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Studie zu Kreislaufwirtschaft im Harz

GZ Plus IconTU Clausthal soll Wege für effektivere Rohstoffnutzung aufzeigen

Ein Radlader transportiert Müll aus "Gelben Säcken"

Müll überwiegend aus dem sogenannten „Gelben Säcken“ wird nach der Anlieferung von einem Radlader transportiert: Recycling ist nur ein Teilaspekt der Kreislaufwirtschaft, die im Kreis Goslar weiter vorangebracht werden soll. Foto: picture alliance/dpa

Um die Kreislaufwirtschaft im Landkreis Goslar zu stärken, soll die TU Clausthal untersuchen, wie Unternehmen auf diesem Gebiet zusammenarbeiten können.

Von Oliver Stade Donnerstag, 12.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar/Harz. Eine 66.000 Euro teure Studie zur Kreislaufwirtschaft, die vom Land gefördert wird, soll zeigen, wie Unternehmen im Landkreis Goslar Rohstoffe besser nutzen können, um Kosten zu senken und das Klima zu schonen. Die Studie, die von der Technischen Universität Clausthal erstellt wird, läuft ein Jahr lang.

Ziel ist es, über ein Modell Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Unternehmen zu identifizieren, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Goslar und des Amtes für regionale Landesentwicklung. Dieses Modell soll später von der regionalen Wirtschaftsförderung Wirego genutzt werden, um geeignete Vorhaben zu erkennen und zu fördern.

Auch Abfallvermeidung ist ein Ziel

Ein Fokus der Studie soll darauf liegen Stoffströme zu untersuchen, gemeint sind die Wege, die Rohstoffe von der Anlieferung über die Verarbeitung in Unternehmen und zwischen Betrieben nehmen. Auch die Produkte und entstehende Abfälle werden dabei in den Blick genommen, heißt es.

Als Kreislaufwirtschaft wird ein umfassendes Wirtschaftsmodell bezeichnet, das durch lange Nutzung, Reparatur und Wiederverwendung auf Abfallvermeidung setzt, das Recycling ist ein Aspekt dabei. Zuständig für die Untersuchung ist die TU-Professorin Ani Melkonyan-Gottschalk. Ihr Team soll wirtschaftliche Strukturen und Produktionsprozesse im Landkreis Goslar untersuchen.

Tagung im Kreishaus

Der Landkreis Goslar bringt gute Voraussetzungen als Kreislaufwirtschaftsregion mit. Circular Economy, so der englischsprachige Begiff, ist der thematische Schwerpunkt an der TU Clausthal. Und weil es im gesamten Harz rund 100 Unternehmen gibt, die in diesem Gebiet arbeiten, hatte TU-Professor Dr. Daniel Goldmann der GZ bei früherer Gelegenheit gesagt, der Harz sei deutschlandweit oder sogar in Europa die stärkste Recyclingregion.

Vor diesem Hintergrund erklärt es sich, dass es einige Initiativen auf diesem Gebiet gibt, etwa das Recyclingnetzwerk Rewimet. Für Donnerstag, 26. Februar, ist unter Beteiligung unter anderem des Landkreises und der TU Clausthal sowie von Rewimet und Wirego im Kreishaus Goslar außerdem ein „Tag der Kreislaufwirtschaft“ geplant, an dem auch das „Zukunftslabor Circular Economy“ unter Leitung von Hochschulprofessor Dr. Andreas Rausch teilnimmt. Rausch stellt während des Treffens von 9 bis 20 Uhr Ergebnisse von Projekten zur digitalen Kreislaufwirtschaft vor. Am Nachmittag beginnt das Jahrestreffen des Projekts „Kreislaufwirtschaft Landkreis Goslar“.

Basis für die Wirtschaftsförderung

Bei der Übergabe des Förderbescheids für die Machbarkeitsstudie in dieser Woche hat Dr. Ulrike Witt vom Amt für regionale Landesentwicklung in Braunschweig erklärt, was sie mit der Untersuchung verbindet: „Mit dieser Studie setzen wir ein starkes Zeichen für Innovation und Nachhaltigkeit in Südostniedersachsen.“ Die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zeige, wie die regionale Entwicklung und Klimaschutz Hand in Hand gehen könnten. Landrat Dr. Alexander Saipa kündigte an, die Studie werde Grundlage für die Arbeit der Wirtschaftsförderung sein.

Auch der Kreistag in Goslar hatte sich in der Vergangenheit mit dem Thema befasst und einer solchen Studie, die vom Landkreis finanziell unterstützt wird, grundsätzlich zugestimmt.

Eine Gruppe Menschen steht nebeneinander.

Wollen die Kreislaufwirtschaft voranbringen (v.l.): Sandra Lindemann (Regionalmanagerin Zukunftsregion Süd-Ost-Niedersachsen), Dr. Daniel Tomowski (Wirego), Paula Burfeind (TU Clausthal), Professorin Dr. Ani Melkonyan-Gottschalk (Department Sustainable Industrial Ecosystems an der TU Clausthal), Dr. Kais Rasenack (TU Clausthal), Landesbeauftragte Dr. Ulrike Witt, Landrat Dr. Alexander Saipa und Phuong Dang-Böttcher (Koordinatorin Zukunftsregionen beim Landkreis Goslar). Foto: Landkreis Goslar

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