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Verzweiflung und eisige Temperaturen

GZ Plus IconGoslarer Verein schickt neuen Hilfstransport in die Ukraine

Person steht im Laderaum eines Lieferwagens vor einem Stapel aus Kartons und Paketen.

Beim Beladen des Transporters in Goslar. Foto: Privat

Bereits zweimal hat „Goslar hilft“ dieses Jahr Transporte mit Hilfsgütern in die Ukraine geschickt, der dritte ist startklar. Die Fahrer berichten über die Lage vor Ort.

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Von Petra Hartmann
Montag, 09.02.2026, 07:00 Uhr

Goslar. Eisige Temperaturen in der Ukraine, ausgefallene Heizungen und ständige Angriffe durch russische Drohnen: Die Situation in Kiew und Malyn ist ernst. Der Verein „Goslar hilft Menschen in und aus Krisengebieten“ versucht zu helfen, wo er kann, und bereitet eine neue Fahrt mit Medikamenten, Geräten und Nahrungsmittel vor. Im Januar konnte der Verein bereits zwei Transporte auf die Reise schicken, berichtet die Vorsitzende Dr. Christine Rose. Fahrten, die den Vereinsmitgliedern nachhaltig im Gedächtnis bleiben werden.

Mit dem Verkauf von Gulaschsuppe auf dem Weihnachtlichen Rammelsberg konnten die Vereinsmitglieder im Dezember die notwendigen Einnahmen erzielen, um im Januar zwei Transporter mit dringend benötigten Hilfsgütern für die Ukraine auszustatten. An Bord war unter anderem ein größerer Generator. Als Sachspenden haben die Goslarer vor allem orthopädische Hilfsmittel, Medikamente, Verbandsmaterial sowie haltbare Nahrungsmittel mitgenommen.

Am 20. Januar haben sie zwei Transporter beladen, und um 22 Uhr machten sich Andreas Baberske und Mila Orudzheva auf den Weg in Richtung Ukraine. Die Fahrt bis zur polnisch-ukrainischen Grenze verlief zunächst problemlos, wie Rose berichtet. Dort hieß es dann allerdings: „Geduld haben und warten.“ Trotzdem gelang es dem Team, am 21. Januar gegen 18 Uhr in Kiew anzukommen.

Nur 4 Grad in der Wohnung

In Kiew wurden die Fahrer von der ukrainischen Freundin Marina empfangen. „Es herrschten arktische Temperaturen, und innerhalb weniger Minuten wurden die mitgebrachten Hilfsgüter verteilt – insbesondere Dinge, die vor der Kälte schützen. Wie üblich übernachteten wir in der Wohnung unserer Freundin. Auch dort gab es keinen Strom und keine Heizung; die Innentemperatur betrug lediglich 4 Grad Celsius. Trotz der vielen aus Goslar mitgebrachten Decken war dies eine große Herausforderung.“

Am nächsten Morgen besuchten die Goslarer ein Tierheim in Kiew, das sie regelmäßig unterstützen. Dort leben rund 120 Hunde zusammen, ebenfalls bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Tierheim erhielt den Generator, einen gebrauchten Wäschetrockner sowie Trockenfutter für die Tiere.

Anschließend fuhr das Team weiter westwärts nach Malyn, wo bereits die angekündigte Lieferung erwartet wurde. Neben Hilfsmitteln hatten die Vereinsmitglieder auch zahlreiche Geschenke übergeben, die von der Familie Schmidt aus Goslar gespendet worden waren.

Ein ungeheures Glück: „In Malyn hatte das Team den großen Luxus, in einer Wohnung mit noch funktionierender Ofenheizung zu übernachten“, schreibt Rose. Die Rückreise nach Goslar begann am 24. Januar am späten Vormittag; am 25. Januar um 5 Uhr morgens war das Team wieder zu Hause.

Am „Rand des Erträglichen“

„Es war die zehnte Fahrt von Andreas Barberaski in die Ukraine in den vergangenen 18 Monaten. Aber so verzweifelt hat er die Menschen in der Ukraine vorher noch nicht erlebt“, schildert Rose die Eindrücke des Teams. „Dieser Winter bringt die Menschen in der Ukraine wirklich an den Rand des Erträglichen. Die katastrophalen Verhältnisse haben uns bewogen, zeitnah einen weiteren Transport zu planen. Angesichts der Zustände vor Ort ist es für uns nicht vertretbar, Mittel zurückzuhalten. Von den verbliebenen Spendengeldern aus den Einnahmen rund um den Rammelsberg haben wir weitere Generatoren, Thermounterwäsche und Rettungsdecken angeschafft, die Leben und Gesundheit schützen können.“

Start am 14. Februar

Voraussichtlich startet der nächste Transport um den 14. Februar. Der Verein bittet die Goslarer Bevölkerung dringend um Geld- und Sachspenden. Besonders benötigt werden aktuell Schlafsäcke und Decken, Verbandsmaterial, haltbare Nahrungsmittel, Tierfutter, Waschpulver, Feuchttücher, Shampoo, Seife und weitere Hygieneartikel.

Die Spenden können abgegeben werden in der Niedersachsen-Apotheke, im Mach-mit-Haus, im Nahkauf Markt Hinter den Brüdern sowie auch im Spendenlager im Schleeke 27–31. Kontakt: (05321) 6894382, info@goslarhilft.de.

Person steht im Laderaum eines Lieferwagens vor einem Stapel aus Kartons und Paketen.

Beim Beladen des Transporters in Goslar. Foto: Privat

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