Clausthal-Zellerfeld: Warum Millionen in die neue Mensa fließen
Die Grundschulmensa, wie sie das Architekturbüro Springmeier Architekten entworfen hat. Foto: Springmeier Architekten Braunschweig (Visualisierung)
Schon vor dem Baubeginn der neuen Grundschulmensa in Clausthal-Zellerfeld ist klar: Das wird teuer. Der Bauamtsleiter erklärt, warum nicht nur das Gebäude Geld kostet.
Clausthal-Zellerfeld. Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Erstklässler einen Rechtsanspruch auf acht Stunden Betreuung am Tag. Einige Kommunen fordert das in vielerlei Hinsicht heraus. Während einerseits personelle Fragen geklärt werden müssen, muss andererseits gerade in Clausthal-Zellerfeld auch erst einmal die bauliche Voraussetzung geschaffen werden. Kurzum: Eine neue Grundschulmensa muss her. Wie ist da der aktuelle Stand?
Schon lange laufen die Vorbereitungen für das neue Gebäude am Alten Bahnhof. Ende Januar vorigen Jahres hatte die Berg- und Universitätsstadt den entsprechenden Wettbewerb zur Planung der Mensa ausgeschrieben, für den sich 33 Architekturbüros beworben haben. Um aus der Vielzahl der Bewerbungen den „richtigen“ Modellvorschlag ermitteln zu können, wurden zehn der Büros per Losentscheid zum Wettbewerb zugelassen. Den Zuschlag hat das Architekturbüro Springmeier Architekten aus Braunschweig bekommen.

Besonders viel zu sehen ist auf dem Gelände neben der Stadtbibliothek aktuell nicht. Was aber nicht heißt, dass hier nichts passiert wäre. Foto: Neuendorf
Baldiger Baubeginn
Bauamtsleiter Fabian Gerstenberg zeigt sich optimistisch, dass Ende März oder Anfang April dieses Jahres mit dem Mensabau begonnen werden kann, entsprechende Witterungsverhältnisse natürlich vorausgesetzt. „Der Auftrag ist vergeben worden“, berichtet Gerstenberg mit Blick auf die bevorstehenden Rohbauarbeiten. Der Dachbau soll folgen, bis es mit Dämmung, Lüftung und allem, was dazugehört, weitergehen könne.
Offene Fragen zum Ganztag
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Anfangs hatte die Stadt noch mit Kosten von etwa 3,4 Millionen Euro kalkuliert. Der Bauamtsleiter hat aber schon im vorigen Jahr durchblicken lassen, dass diese Summe nicht ausreichen würde (die GZ berichtete). 4 Millionen Euro seien nun die Berechnungsgrundlage – allein für das Gebäude. Denn, das betont Fabian Gerstenberg, schon bevor es mit dem eigentlichen Bau losgehen kann, waren viele Arbeiten zu erledigen.

Das ehemalige RBB-Gebäude muss für den Mensa-Neubau weichen. Foto: Bauamt/Archiv
Leitung umverlegt
Und auch die kosten Geld. Ein ehemaliges Gebäude der Regionalbus-Braunschweig-Gesellschaft (RBB) habe vor dem Mensabau abgerissen werden müssen, eine 20-Kilovolt-Leitung umverlegt werden. Auch müssten Energiezufuhr ebenso wie die Löschwasserversorgung geregelt werden. Eine 100-Kubikmeter-Zisterne müsse zusätzlich neu in Betrieb genommen werden. Allein die werde voraussichtlich Kosten in Höhe von 200.000 bis 250.000 Euro verursachen. Und wie zahlt man das alles? Eine Fördersumme in Höhe von 400.000 Euro sei bereits beantragt. Ob noch andere Fördermittel zur Verfügung stehen könnten und in welcher Höhe, müsse sich noch zeigen. Klar sei, die Stadt versuche, den „Eigenanteil nicht so hoch“ zu halten.
Wer soll das machen?
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Dass die Kinder, die zum Schuljahr 2026/2027 eingeschult werden, zwar einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben, aber die Mensa zu dieser Zielmarke nicht fertig würde, hatte sich, wie berichtet, schon länger abgezeichnet. Vonseiten der Stadtverwaltung war aber in der Vergangenheit immer wieder zu hören, die Betreuung könne trotzdem umgesetzt werden. Wie genau, darüber waren sich Politik, Verwaltung und Schulleitungen zumindest in der vergangenen Ratsperiode noch nicht im Klaren.
2029 Anspruch für alle
Jahrgang für Jahrgang, so sieht es das Ganztagsförderungsgesetz vor, bekommen Erstklässler einen Rechtsanspruch auf täglich acht betreute Stunden pro Tag, beginnend mit den Kindern, die 2026 eingeschult werden. Ab dem Schuljahr 2029/2030 hat dann folglich jeder Grundschüler diesen Anspruch auf ganztägige Betreuung.
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