Goslarer Musikpreis: Neue Regeln für „Goldenen Ton“ beschlossen
Er hat ihn schon: Sven Regener erhielt den Ring zum „Goldenen Ton“ im vergangenen Jahr. Foto: Heine
Die neuen Regeln für die Verleihung des „Goldenen Tons“ sind da. Vor allem soll nun ein Kriterium das demokratische Engagement der Träger des Goslarer Musikpreises sein.
Hahnenklee/Goslar. Die neuen Regeln für die Vergabe des „Goldenen Tons“ und ein Blick auf den städtischen Haushalt für Kultur waren Thema im Goslarer Kulturausschuss. Wichtigste Änderung: Der Musikpreis der Stadt Goslar wird politischer. Jedenfalls heißt es in den neuen Richtlinien: Zusätzlich zur musikalischen Qualität sei „Engagement für Demokratie, Toleranz und Vielfalt seitens der Künstlerin oder des Künstlers (...) erstrebenswert“.
Das Wort „erstrebenswert“ steht im Text, um den Kreis der Empfänger nicht zu sehr einzuschränken, beziehungsweise „um einer Einengung des Feldes der auszeichnungswürdigen Künstlerinnen und Künstler vorzubeugen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Demokratisches Engagement ist demnach nicht Pflicht, aber „gern gesehen“.
Neue Namen in der Jury
Mit der Namensänderung von „Paul-Lincke-Ring“ zu „Der Goldene Ton“ gehen noch einige andere Änderungen einher, vorwiegend kosmetischer Art. So hat sich der ehemalige „Freundeskreis Paul-Lincke-Ring“ inzwischen in „Freundeskreis Goldener Ton“ umbenannt. Festgeschrieben wird ferner, da es ja inzwischen keinen eigenen Fachbereich Kultur mehr gibt, dass der Leiter oder die Leiterin des Geschäftsbereiches Bildung, Kultur und Ordnung der Stadt Goslar Mitglied der Jury ist. Die Jury besteht demnach aus der Oberbürgermeisterin, dem Hahnenkleer Ortsbürgermeister, dem Vorsitzenden des Kulturausschusses, dem Leiter des Fachbereiches Kultur der Stadt Goslar, einem Vorstandsmitglied des Freundeskreises sowie sechs bis acht Fachjuroren.
Festakt bleibt in Hahnenklee
Offiziell im Regelwerk festgehalten ist: „Die Verleihung findet in Hahnenklee statt.“ Das sei zwar schon im Eingliederungsvertrag zwischen Goslar und Hahnenklee zu lesen, aber die Verwaltung notiert dazu: „Die erneute Aufnahme dieser Formulierung in die Jurygrundsätze ist aus Sicht der Verwaltung nicht zwingend erforderlich, jedoch auch nicht schädlich.“
Ob es ein Konzert des Preisträgers in Hahnenklee oder in Goslar gibt, sei im Einzelfall mit dem Ausgezeichneten und dessen Management abzustimmen. Das Konzert stehe unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit durch den städtischen Haushalt beziehungsweise durch Drittmittel.
Insgesamt lobte Jens Kloppenburg (SPD), die Neufassung der Regeln für den Goldenen Ton sei „gut gelungen“ und lobte die übersichtliche Präsentation der Neufassung. Der Ausschuss befürwortete einstimmig die neuen Regeln. Ausschussvorsitzender Martin Mahnkopf (SPD) meinte: „Dann kann es ja losgehen, und wir freuen uns alle auf Lea im Mai.“
Lea als zweite Preisträgerin
Die Sängerin Lea wird als zweite Preisträgerin mit dem Goldenen Ton ausgezeichnet. Im Vorjahr war Sven Regener der erste, der den Ring empfing.
Zu den Kosten: Die Stadt gibt jährlich 35.000 Euro Euro für den Musikpreis aus. Der Freundeskreis Goldener Ton beteiligt sich auch nach der Umbenennung wie gewohnt an den jährlichen Kosten der Verleihung mit einem Betrag in Höhe von 3.600 Euro.
Ganz sang- und klanglos soll der Paul-Lincke-Ring jedoch nicht aus dem Gedächtnis der Stadt und des Kurortes verschwinden. Am Paul-Lincke-Platz in Hahnenklee soll eine entsprechende Erinnerungstafel errichtet werden. Kosten soll das Ganze 7000 Euro.
Kosten für Umbenennung
Etwas irritiert war Ausschussmitglied Giovanni Graziano (Grüne Partei 42) beim Blick auf den Posten „Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen“ im Bereich Musikpflege. Dort sind für 2026 insgesamt 46.100 Euro vorgesehen. Das sind 4400 Euro weniger als im Jahr 2025.
Warum man denn im Vorjahr so viel mehr Geld ausgegeben hätte? „Das kann ja nicht alles der Goldene Ton gewesen sein“, vermutete er. Doch, versicherte die Verwaltung, genau das sei der Fall gewesen. Die Mehrkosten seien alle durch den Umbenennungsprozess entstanden, vor allem durch Sitzungen und öffentliche Veranstaltungen.
Die endgültige Entscheidung über die neuen Regeln zur Vergabe des Goldenen Tons trifft der Rat der Stadt Goslar. Er tagt am Dienstag, 3. März, ab 16 Uhr in der Rathausdiele.
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