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Nachfolger des Paul-Lincke-Rings

GZ Plus IconSängerin Lea erhält Goslarer Musikpreis „Der Goldene Ton“

Frau mit langen blonden Haaren trägt eine helle Jacke und hält ein Mikrofon in der linken Hand

Lea – hier beim „Miners Rock“ am Goslarer Rammelsberg – wird neue Trägerin des Goslarer Musikpreises „Der Goldene Ton“. Foto: Epping

Lea erhält den Goslarer Musikpreis. Das gab Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner am Freitag auf dem Hahnenkleer Neujahrsempfang bekannt. Was Lea mit der Stadt verbindet.

Von Petra Hartmann Freitag, 23.01.2026, 19:30 Uhr

Hahnenklee. „Der Goldene Ton“ geht an – Lea. Das verkündete die Goslarer Oberbürgermeisterin gestern Abend beim Neujahrsempfang in Hahnenklee. Damit ist die Singer-Songwriterin die zweite, die mit dem Musikpreis der Stadt Goslar ausgezeichnet wird. Erster Preisträger war im vergangenen Jahr Sven Regener. Einzelheiten zu Termin und Ausgestaltung der Preisverleihung werden derzeit noch abgestimmt.

„Mit Lea zeichnen wir eine Künstlerin aus, die für eine moderne, deutschsprachige Popmusik steht, die leise Töne mit großer emotionaler Tiefe verbindet. Ihre Songs erzählen von Nähe, Verletzlichkeit und Zuversicht – reduziert in der Sprache, eindringlich in der Wirkung“, so Schwerdtner. „Lea gelingt es, persönliche Erfahrungen in Musik zu übersetzen, die viele Menschen erreicht, ohne sich anzubiedern. Ihre Offenheit für künstlerische Weiterentwicklung und genreübergreifende Zusammenarbeit macht sie zu einer prägenden Stimme ihrer Generation.“

Erzählungen vom Leben

Für die Jury von „Der Goldene Ton – Musikpreis der Stadt Goslar“, attestiert Peter Plate Lea eine leise Stimme, die laut bleibt: „Lea besitzt eine dieser Stimmen, die nicht lärmen müssen, um gehört zu werden. Warm ist sie, zugewandt – wie eine Hand, die man im Dunkeln findet. Und doch kann sie mehr: Sie erzählt. Von allem, was das Leben uns manchmal zumutet und manchmal schenkt.“ Als Songwriterin finde sie Worte, „die schlicht wirken und dann überraschend tief fallen – ein Talent, das man nicht erlernen kann, sondern haben muss“, hob Plate hervor. Was Lea auszeichne, sei auch ihr Mut, sich immer wieder auf anderes einzulassen: „Sie öffnet Türen, probiert Wege aus, die nicht ausgeschildert sind, und tut das mit einer Leichtigkeit, die zeigt: Kunst bleibt nur lebendig, wenn man ihr etwas zutraut. Sie wagt Kollaborationen, die man nicht kommen sieht, und findet darin stets ihre eigene Melodie wieder.“ So verbinde Lea Wärme mit Wahrhaftigkeit und Offenheit mit Haltung und zeige, „dass Sanftheit auch Stärke ist“.

Konzert beim „Miners Rock“

Lea hat in Goslar bereits ihre musikalische Visitenkarte abgegeben. Beim Open-Air-Konzert in der Reihe „Miners Rock“ begeisterte sie im August 2022 ihre vor allem jungen, weiblichen Fans am Rammelsberg. 3300 Tickets waren verkauft worden – mehr ging nicht, es war eines der größten Konzerte auf dem Gelände des Bergbaumuseums. Lea als Lichtgestalt ganz in Weiß begeisterte mit Songs wie „7 Stunden“ und „3 Uhr nachts“. Die Sängerin zeigte sich nahbar, suchte den Kontakt zum Publikum, verließ die Bühne, um gebastelte Herzchen in Empfang zu nehmen. Sie verteilte sogar ein paar Umarmungen. Dazu ein Sound, wechselnd zwischen flippig wild und gefühlvoll leise. Ein besonderes Konzert im Sommer nach dem Corona-Lockdown, das viele noch in Erinnerung haben werden.

Lea, bürgerlich Lea-Marie Becker, wurde 1992 in Kassel geboren und gehört seit mehreren Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Popkünstlerinnen.

Nach ersten Veröffentlichungen als Songwriterin etablierte sie sich rasch mit einer eigenständigen musikalischen Handschrift.

Debüt mit „Vakuum“

Sie debütierte 2016 mit dem Studioalbum „Vakuum“, dem zwei Jahre später das Album „Zwischen meinen Zeilen“ folgte. Mehrere ihrer Alben erreichten hohe Chartplatzierungen, zahlreiche Titel wurden mit Gold- und Platinauszeichnungen geehrt, unter anderem gab es Gold für die Alben „Zwischen meinen Zeilen“ und „Treppenhaus“ sowie für die Songs „Zu dir“ und „110 (Prolog)“, „Schwarz“ und „Wenn du mich lässt“, mit Platin wurden ausgezeichnet „Leiser“, „Immer wenn wir uns sehen“, „Treppenhaus“ (aus dem gleichnamigen Album) und „7 Stunden“.

Neben ihrer Solokarriere ist Lea für ihre vielseitigen Kooperationen bekannt, mit denen sie immer wieder neue Facetten ihres künstlerischen Ausdrucks zeigt, unter anderem arbeitete sie mit Max Raabe, Mark Forster, Capital Bra, Samra und dem Rapper Casper zusammen. Die studierte Sonderpädagogin lebt seit 2018 in Berlin.

Von Paul Lincke zum neuen Namen

Der Musikpreis der Stadt Goslar – ehemals als Paul-Lincke-Ring bekannt – wird seit 1955 verliehen und zählt zu den traditionsreichsten Musikpreisen in Deutschland. Seit dem vergangenen Jahr trägt die Auszeichnung den Namen „Der Goldene Ton“. Als erster Preisträger erhielt Sven Regener den „Goldenen Ton – Musikpreis der Stadt Goslar“. Der bisherige Namensgeber Paul Lincke war aufgrund seiner Haltung während der NS-Zeit als nicht mehr zeitgemäß empfunden worden, und daher auch als nicht mehr haltbar. Dies ergab ein 2024 von der Stadt Goslar gestarteter Diskussions- und Umbenennungsprozess.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Udo Jürgens, Ralph Siegel, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Max Raabe, Peter Plate, Die Fantastischen Vier, Silbermond, Clueso, Wolfgang Niedecken, Ina Müller, Roland Kaiser, Max Mutzke, Johannes Oerding sowie Annett Louisan.

Person mit ausgestreckten Armen auf einer Bühne vor einer Stahlkonstruktion und Bühnenbeleuchtung

Lea beim „Miners Rock“-Konzert am Goslarer Rammelsberg 2022. Jetzt hat die Sängeren noch mehr Grund zum Feiern. Foto: Epping

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