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Modernisierung und Veranstaltungen

GZ Plus IconDie „Hotels am Kranichsee“ investieren in Hahnenklee

 Direktor Frank Wyszkowski und Koch Thorsten Arnau stehen auf der Hotel-Terrasse.

Neu im Kurort: Direktor Frank Wyszkowski (l.) und Koch Thorsten Arnau bringen frischen Wind in die „Kranichsee“-Hotels. Foto: Heine

Winterzauber auf der Terrasse, Umbau aller Zimmer und ein Restaurant, das wieder geöffnet hat: In den Hahnenkleer „Hotels am Kranichsee“ tut sich was.

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Von Frank Heine
Donnerstag, 20.11.2025, 07:00 Uhr
Frischer Wind in den „Hotels am Kranichsee“: Der neue Direktor Frank Wyszkowski, seit Mitte Juni an der Spitze der drei Häuser „Seerose“, „Diana“ und „Jagdhof“, geht bei Veranstaltungen und Modernisierung in die Offensive.
Direktor Frank Wyszkowski und Koch Thorsten Arnau stehen in der schon weihnachtlich dekorierten Bar.

Blick nach innen: Direktor Frank Wyszkowski (l.) und Koch Thorsten Arnau sind schon auf die Weihnachtszeit getrimmt. Foto: Heine

Ab Ende November bis Anfang März soll an jedem Wochenende ein dreitägiger Winterzauber auf der Seeterrasse aufgeführt werden – und am besten übergangslos gleich in einen Frühjahrszauber übergehen. Zugleich werden nach und nach, Etage für Etage, die 60 Zimmer renoviert. Der Wellnessbereich bekommt unter anderem ein neues Dampfbad und Infrarotkabinen.

Bester Blick auf Hahnenklee

„Haben wir von dieser Terrasse nicht den besten Blick auf ganz Hahnenklee?“, fragt der neue Mann, der in Bernburg wohnt und früher das Bad Harzburger „Sonnenresort Ettershaus“ geführt hat, eher rhetorisch und gibt sich so die Antwort selbst. Er will mit seinem 16-köpfigen Team – weiteres Personal ist willkommen und gesucht – die Häuser aus einem langen Dornröschenschlaf wachküssen und zurück zu früherem Glanz führen.
Die „Hotels am Kranichsee“ mit Terrasse und Balkons.

Die „Hotels am Kranichsee“ vermitteln Hahnenklee-Gästen am Ortseingang einen ersten Kurort-Eindruck. Foto: Heine

Denn ohne Zweifel sind die Kranichsee-Hotels für den Hahnenklee-Gast der erste Eindruck, wenn er in den Oberharzer Kurort hineinfährt. Vorher kommt er nur noch am „Njord“ vorbei – und das hat mit dem Hamburger Geschäftsmann Christoph Schmidt passenderweise denselben Besitzer.

Die „Seerose“ ist wieder offen

Was soll geschehen, was ist schon geschehen? Seit gut drei Wochen ist das „Seerosen“-Restaurant wieder geöffnet – in Zeiten des Fachkräftemangels keineswegs selbstverständlich. Den neuen Koch Thorsten Arnau kennt Wyszkowski aus gemeinsamen „Ettershaus“-Zeiten. „Das ist erstaunlich gut angelaufen, zumal wir keine Werbung gemacht haben“, sagt der Direktor. Er setzt auf „deutsche Küche, die sich jeder leisten kann“. Beim Winterzauber sollen sich an den drei Tagen Live-Musik, Eisstockschießen und Stockbrot am Lagerfeuer abwechseln. Der Eintritt ist frei, bei schlechtem Wetter wird in die Hotelbar umgezogen. Die Renovierung der Zimmer ist noch eine ganz andere Nummer. Zur Höhe der Investition hüllt sich Wyszkowski in Schweigen, zumal die „Kranichsee“-Führung an einer neuen Konzeption arbeite. Für das Frühjahr kündigt er mehr Informationen an.

Insolvenz und Nachfolge

Hahnenklee können solche Initiativen nur guttun. Zuletzt hatte, wie berichtet, die Insolvenz des „Hahnenkleer Hofs“ für Aufsehen gesorgt. Dort hat nach nicht offiziell bestätigten GZ-Informationen seit dem 10. November der Goslarer Gilbert Oberhuber zunächst als Pächter das Zepter übernommen. Vor zwei Jahren hatte er einen ersten Anlauf im Kurort unternommen und war bei „Njord“ und „Kranichsee“-Hotels mit seiner Expertise als Direktor oder Berater gefragt. Das „Njord“ hatte IT-Unternehmer und Branchen-Quereinsteiger Schmidt schon 2019 von der dänischen Besitzerfamilie Henriksen gekauft. Die untereinander durch Gänge verbundenen „Kranichsee“-Häuser hatte er zum 1. November 2023 von der Familie Böhacker erworben.

„Waldgarten“-Abriss ist abgeschlossen

Die Zeit für eine Offensive scheint günstig gewählt. Die Großbaustellen der vergangenen Jahre auf Trift- und Parkstraße, den Hahnenkleer Hauptstraßen, sind seit Ende Oktober (fast) komplett abgeräumt und somit Vergangenheit. Am anderen Ende des Kurortes wartet das Naturhotel „Waldgarten“ auf seine Verwirklichung. Die Goslarer Familie Prien, die das Altstadt-Romantikhotel „Alte Münze“ betreibt, will im Januar 2028 mit dem Vier-Sterne-Plus-Haus mit 120 Zimmern und Suiten, Wellnessbereich, Außenpool, Restaurant sowie einer Tiefgarage an den Start gehen. Der Abriss der „Waldgarten“-Ruine mit ihren 60 Zimmern ist am Ende der Lautenthaler Straße abgeschlossen. Bei kalkulierten 35 Millionen Euro liegt das Gesamtinvestment, zu dem auch das Land Niedersachsen 7,5 Millionen Förder-Euro beiträgt. Im März hatte der damalige Wirtschaftsminister und heutige Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) den Scheck vorbeigebracht.

Ausflug in die Bundespolitik

Prima für Hahnenklee, findet Wyszkowski, der im Frühjahr selbst einen Anlauf in der Politik unternommen hatte. Als CDU-Kandidat war er im sachsen-anhaltinischen Wahlkreis Mansfeld bei der Bundestagswahl angetreten, hatte aber beim Kampf ums Direktmandat gegen den AfD-Bewerber Kay-Uwe Ziegler das Nachsehen.
Die „Hotels am Kranichsee“ sollen modernisiert werden.

Drei Häuser, ein Eigentümer. Die „Hotels am Kranichsee“ sind seit November 2023 im Besitz des Hamburger Geschäftsmannes Christoph Schmidt. Foto: Heine

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