An der Okeraner Mehrzweckhalle beginnt bald der große Abriss
Dauerbaustelle: Seit Ostern 2024 läuft die Schadstoffsanierung an der Okeraner Mehrzweckhalle. Jetzt geht es bald weiter mit dem Abriss von Schwimmbecken und Hausmeister-Wohnung. Foto: Epping
An der Okeraner Mehrzweckhalle beginnt demnächst der Abriss. Noch im Februar soll es so weit sein, berichtet Daniel Gintaut vom Goslarer Gebäudemanagement. Immenröder Löschwasser sowie zwei langzeitkaputte Fahrstühle sind weiterhin von Interesse.
Goslar. Hahndorf liegt in den letzten baulichen Zügen, ist aber lange noch nicht eingeweiht. Da bringt sich die Okeraner Mehrzweckhalle mit Macht wieder ins Gedächtnis. Dort soll noch im Februar der Abbruch der Hausmeisterwohnung sowie des Lehrschwimmbeckens beginnen. Im April könnte der Rohbau starten. Eine Inbetriebnahme im Herbst 2026 scheint deshalb realistisch.
Diese Zeitleiste zeigte in der Vorwoche jedenfalls Daniel Gintaut, stellvertretender Leiter des Goslarer Gebäudemanagements (GGM), im Betriebsausschuss auf. Was bedeutet: In Oker tut sich ab Sommer 2025 jede Menge auf gleich zwei Großbaustellen, wenn nebenan auch noch die Vorbereitungen für den Anbau der Grundschule starten und die Container an der Wolfenbütteler Straße auf den Parkplatz gegenüber versetzt werden. Das inklusive Ausstattung fast zehn Millionen Euro teure Vorhaben soll wie berichtet zwischen Anfang Februar und Mitte Mai 2026 in Modulbauweise in die Höhe schießen.
Ein Jahr später
Bei der Mehrzweckhalle sind nach ursprünglicher Planung knapp 9,26 Millionen Euro für ein runderneuertes Schmuckstück mit neuem Anbau vorgesehen. Sie sollte eigentlich im vierten Quartal 2025 an den Start gehen. Diese Pläne sind aber längst obsolet, weil wie berichtet bei der Schadstoffsanierung Asbest unter anderem in der Dachpappe über dem Schwimmbad gefunden wurde. Dort, wo in Oker die Kinder einst das Schwimmen lernten. Seit Jahren und Jahrzehnten ist das Lehrschwimmbecken jedoch ungenutzt. Inzwischen dient es zur Zwischenlagerung von Bauschutt.
Oker war aber nicht die einzige Baustelle, die Gintaut in seinem obligatorischen Sachstandsbericht streifte. Auf dem Goslarer Marktplatz ist demnach das Mach-Mit-Haus schon in naher Zukunft an der Reihe, wenn es um eine bauliche und optische Verbesserung geht. Laut Gintaut ist die Türanlage undicht, zudem gibt es energetische Defizite. Weil historische Aufnahmen zudem belegen, dass das Gebäude früher viel höhere Fenster gehabt hat, wird auch dies geändert. Positiver (Neben-)Effekt: Weil mehr Licht einfällt, wird das Innere heller. Allerdings muss die abgehängte Decke wieder abgenommen werden. Das Vorhaben ist „schon eingestielt und im Zulauf“, sagte Gintaut. Bedeutet: Die Umsetzung soll im Frühjahr erfolgen, optimistisch geschätzt sei bis zu den Sommerferien alles fertig. Kostenpunkt: rund 30.000 Euro.
Ölabscheider und Zisterne
Etwa 70.000 Euro sind eingeplant, wenn auf dem Areal der früheren Bundesgrenzschutz-Kaserne am Stollen alte Ölabscheider stillgelegt und aufbereitet werden müssen. Sie befinden sich laut Gintaut vornehmlich im Bereich der früheren Kfz-Hallen und sollen neu verrohrt und ins Regenwassernetz eingegliedert. Einen noch größeren Schluck aus der Pulle bedeutet aber das Vorhaben, bis Ende des Jahres eine 100 Kubikmeter fassende Zisterne auf dem Areal des neuen Immenröder Feuerwehrhauses ins Erdreich einzulassen. 200.000 bis 300.000 Euro dürfte der Behälter nach Gintauts Schätzung kosten, belastet aber nicht den GGM-Etat, sondern wird im zuständigen Fachdienst eingeplant. Aber warum erst jetzt und nicht schon beim Bau? In der Tat wäre dies wünschenswert gewesen, erklärte Gintaut, aber bis vor Kurzem sei der Plan verfolgt worden, das Feuerwehrhaus fürs Beladen der Tanklöschfahrzeuge ans Wassernetz anzuschließen. Jetzt habe aber der Versorger die weiße Flagge gehisst und bedauert, dass diese Lösung nicht umsetzbar sei. Kein Wunder, hieß es in der Ausschussrunde: Wenn die Feuerwehr ans Netz gegangen wäre, hätten in der Mühlenbergsiedlung nebenan alle auf dem Trockenen gesessen.
Zwei kaputte Fahrstühle
Weil zwei Fahrzeuge schon seit längerer Zeit nicht funktionieren, müssen im Goslarer Kulturmarktplatz und in der Okeraner Begegnungsstätte die Menschen zu Fuß gehen beziehungsweise erreichen die anderen Stockwerke nicht mehr. Im vergleichsweise neuen Kulturmarktplatz hat sich der Fahrstuhl um den November herum verabschiedet. Dort fehlt nach Aussagen von Gintaut und GGM-Leiter Oliver Heinrich ein sicherheitsrelevantes Element, dessen Einbau eigentlich bis zum Verkehrsgerichtstag zugesagt gewesen sei. Der ist schon längst wieder Geschichte, der Fahrstuhl immer noch nicht wieder in Bewegung. „Bürokratie ohne Ende“, hieß es an dieser Stelle vom GGM-Duo rund um Einbau und Datenblätter. Gintauts Erkenntnis: „Das kann man keinem mehr erklären.“ Noch viel weniger allerdings, warum in Oker nichts vorangeht. Dort sei der alte Fahrstuhl irgendwann 2022/23 außer Betrieb genommen worden – ein „wirtschaftlicher Totalschaden“. In der Folge ist offenkundig einiges passiert, was nicht passieren sollte, und zur Folge hatte, dass in Oker nichts passiert ist. So sei die Sachbearbeiterin bei der beauftragten Firma lange ausgefallen und die beauftragte Sache dort liegengeblieben. Eine Bestellung für den neuen Aufzug sei jedenfalls schon im April 2024 erfolgt. Was durchaus persönliche Folgen für Gintauts Gewissen hat: „Wenn ich Herrn Wohltmann sehe, überlege ich immer, ob ich vorher abbiege.“ Der Linken-Ratsherr gilt gerade bei der Begegnungsstätte als maßgeblicher Kümmerer.