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Listen zur Kommunalwahl folgen

GZ Plus IconGrüne stellen Mathias Schlawitz als Landratskandidaten auf

Mann mit weißem Hemd und grauer Mütze gestikuliert vor grün-gelbem Banner mit Schriftzug 'gruene.de'.

Mathias Schlawitz tritt als Landratskandidat für die Grünen an. Foto: Hartmann

Die Grünen wollen im Landkreis Goslar mit Mathias Schlawitz in den Wahlkampf ziehen. Der Okeraner tritt als Kandidat für das Landratsamt an.

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Von Petra Hartmann
Dienstag, 17.03.2026, 10:00 Uhr

Goslar. Die Grünen wollen mit Mathias Schlawitz an der Spitze in den Kommunal-Wahlkampf ziehen. Auf ihrer Kreismitgliederversammlung sprachen sich die Parteimitglieder mehrheitlich dafür aus, dass Schlawitz als Kandidat für den Posten des Landrats antreten soll.

Der gelernte Industrie-Kaufmann war der einzige, der sich auf der Versammlung als Bewerber um das Amt zur Verfügung gestellt hatte. Das Ergebnis fiel entsprechend eindeutig aus. 21 der 24 Wahlberechtigten stimmten der Kandidatur zu. Es gab jedoch auch eine Nein-Stimme und eine Enthaltung, ein Stimmzettel war ungültig.

Der Okeraner Schlawitz, geboren 1975 in Hildesheim, war bereits 2021 als Landratskandidat angetreten und hatte 5366 Stimmen beziehungsweise 8,91 Prozent geholt. Damit war er Drittplatzierter hinter dem Sozialdemokraten Dr. Alexander Saipa und Axel Bender (CDU). Auch damals hatte Schlawitz bei der Kandidatenaufstellung eine Gegenstimme von einem Parteifreund erhalten.

Wohin soll es mit Schlawitz gehen? Er selbst bezeichnete sich in seiner kurzen programmatischen Einstiegsrede als „etwas konservativ“. Er sei gegen den Bau von Atomkraftwerken, präzisierte er auf Nachfragen seine Position, aber genauso gegen eine Vergesellschaftung von Unternehmen und durchaus ein Freund von marktwirtschaftlichen Anreizen.

Ärger über „Schmutzkampagne“

Grüne Kernthemen wie Klimaschutz, die Energie- und Mobilitätswende sowie gesellschaftliche Teilhabe seien bei der Kommunalwahl 2021 „in weiten Teilen der Gesellschaft positiv besetzt“ gewesen, meinte er in seiner Standortbestimmung. Doch beim Rückblick auf die Bundestagswahl erinnerte Schlawitz an die Erfahrungen der damaligen grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock: „Und genau hier begann eine der abstoßendsten Schmutzkampagnen in der bundesdeutschen Geschichte“, sagte er. „CDU/CSU und die Springerpresse, allen voran Bild und Welt, haben eine mediale Schlammlawine losgetreten, einzig mit dem Ziel, Annalena als Mensch runterzumachen und uns als Partei schlechtzureden, unsere Themen und Inhalte wegzudrücken, zu diskreditieren.“

Aktuell sei in der Gesellschaft „rechtsextremes Gedankengut der AfD zunehmend salonfähig“ geworden, „auch und vor allem bei jungen Menschen“, stellte Schlawitz fest. Hierzu gehörten „Frauenfeindlichkeit, Rassismus und die Leugnung wissenschaftlicher Tatsachen zum Klimawandel und der Energiewende“. Wobei sich die CDU/CSU zum „Steigbügelhalter der AfD“ mache.

„Jünger und weiblicher geworden“

Für die eigene Partei vor Ort stellte er fest, dass sich durch zahlreiche Neueintritte sehr unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Motivationen das Bild der Grünen verändert habe: „Wir sind nicht nur Umweltschützer, die sich im Jutesack an jeden Baum ketten, der gefällt werden soll“, sagte er. „Gerade der Kampf für unsere Demokratie, gegen Rassismus, für Frauenrechte, ist ein wichtiger Teil unserer Partei auch hier geworden. Wir sind jünger, wir sind weiblicher geworden. Junge, starke Frauen, alte Männer wie ich, Schülerinnen und Schüler, Studierende, ehemalige Offiziere, Pädagoginnen, Angestellte, Beamtinnen, Rentnerinnen – die Breite und Tiefe unserer Gesellschaft findet sich auch in unserer Partei wieder.“

Für die Kommunalwahl nannte er als wichtige grüne Themen den Schutz von Natur und Umwelt, die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und den Ausbau des Radwegenetzes. Es gehe darum, Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten und neue zu schaffen, die Energiewende mit Wind- und Solarparks voranzubringen und Familien über gute Betreuungs- und Bildungsangebote zu fördern.

Über die Listen zur Kommunalwahl wollen die Grünen erst auf ihrer Versammlung im Mai entscheiden. Dann soll auch Schlawitz noch einmal endgültig als Kandidat bestätigt werden. Das genaue Datum steht noch nicht fest.

Bereits gewählt hat die Partei ihre Delegierten für die Landesdelegiertenkonferenz in Emden: Katharina Guthke und Michel Willgerodt werden Goslar bei der Versammlung am 25. und 26. Mai vertreten, als Ersatzdelegierte wurden Simon Wiese, Eric Dieckmann, Christian Vahlbruch und Matthias Koch gewählt.

Gruppe von Menschen in einem Raum, einige sitzen, andere stehen, eine Person hält eine gelbe Box.

Die Mitglieder geben ihre Stimme ab. Foto: Hartmann

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