von Ronja Heinemann
Freitag, 30.01.2026, 10:00 Uhr

Lautenthal. Die kleine Brücke über die Laute in Lautenthal bleibt für den motorisierten Verkehr weiterhin gesperrt. Nach einer aktuellen Begutachtung steht fest: Das Bauwerk ist in einem Zustand, der eine vollständige Reparatur erforderlich macht – und die wird teuer. Die Stadt Langelsheim rechnet mit Kosten im sechsstelligen Bereich. Fußgänger dürfen die Brücke weiterhin nutzen, Autos hingegen müssen sich vorerst gedulden.

Auslöser für die Sperrung war im November 2025 ein Schaden am nördlichen Geländer.
Im Vordergrund stehen Absperrungen. Dahinter liegt ein kaputter Teil einer Brücke.

Eines der Geländer an der Brücke ist kaputt. Sie muss komplett repariert werden. Foto: Heinemann

Dessen Auflager hatte sich gelöst, Bauteile mussten gesichert und ein Bauzaun aufgestellt werden. Kurz darauf wurde ein Ingenieurbüro mit einer Begutachtung beauftragt. Das Ergebnis ist nun eindeutig, wie Bürgermeister Ingo Henze erklärt: „Ein Brückenprüfer hat festgestellt, dass die Brücke komplett repariert werden muss.“ Bis es so weit ist, bleibt das Bauwerk für Pkw gesperrt. Als nächster Schritt soll ein Ingenieur ein Leistungsverzeichnis erstellen, anschließend folgt die Ausschreibung. Problematisch: Im aktuellen Haushalt sind keine Mittel für die Maßnahme eingeplant. Dennoch gibt sich Henze vorsichtig optimistisch. Ziel sei es, den Auftrag noch in diesem Jahr zu vergeben. „Wenn es gut läuft, kann das dieses Jahr klappen“, so der Bürgermeister.

Tonnage bleibt ein Knackpunkt

Mit der Reparatur verbindet sich bei vielen Anwohnern die Hoffnung, dass sich auch die seit Jahrzehnten bestehende Tonnage-Problematik entschärft. Aktuell gilt auf der Brücke eine Gewichtsbegrenzung von 5,5 Tonnen – ein Wert, der für Müllfahrzeuge, größere Lieferwagen oder Einsatzfahrzeuge praktisch nicht nutzbar ist.

Henze dämpft jedoch zu hohe Erwartungen: „Es wird niemals eine Brücke, über die 40-Tonner fahren können.“ Dafür seien sowohl das Bauwerk als auch die dahinterliegende Straße ungeeignet. Die Straße „An der Laute“ ist stellenweise nur knapp drei Meter breit und damit für große Fahrzeuge grundsätzlich zu schmal.

Gleichzeitig stellt der Bürgermeister klar, dass die Stadt bei der Sanierung nicht einfach den bisherigen Zustand zementieren will. „Wir werden bei der Reparatur auf jeden Fall auf die Tonnage achten und versuchen, sie zu erhöhen“, sagt Henze. Ziel sei eine „vernünftige Tonnage“, die zumindest sicherstellt, dass Einsatzfahrzeuge wie die Feuerwehr die Brücke im Ernstfall befahren können.

Für die Müllabfuhr wird sich dagegen voraussichtlich nichts ändern. Selbst wenn die Brücke künftig mehr Gewicht tragen kann, scheitert eine Durchfahrt der Müllwagen an deren Breite. Sie können aufgrund der engen Straßenverhältnisse nicht in die Straße einbiegen – unabhängig von der Tragfähigkeit der Brücke.
EIne schmale Straße an der links und rechts Häuser und Eingänge sind.

Die Straße auf der anderen Seite der Brücke ist für Müllfahrzeuge zu schmal. Foto: Heinemann (Archiv)

Keine vollständige Entlastung

Für die Anwohner bedeutet das: Auch nach einer Reparatur wird es keine vollständige Entlastung geben. Die bekannten Probleme mit der Müllentsorgung, Lieferungen „bis zur Bordsteinkante“ an der Hahnenkleer Straße und eingeschränkter Erreichbarkeit bleiben bestehen. Immerhin könnte eine höhere zulässige Tonnage künftig für mehr Sicherheit im Einsatzfall sorgen – ein Punkt, der viele Anwohner besonders umtreibt.

Wann genau die Bauarbeiten beginnen können, ist derzeit offen. Klar ist aber: Die Laute-Brücke wird Lautenthal noch länger beschäftigen – und selbst eine erfolgreiche Sanierung wird nicht alle strukturellen Probleme lösen, die sich rund um das unscheinbare Bauwerk seit Jahren angestaut haben.

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