Hort-Aus in Schladen: Verwaltung sucht Gespräch mit den Eltern
Zum Ende dieses Schuljahrs soll der Schladener Hort „Oker-Kids“ schließen. Foto: Gereke
Nach der Kritik an der geplanten Schließung des Horts „Oker-Kids“ setzt die Gemeinde auf Transparenz. Diese offenen Fragen wurden vor Ort diskutiert.
Schladen. Die Zukunft der Hortbetreuung in Schladen nimmt konkretere Formen an. Nachdem die geplante Schließung des Schladener Horts „Oker-Kids“ zum Ende des Kindergartenjahres 2025/2026 im vergangenen Monat für deutliche Kritik und emotionale Wortmeldungen im Ausschuss für Schule, Jugend, Senioren, Sport und Integration gesorgt hatte, hat die Verwaltung nun nachgelegt – und vor allem das Gespräch mit den Eltern gesucht.
Im Mittelpunkt steht weiterhin die Frage, wie die Betreuung der Schulkinder ab dem 1. August 2026 organisiert werden soll. Der Gemeinderat hatte die Schließung des Horts bereits im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund des ab dem Schuljahr 2026/27 geltenden Ganztagsanspruchs für Grundschulkinder beschlossen. Finanzielle Aspekte spielten dabei eine entscheidende Rolle: Die jährlichen Personalkosten von rund 370.000 Euro werden nur zu etwa 20 Prozent vom Land gefördert, hinzu kommen Pachtkosten für die Räume in der Werla-Schule.Kinderbetreuung
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Ausweitungen möglich
Als Alternative sieht die Verwaltung vor, bis zu 20 Hortkinder in zwei altersübergreifenden Gruppen in der Kindertagesstätte Inselweg zu betreuen. Ergänzend bleibt die Möglichkeit bestehen, Schulkinder in der Kita Im Winkel unterzubringen, wo bereits jetzt eine Betreuung bis 17 Uhr angeboten wird. Im Inselweg soll die reguläre Betreuungszeit künftig bis 16 Uhr reichen; eine Ausweitung bis 17 Uhr ist möglich, falls die Kapazitäten im Winkel ausgeschöpft sind und ein entsprechender Bedarf nachgewiesen wird.
Neu ist vor allem: Die Verwaltung hat inzwischen das direkte Gespräch mit den Eltern gesucht. Bei einem Vor-Ort-Termin in der Kita Inselweg konnten sich interessierte Familien ein Bild von den Räumlichkeiten machen. Elf Familien nahmen das Angebot wahr. Vorgestellt wurden Gruppenräume, Bewegungsflächen und der Außenbereich, außerdem wurden geplante Anpassungen – etwa im Sanitärbereich – erläutert. Gerade die Toilettensituation hatte im vergangenen Ausschuss für deutliche Kritik gesorgt. Die Toiletten seien zum Beispiel nicht abschließbar und nicht nach Geschlechtern getrennt. Die Verwaltung versicherte nun, dass notwendige, wenn auch überschaubare Umbauten rechtzeitig zum Start der Betreuung umgesetzt werden sollen. Aus welchen genauen Maßnahmen diese bestehen, wird in einer kommenden Berichterstattung ausgeführt.Baustellen an den Grundschulen
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Angebote in den Ferien
Auch inhaltliche Fragen standen im Fokus. So wurde erläutert, dass es in den Ferien spezielle Angebote für Schulkinder geben soll. Außerhalb der regulären Schließzeiten sei eine Betreuung von 7 bis 16 Uhr möglich. Selbst bei kurzfristigen Schulschließungen könne die Betreuung in der Kita stattfinden. Ein Nachmittagssnack analog zum bisherigen Angebot im Hort ist ebenfalls vorgesehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Vergabe der Plätze. Während zunächst ein Losverfahren im Gespräch war, schlägt die Verwaltung nun ein differenziertes Punktesystem vor. Kriterien sind unter anderem der Beschäftigungsumfang der Erziehungsberechtigten, die Situation von Alleinerziehenden sowie besondere familiäre Umstände, etwa die Pflege von Angehörigen. Geschwisterkinder sollen unabhängig vom Punktesystem Vorrang erhalten, ebenso Kinder, für die eine entsprechende Empfehlung des Jugendamtes vorliegt. Nur bei Punktgleichstand soll das Los entscheiden. Damit reagiert die Verwaltung auf die Forderung aus Politik und Elternschaft, soziale Aspekte stärker zu berücksichtigen.Offene Fragen zum Ganztag
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Altersübergreifende Gruppen
Deutlich wurde in den Gesprächen auch, dass die Betreuung in altersübergreifenden Gruppen ausschließlich für die Jahrgänge zwei bis vier vorgesehen ist. Der erste Jahrgang wird ab 2026/27 durch den gesetzlichen Ganztagsanspruch abgedeckt. Perspektivisch soll die Hortbetreuung mit dem weiteren Ausbau des Rechtsanspruchs schrittweise auslaufen.
Kritikpunkte aus der ersten Debatte – etwa mangelnde Einbindung der Eltern – räumt die Verwaltung zumindest teilweise ein. In der ursprünglichen Vorlage war auf personelle Engpässe verwiesen worden. Nun sollen Elternvertreter bei weiteren Terminen zur Umsetzung des Ganztagsanspruchs eingebunden werden. Auch das pädagogische Konzept für die Schulkindbetreuung im Inselweg soll weiter ausgearbeitet werden, wenn feststeht, wie viele Kinder das Angebot tatsächlich nutzen.
Ob die vorgelegte Ausarbeitung in dieser Form Bestand haben wird, entscheidet, beziehungsweise bespricht der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch, 11. März. Änderungen sind weiterhin möglich.

Der Kindergarten Inselweg soll künftig in den Nachmittagsstunden Hortkinder betreuen. Foto: Gereke
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