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Goslarer Ratswahl am 13. September

GZ Plus IconMit welchen Kandidaten die CDU in Goslar ins Rennen gehen will

Ein Mann im Anzug zeigt mit dem Zeigefinger auf eine Frau mit blondem Pferdeschwanz, die einen Blumenstrauß hält.

Frauenpower dringend gesucht: Zur Halbzeit der Wahlperiode verabschiedet Stimmengarant und Vorsitzender Norbert Schecke mit Nina Di Febo die einzige Frau aus der CDU-Fraktion. Foto: Heine (Archiv)

2021 war die SPD mit Abstand die stärkste Partei bei der Goslarer Ratswahl. Warum das Ergebnis so nicht wiederholbar ist und wer vermutlich 2026 antritt, verrät die GZ.

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Von Frank Heine
Freitag, 09.01.2026, 12:00 Uhr
Ob die Goslarer Christdemokraten bei der nächsten Ratswahl am 13. September wie ein Phönix aus der Asche auf die Rathausdiele zurückkehren? Wo auf Bundesebene ein Kanzler Friedrich Merz seinen SPD-Vorgänger Olaf Scholz in die Regierungsrente geschickt hat, zeichnet sich ein solcher Wechsel auf kommunaler Ebene nicht wirklich ab. Zu groß war der Abstand vor fünf Jahren zu den Gose-Genossen, zu viel hatten die Christdemokraten seitdem auch mit sich selbst zu tun – weibliche Mandatsverzichte und eine Bender-Krise nach der anderen sind zwei Stichworte. Aber wer weiß? Personelles Potenzial ist in ihren Reihen vorhanden.

Nachrücker Michaelis hört auf

Die Frage ist: Wer macht weiter? Nach GZ-Informationen hat bislang nur der frühere Wiedelaher Ortsvorsteher Hans-Joachim Michaelis seinen Verzicht angekündigt – aus Altersgründen. Er war zur Halbzeit der Wahlperiode für Nina Di Febo nachgerückt, die aus beruflichen Gründen kürzertreten wollte. Nach diesem weiblichen Verzicht war die Goslarer Ratsfraktion endgültig eine rein männliche Angelegenheit, nachdem Podcast-Friseurin Susanne Kunze sofort zurückgezogen hatte, als ihr Oberbürgermeister-Favorit Dr. Oliver Junk die Wiederwahl verpasst hatte.
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Hans-Joachim Michaelis hat seinen Verzicht erklärt. Foto: Hohaus (Archiv)

Ja, der Start war schlecht nach einer Wahl, bei der zuvor noch mehr im Argen gelegen hatte. Zur Erinnerung: Amtsinhaber Junk fuhr volles Risiko und ließ sich nicht wie seine SPD-Gegenkandidatin Urte Schwerdtner auf die Ratsliste seiner Partei setzen. Diese Stimmen fehlten, als die CDU mit 25,6 Prozent zwar nur ein halbes Prozent im Vergleich zu 2016 verlor, aber so viel mehr erwartet hatte. Ein Grundfehler kann in diesem Jahr nicht passieren: Weil kein Stadtoberhaupt zu wählen ist, sollte ein Wahlkampf aus einer Hand zu führen sein. Vor fünf Jahren war Junk komplett unabgestimmt mit seiner Partei unterwegs gewesen und hatte vor allem auf Einflüsterer von außen gehört.

Bewährtes Spitzenduo

Die gute Nachricht: Die Stimmenzieher Norbert Schecke aus Hahndorf und Dr. Pascal Bothe aus Sudmerberg sollten wieder ganz vorn auf der Liste stehen. WC-Unternehmer und Osterfeuer-Organisator Maik Jankowsky, der nach dem genannten Duo und Bürgermeister Axel Siebe das viertbeste CDU-Ergebnis hatte, sollte auch wieder antreten. Ihm wird zwar eine gewisse Unlust zu Partei- und Aktenarbeit nachgesagt. Auf der anderen Seite überzeugt er regelmäßig durch kreative Ansätze und unkonventionelle Ideen. Jurist Siebe hätte nach der Abgabe seines Notariats mehr Zeit für die Politik. Ob Steuerberater Bengt Kreibohm wieder antritt, ist noch ungewiss – ein eher stilles Wasser, das aber im Finanzausschuss oft viel Sachkenntnis in die Debatte spült.
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Hahnenkleer Hoffnung: Dr. Petra Haumann führt die CDU-Fraktion im Hahnenkleer Ortsrat. Foto: Heine (Archiv)

Fragezeichen stehen bei der CDU aber auch deshalb noch mehr als bei der SPD, weil die Christdemokraten erst um Ostern herum ihre Liste aufstellen wollen. So sollte sich gerade in den nächsten Wochen noch vieles klären. Etwa, ob das nicht mehr in Jürgenohl wohnende Stadtteil-Sprachrohr Claus Roschanski mit neuen privaten Herzensbindungen nach Dessau weiterhin ausreichend Zeit und Lust findet. Ihr selbst erkanntes Frauen-Problem sollten die Christdemokraten in den Griff bekommen. Die Hahnenkleer Ortsratsfraktionschefin Dr. Petra Haumann ist eine heiße Favoritin auf einen Platz weit vorn. Sie sollte auch Axel Bender als ehemals Hahnenkleer Stimme ersetzen. Spannend bleibt aber auch und vor allem, wie hartnäckig der aus der Fraktion ausgetretene Ex-Landratskandidat und Goslarer Parteichef um seinen Verbleib in der CDU kämpft und seinen Fraktionsfreunden von früher schadet. Als Leisetreter ist Bender jedenfalls nicht bekannt.
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Frühe Lorbeeren: Die frühere CvD-Schülersprecherin Amy Deetz hat schon gegen SPD-Landrat Dr. Alexander Saipa Punkte gemacht. Foto: Heine (Archiv)

Saipa-Bezwingerin und Fliegerhorst-Ärztin

Im Gegensatz zu ihm hat Amy Deetz schon einmal gegen Dr. Alexander Saipa gewonnen, als sie als CvD-Schülersprecherin gegen das Party-Verbot des SPD-Landrats für die Goldene Aue erfolgreich mobil machte. Sie ist inzwischen genauso wie Lisa Broihan und Snehalata Probst-Bodmann Beisitzerin und eine Hoffnungsträgerin im Parteivorstand. Aber während die Fliegerhorst-Kinderärztin auf die CDU-Liste rücken sollte, steht bei Lisa Broihan die Wohnsitzfrage im Weg. Die Tochter von Goslars früherer Bürgermeisterin, Lengder Landwirtin und CDU-Stimmengarantin Almut Broihan folgt demnach der Stimme ihres Herzens und zieht der Liebe wegen um – auch deshalb, weil ein Hausbau in Lengde am Nein der Behörden scheiterte.

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