1,15 Millionen Euro für Goslarer Stadtmarketing: Kritik und Lob
Goslar ist grenzenlos: Mit diesem Slogan wirbt die GMG auf ihrer Internetseite. Die finanzielle Ausstattung des Stadtmarketings hat sehr wohl Grenzen, über die im Finanzausschuss diskutiert wurde. Foto: meingoslar.de/Screenshot
Die GMG bekommt einen Millionenzuschuss von der Stadt. Im Finanzausschuss gibt es Kritik an Konzepten, aber auch Lob fürs Standortmarketing.
Goslar. Die Stadt Goslar soll im Jahr 2026 einen Zuschuss in Höhe von 1,15 Millionen Euro an die Goslar-Marketing-Gesellschaft (GMG) als Verlustabdeckung zahlen, acht Prozent mehr als im Vorjahr. 2019 lag der städtische Zuschuss noch bei 591.000 Euro.
Braucht die Stadt mehr Events?
Die Goslarer CDU blickt skeptisch auf Wintermarkt-Idee
Besorgt blickte Bengt Kreibohm (CDU) im Finanzausschuss auf diese Entwicklung: „Da müssen Konsolidierungspläne auf den Tisch“, forderte er. Die GMG sei anders als der Bäder- oder Stadtbusbetrieb durchaus mit einem Privatunternehmen vergleichbar. Bei der Abstimmung über den GMG-Wirtschaftsplan 2026 enthielten sich CDU und Grüne Partei 42, die SPD stimmte zu.
Vergleich mit der freien Wirtschaft umstritten
SPD-Ratsmitglied Jens Kloppenburg, früher mal GMG-Aufsichtsratschef, findet den Vergleich mit der freien Wirtschaft nicht zielführend. Schaue man hingegen in ähnliche Städte wie Goslar, „geben viele deutlich mehr Geld fürs Marketing aus“. Kloppenburg legte den Finger in eine andere Wunde: „Die privaten Anteile sind zu gering“, sagte der Sozialdemokrat. Die Interessengemeinschaft Goslarer Gastgeber (10.000 Euro), die Kaufmannsgilde (17.500) und der Wirtschaftsverein Pro Goslar (55.000) zahlen als Gesellschafter dieses Jahr insgesamt 82.500 Euro in den Marketingtopf.
Jahresrückblick Goslar
Feiern und Feste: Die Kaiserstadt in jeder Jahreszeit erleben
Erster Stadtrat Dirk Becker erinnerte daran, dass bei der GMG nicht nur Marketing betrieben werde, sondern auch Veranstaltungen organisiert und das unternehmerische Risiko getragen wird. Weiterhin fehlten der GMG ab 2026 die Einnahmen für Sondernutzungen (65.000 Euro), die nun von der Stadt abkassiert werden und im Kernhaushalt landen.
Kritik an Konzepten und Kosten
Anke Berkes (Grüne Partei 42) forderte, dass der Goslarer Rat stärkeren Einfluss auf die Arbeit des Stadtmarketings bekommen müsse. Bei den Veranstaltungen sehe man „ewig gleiche Konzepte“ und trotzdem komme es zu den Kostensteigerungen.
Martin Mahnkpof (SPD) lobte hingegen eine „erstklassige Marketinggesellschaft“, die in Goslar aktiv sei. Die organisiere nicht nur Events für Touristen, sondern betreibe ein Standortmarketing, dass auch für Goslarer nützlich sei. Allerdings sei es schon einige Jahre her, das man sich die Tätigkeitsfelder der GMG genauer angesehen habe, dort könne man ansetzen. „Wir sind weit davon entfernt, die GMG infrage zu stellen“, machte Christian Rehse (FDP) deutlich. Trotzdem müsse man sich die Ausgaben genau anschauen. „Keine Denkverbote“ forderte auch Dr. Pascal Bothe (CDU). In der finanziellen Situation der Stadt müsse man jeden Baustein des Haushalts umdrehen.
Vertrag der Geschäftsführerin verlängert
Eine weitere Nachricht von der GMG-Spitze: Wie Aufsichtsratschef Andreas Rotermund auf GZ-Anfrage bestätigte, habe das Gremium die Kündigungsoption zum Ende des vergangenen Jahres für Geschäftsführerin Marina Vetter nicht gezogen. Vetters Vertrag verlängere sich damit automatisch bis 2031.
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.