Schandfleck kommt weg: Abriss der „Villa Helene“ beginnt endlich
Ein Trümmerfeld, und kein Ende in Sicht? Jetzt wohl doch: Am Montag gehen am Standort der ehemaligen „Villa Helene“ die Aufräum- und Abrissarbeiten los. Das Okertal wird für eine Woche voll gesperrt. Foto: Jörg Kleine
Fast zweieinhalb Jahre war die Brandruine der Villa Helene im Okertal Stein des Anstoßes – jetzt räumt eine neu beauftragte Baufirma den Schutt auf Kosten der Stadt weg.
Goslar. Mit einer guten Nachricht wartet die Stadt Goslar vor Ostern auf: Die Brandruine der „Villa Helene“ wird endlich abgerissen. Am Montag beginnt die neu beauftragte Firma mit dem Abriss der Reste, die seit dem Feuer im Oktober 2023 einen grotesken Anblick im Okertal bieten. Seitdem ist die B 498 unter Ampelschaltung nur noch halbseitig zu befahren – für den Abriss wird sie für eine Woche voll gesperrt. Weiter geht es vor Ostern auch noch in der Okerstraße – hier ist bei den Brückenbauarbeiten mit Wartezeiten zu rechnen,
Den Abriss des Verkehrshindernisses, der hässlichen Schutthalde im Okertal, sehnen wohl viele Menschen herbei. Nach einem Disput mit der anfangs beauftragten Baufirma (die GZ berichtete) war ein zweites Ausschreibungsverfahren notwendig geworden. Die neu gefundene Baufirma legt nun am Montag los.
Eine Woche voll gesperrt
Für erste Aufräumarbeiten auf der B 498 ist laut Pressemitteilung der Stadt Goslar zunächst eine einwöchige Vollsperrung erforderlich. Eine weiträumige Umleitung wird ausgeschildert, Einsatzfahrzeuge können passieren. Sobald die Abriss- und Aufräumarbeiten wieder eine halbseitige Öffnung zulassen – das ist nach Schätzung der Stadt in einer Woche der Fall – soll zunächst wieder eine Durchfahrt per Ampelschaltung in beide Richtungen möglich sein. „Grundsätzlich wäre für die Beseitigung der oder die Eigentuminhabende verantwortlich. Diese sind jedoch seit dem Brand nicht zu erreichen beziehungsweise es erfolgte keinerlei Rückmeldung. Daher erfolgt die Beseitigung jetzt im Rahmen der Ersatzvornahme durch die Stadt Goslar“, erläutert Pressesprecherin Daniela Siegl.
Eigentümer verschwunden
Dass die öffentliche Hand überhaupt für den Abriss bezahlen muss, war ursprünglich nicht vorgesehen. Allerdings konnten die Eigentümer des Gebäudes nicht belangt werden; nach damaligen GZ-Informationen hielten sie sich in Tschechien auf. So bleibt die Stadt auf den Kosten für den Abriss sitzen.
Die „Villa Helene“ stand vor dem Brand seit vielen Jahren leer. Früher beherbergte sie unter anderem einen Hotelbetrieb mit einer Sauna. Pläne, den Betrieb wieder aufzunehmen, verliefen im Sande – und gingen bei einem Brand am 20. Oktober 2023 in Schall und Rauch auf. Um 20.30 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein: Großalarm bei Romkerhall. In Goslar wurde Sirenenalarm ausgelöst. Rund 120 Feuerwehrleute aus Goslar und Clausthal-Zellerfeld machten sich mit 27 Fahrzeugen auf den Weg zur Unglücksstelle.
Gegen Mitternacht war das Feuer unter Kontrolle, schon am nächsten Tag rückte wegen der Einsturzgefahr ein Bagger an, um die oberen Etagen der Ruine abzutragen. Seitdem liegen die Schuttberge an der Bundesstraße, schrecken Touristen ab, bringen Einheimische zum Kopfschütteln und andere zum Fotografieren. Bald hat das Drama jetzt ein Ende.
Behelfsbrücke ist fertig
Fortschritte gibt es auch auf einer anderen Baustelle der Bundesstraße: Im Zuge der B 498 zwischen Goslar und Oker saniert die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Goslar (NLStBV) eine Brücke über die Abzucht. Um den Verkehrsfluss in Richtung Oker aufrecht zu erhalten, wurde eine Behelfsbrücke über den Fluss gebaut. Diese ist nun fertig, sodass der Verkehr noch vor Ostern umgeleitet werden kann. Die Umleitung erfolgt im Verkehrsfluss. Mit geringen Beeinträchtigungen und damit verbundenen Wartezeiten sei jedoch zu rechnen, teilt die NLStBV mit.

Der Blick von oben zeigt die Behelfsbrücke über die Abzucht. Noch vor Ostern kann sie befahren werden, um die B 489 zu sanieren. Foto: NLStBV
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