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Superlative mit viel Wetterglück

GZ Plus IconDas sagen die Schausteller zum Goslarer Weihnachtsmarkt

Große Menschenmenge auf einem Weihnachtsmarkt mit festlich geschmückten Ständen und beleuchteten Sternen in einer Altstadt.

Der Weihnachtsmarkt ist an fast allen Tagen gut gefüllt. Foto: Epping

Wenn selbst Routiniers ins Schwärmen geraten: Goslars Weihnachtsmarkt endet mit Lob, Stolz – und großen Erwartungen für 2026.

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Von Sebastian Sowa
Montag, 29.12.2025, 04:00 Uhr

Goslar. Nur noch wenige Tage, dann ist der Goslarer Weihnachtsmarkt Geschichte. Für die Schausteller fällt die Bilanz eindeutig aus: Der Markt war ein voller Erfolg – wirtschaftlich wie atmosphärisch. Der Rubel rollte, die Stimmung war ausgelassen, und das Wetter zeigte sich über weite Strecken von seiner besten Seite.

„Es ist besser gelaufen als 2024. Es hat einfach Spaß gemacht“, sagt Konrad Ahrend, Betreiber des Riesenrads.
Gerade während der Feiertage habe es noch einmal einen deutlichen Besucherzuwachs gegeben. Auffällig sei zudem gewesen, dass viele Gäste aus Süddeutschland den Weg nach Goslar gefunden hätten. Das stärkste Wochenende sei klar das dritte Adventswochenende gewesen. Auch innerhalb der Familie habe die Begeisterung überwogen: Bruder David und Sohn Konrad seien ebenfalls sehr angetan gewesen. Einen Wunsch für die Zukunft äußert Ahrend dennoch: „Ich würde mir wünschen, dass einige Schausteller ihre Buden noch weihnachtlicher schmücken. Das rundet das Gesamtbild weiter ab.“
Zwei Männer sitzen in einer weihnachtlich dekorierten Holzhütte mit Lichterketten, Weihnachtsmützen und kleinen Dekorationen an den Wänden.

Riesenrad-Chef Konrad Ahrend (rechts) und Kumpel Sascha Feier lassen sich bei einem Foto-Point auf dem Weihnachtsmarkt ablichten. Foto: Epping

Ein traumhaftes Wetter

Mit einem Strahlen im Gesicht blickt auch Margret Franz vom gleichnamigen Mandelstand zurück. Für sie war es bereits der 50. Weihnachtsmarkt ihrer Karriere. „Das Wetter war ein Traum und die Stimmung ist einfach großartig“, sagt die 64-Jährige. Der Markt sei deutlich besser gelaufen als 2024, ans Aufhören denke sie keineswegs. Besonders lobt sie den Veranstalter, dem es immer wieder gelinge, eine stimmige Mischung aus traditionellen und modernen Ständen auf die Beine zu stellen. „Ich liebe diesen Weihnachtsmarkt“, sagt sie mit einem Lächeln.
Person in rotem Pullover, rotem Hut und rot-weiß kariertem Latzkleid hält ein rundes Holzgefäß mit gebrannten Mandeln in einer Weihnachtsmarkt-Hütte.

Magret Franz verkauft seit 50 Jahren Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt. Foto: Sowa

„Der diesjährige Weihnachtsmarkt ist vom Wetter und vom Umsatz her schwer zu toppen“, sagen Detlev Schlüter und Georg Kasprzyk von der Caipi-Hütte. Beide heben vor allem das friedliche Publikum hervor. „Es gab keine brenzligen Situationen, die Gäste waren entspannt und gut gelaunt.“ Schlüter fasst zusammen: „Der Weihnachtsmarkt hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Ich freue mich jetzt schon auf 2026.“
Mann in kariertem Hemd und schwarzer Weste füllt an einem Holzstand auf einem Weihnachtsmarkt ein Glas mit Getränk, im Hintergrund Gläser und Dekorationen

Georg Kasprzyk von der Caipi-Hütte ist mit dem Weihnachtsmarkt zufrieden. Foto: Epping

Bislang der beste Markt

Sehr zufrieden zeigt sich auch Glühwein-Wirt Hüseyin Var von der Platzhirsch-Hütte, der zum dritten Mal dabei war.
Person in schwarzer Weste mit Schriftzug "Trüffel" gießt aus einer Flasche in einen Becher, davor stehen mehrere Spirituosenflaschen auf einer Theke.

Hüseyin Var von der Platzhirsch-Hütte ist das dritte Mal mit von der Partie. Foto: Epping

Für ihn ist es der bislang beste Markt. „Die Besucher waren freundlich, respektvoll und hatten Lust auf Weihnachtsmarkt.“ Optimierungspotenzial sieht er lediglich in der Ausdehnung des Marktes Richtung Hoher Weg, um dort bestehende Lücken zu schließen. Zudem regt er an, den Weihnachtlichen Rammelsberg an zwei Wochenenden stattfinden zu lassen, um die Besucherströme besser zu verteilen.

Der Markt ist unter den Top Drei

Person mit grauen Haaren und schwarzer Jacke steht in einem festlich dekorierten Raum mit Lichterketten und Weihnachtsdekoration.

Willi Robben ist seit einem Vierteljahrhundert dabei. Foto: Epping

Seit 25 Jahren gehört Willi Robben zu den festen Größen auf dem Goslarer Weihnachtsmarkt – und ordnet das Jahr 2025 ganz weit oben ein. „Dieser Markt gehört zu den Top Drei meiner gesamten Laufbahn“, sagt er. Das Wetter sei außergewöhnlich gut gewesen, der Andrang enorm. „Wir waren oft an der Belastungsgrenze. Mehr als Ausschenken in der Dauerschleife war teilweise nicht möglich.“ Robben ergänzt: „Während andernorts von rückläufigen Besucherzahlen die Rede ist, können wir voller Stolz sagen: Das trifft auf unseren Markt nicht zu.“ Ähnlich äußert sich Martin Töpperwien, seit 2017 als Glühwein-Wirt dabei: „Ich hätte nie gedacht, dass es so gut läuft. Wetter sensationell, Umsatz ebenso. Das war definitiv unser bestes Jahr.“

Eine enorme Außenwirkung

Frau mit langen Haaren hält ein Plakat mit der Aufschrift 'Goslar WeihnachtsWald' vor einem historischen Gebäude und einem Brunnen.

Marketing-Chefin Marina Vetter freut sich über die Bilanz des Marktes, der vor kurzem auch eine europaweite Auszeichnung bekommen hat. Foto: Sowa

Ein positives Fazit zieht auch Marina Vetter, Geschäftsführerin der Goslar Marketing Gesellschaft. Sie berichtet von zahlreichen Gesprächen mit zufriedenen Schaustellern und betont das außergewöhnliche Zusammenspiel aus Wetterglück, Angebot und Atmosphäre. Besonders die europaweite Auszeichnung des Goslarer Weihnachtsmarktes als „Excellent European Christmas Market 2025“ habe eine enorme Außenwirkung entfaltet. „Ich bin sehr dankbar, dass der Weihnachtsmarkt friedlich verlaufen ist. Viele Menschen haben mit ihrem Engagement und ihrer Rücksichtnahme dazu beigetragen, dass wir diese besondere Zeit gemeinsam in einer stimmungsvollen und respektvollen Atmosphäre erleben konnten.“
Ein Mann mit einer schwarzen Jacke präsentiert Seifen.

Für Martin Töpperwien ist es der beste Weihnachtsmarkt, seitdem er dabei ist. Foto: Sowa

Vetter hebt zudem die große Strahlkraft des Marktes für die gesamte Stadt hervor. Der Weihnachtsmarkt sei nicht nur ein touristisches Aushängeschild, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für die Goslarerinnen und Goslarer selbst. „Diese Mischung aus Gästen von außerhalb und vielen Einheimischen macht den besonderen Charakter aus. Genau das ist unser Anspruch – und den haben wir in diesem Jahr erfüllt.“

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