4,7 Millionen Euro für Ausbau zweier wichtiger Goslarer Straßen
Die Hildesheimer Straße soll inklusive Europa-Brücke für mehr als vier Millionen Euro umgebaut werden. Foto: Roß
Die Stadt Goslar plant umfangreiche Bauarbeiten: Für Ausbau und Sanierung zweier wichtiger Verkehrsachsen sind rund 4,7 Millionen Euro vorgesehen.
Goslar. Auf Autofahrer, Radfahrer und Anwohner der Hildesheimer Straße kommen in den nächsten Jahren umfangreiche Bauarbeiten zu: Die Hildesheimer Straße soll im dritten Bauabschnitt grundlegend ausgebaut werden, zudem ist die Sanierung der Von-Garßen-Straße geplant.
Auch in der Von-Garßen-Straße ist eine Sanierung der Fahrbahn geplant. Foto: Roß
Zusammengenommen plant die Stadt mit Kosten von rund 4,7 Millionen Euro für beide Projekte, über die am Donnerstag im Bauausschuss beraten wird.
815 Meter langer Abschnitt
Der Löwenanteil entfällt auf die Hildesheimer Straße. Der etwa 815 Meter lange Abschnitt zwischen der Europa-Brücke über die Bundesstraße B6 und der Einmündung der Von-Garßen-Straße soll vollständig erneuert werden. Die Kosten werden auf rund 4,152 Millionen Euro geschätzt. Voraussetzung ist allerdings, dass der Rat die Mittel im Haushalt bereitstellt und Fördergelder bewilligt werden. Die Stadtverwaltung will nach eigenen Angaben Mittel nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz beantragen, die eine Förderung von bis zu 65 Prozent mit sich bringen könnten.
Fast zwölf Millionen Euro
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Die Hildesheimer Straße zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Nordwesten Goslars. Sie verbindet die Altstadt mit dem Gewerbegebiet Baßgeige, bindet mehrere Stadtteile an die B6 an und wird täglich von rund 9600 Fahrzeugen genutzt, zählt die Verwaltung auf. Entlang des betroffenen Abschnitts liegen mehrere Gewerbebetriebe, zwei Discounter sowie der Alte Friedhof. Zudem verkehrt dort eine Regionalbuslinie zwischen Goslar und Salzgitter-Bad.
Straße in schlechtem Zustand
Der Ausbau gilt als dringend notwendig. Der Straßenkörper basiert nach Ausführungen der Stadtverwaltung noch auf einer ursprünglich gepflasterten Trasse, die im Laufe der Jahrzehnte mehrfach nur überasphaltiert wurde. Gehwege fehlen teilweise ganz, Radwege existieren bislang nicht. Künftig soll der Verkehrsraum komplett neu aufgeteilt werden. Geplant ist eine durchgehend sieben Meter breite Fahrbahn, die auch Begegnungen zwischen Lastwagen und Bussen ausreichend Platz bietet. Parkstreifen sind wegen der begrenzten Fläche nicht vorgesehen.
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Besonderes Gewicht erhält der Ausbau des Radverkehrs. Auf der Ostseite ist ein drei Meter breiter gemeinsamer Geh- und Radweg geplant, der an bestehende Wege anschließt. Auf der Westseite wird ein 1,85 Meter breiter Radfahrstreifen markiert. Lediglich an einer Stelle beim Netto-Markt muss der Weg zum Schutz eines Baumes vorübergehend verengt werden.
Engpass an der Europabrücke
Eine besondere Herausforderung stellt beim Umbau die Europa-Brücke über die B6 dar. Dort fehlt derzeit ausreichend Platz für Radwege. Um dennoch eine durchgängige Führung zu ermöglichen, soll zukünftig auf den Linksabbiegerstreifen in Richtung Bad Harzburg verzichtet werden.
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Stattdessen wird eine gemeinsame Geradeaus- und Linksabbiegespur eingerichtet. Eine Untersuchung der Verkehrsqualität kommt laut Verwaltung zu dem Ergebnis, dass der Knotenpunkt auch ohne zusätzliche Ampel funktioniert.
Barrierefreie Bushaltestellen geplant
Im Ausbauabschnitt befinden sich zwei Bushaltestellen. Eine davon soll künftig barrierefrei gestaltet werden, die vorhandene Busbucht wird zurückgebaut. Auf der gegenüberliegenden Seite bleibt eine Busbucht erhalten, um Rückstaus zu vermeiden. Beide Haltestellen sollen mit taktilen Leitelementen, sogenannten Kasseler Borden und Wartehallen ausgestattet werden.
Auch die Straßenbeleuchtung wird komplett erneuert. Aufgrund der Lage in der „Frosteinwirkungszone 2“ müsse die Straße zudem mit einem besonders stabilen Unterbau versehen werden. Die Stadt spricht von einem „frostsicheren Aufbau von 70 Zentimetern“.
Sanierung der Von-Garßen-Straße
Zusätzlich soll die Fahrbahndecke der Von-Garßen-Straße zwischen Hildesheimer Straße und Astfelder Straße erneuert werden. Für diese Maßnahme sind rund 540.000 Euro eingeplant. Die Straße wurde Ende der 1980er Jahre als Ersatz für einen Bahnübergang gebaut und weist inzwischen deutliche Schäden auf, so die Begründung aus dem Rathaus für die Sanierung. Vor allem großflächige Netzrisse ermöglichen demnach das Eindringen von Wasser, was langfristig den gesamten Straßenaufbau gefährde. Mit einer Zustandsnote von 4,56 gilt die Fahrbahn als stark sanierungsbedürftig. Geh- und Radwege sowie die Entwässerung seien dagegen weitgehend intakt und müssen nur punktuell repariert werden. Die Arbeiten können nach Inkrafttreten des Haushalts 2026 ausgeschrieben werden.
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