Hälfte der Goslarer Grundschulelternräte will Grenzen behalten
Sollen die Grenzen ab Sommer 2026 fallen? Politik und Eltern diskutieren aktuell intensiv über ein Streichen fester Einzugsbereiche für die Goslarer Grundschulen. Foto: picture alliance/dpa (Symbol)
Die Diskussion um den Wegfall der Grenzen für Goslars Grundschulen nimmt in der Woche vor den Osterferien weiter Fahrt auf. Schon vor zwei Treffen von Gremienvertretern mit der Politik haben sich fünf von zehn Elternvertretungen positioniert.
Goslar. In der letzten Woche vor den Osterferien beschäftigt die Frage der Goslarer Grundschulgrenzen noch einmal intensiv die Ratspolitik sowie die Elternschaft von Schulen und Kindertagesstätten (Kitas). Bevor sich am Montagabend, 31. März, die Schulelternräte der zehn Goslarer Grundschulen mit den Fraktionen von SPD und FDP im Kulturmarktplatz treffen, hat sich die Hälfte der Vertretungen aber bereits positioniert.
Die Vorsitzenden Laura Niemeyer (Sudmerberg), Cathrin Borkenhagen (Goetheschule), Henrike Rempel (Schillerschule), David Hillebrecht (Worthschule) und Sabrina Woile (Jürgenohl) sprechen sich entschieden gegen eine Öffnung der Grenzen aus und fordern eine breite Diskussion, die die Interessen der Familien in den Mittelpunkt stellt. Bedenken meldet das Quintett vor allem gegen unkalkulierbare Losverfahren, wachsende Klassengrößen, den Wegfall bewährter Kooperationen, das Ausweiten der Elterntaxi-Praxis und gegen eine Gefahr der sozialen Spaltung an. Eine Petition gegen die Öffnung der Schulgrenzen sei in Vorbereitung, heißt es weiter. Die andere Hälfte der Gremien, erklärt Niemeyer, wolle erst das Gespräch mit SPD und FDP abwarten, um sich anschließend mit den eigenen Schuleltern auszutauschen.
Kita-Eltern am Mittwoch
Am Mittwoch, 2. April, wiederum kommen wie berichtet die politischen Befürworter grenzenloser Schulen mit dem Kita-Stadtelternrat im Mach-Mit-Haus zusammen. CDU, Grüne Partei 42, Linke sowie die Ratsherren Henning Wehrmann (Bürgerliste) und der fraktionslose Niklas Prause zählen zu den Antragstellern. Elternratsvorsitzende Donata Prietz hatte wie berichtet bereits im Vorfeld Pro- und Contra-Argumente aufgelistet. Als verlockendes Plus werden eine Flexibilität der Eltern aufgrund der freien Wahlmöglichkeit sowie eine erhöhte Qualität durch den Wettbewerb der Schulen untereinander gesehen. Als großes Minus gelten drohende Losverfahren beim Überschreiten von Kapazitätsgrenzen, bei denen Wohnortnähe juristisch kein Kriterium sein darf.
Direkt nach Ostern geht es weiter, wenn der Stadtelternrat am Dienstag, 22. April, zu einer Sitzung einlädt. Im Beisein des Schulträgers soll wie berichtet eine neue Stellungnahme erarbeitet werden, nachdem alle Schulelternräte ihre Position bis zum 15. April per Mail an das Gremium geschickt haben. Eine erste Stellungnahme, die sich nicht auf eine breite Basis stützen konnte, hatten Vorsitzende Franziska Posselt und ihre Vize Marion Liebermann wieder zurückgezogen.