Goslars neue Kaiserringträgerin steht für Freiheit und Verbindung
Gabriele Stötzer (li.) erläutert Miriam Bettin, wie sie sich vor ihrem inneren Auge die Ausstellung im Mönchehaus vorstellt. Foto: Kempfer
Im Oktober wird ihr in der Kaiserpfalz der Kaiserring der Stadt Goslar verliehen: Gabriele Stötzer war jetzt bereits für 24 intensive Stunden in der Stadt und nahm Maß.
Goslar. Goslar beherbergte am Dienstag und Mittwoch einen besonderen Gast: Gabriele Stötzer, die im Oktober den Kaiserring entgegen nehmen wird, weilte zum „Antrittsbesuch“ vor Ort und ließ sich ganz auf Goslar ein. Allen, die sie erlebten, bescherte die Begegnung mit ihr ein intensives Erlebnis. „Ich bin nachhaltig beeindruckt von ihr“, sagte Mönchehaus-Direktorin Miriam Bettin und sprach von „24 sehr intensiven Stunden“ für alle Beteiligten.
„Es war ein sehr schöner und persönlicher Austausch mit der designierten Preisträgerin Gabriele Stötzer“, erklärte auch Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, die sich nun besonders auf die Preisverleihung in der Kaiserpfalz freut. Ein Ort, an den ein Spaziergang mit Dagmar Mönnecke-Koroma führte, sie musste dieses Mal nicht übersetzen und holte das exklusive Grüppchen am Dienstag in der Dämmerung vom Mönchehaus zum Stadtrundgang ab. „Das Licht macht die Stadt poetisch“, kommentierte Stötzer den Lampenschein.
Ein Gefühl für die Stadt
Erkundet wurden schon einmal die „Spielstätten“ des Kaiserring-Wochenendes, berichtete Bettin; also auch das Große Heilige Kreuz (Kaisermahl) und die Kaiserpfalz (Festakt am 10. Oktober), dadurch habe die Künstlerin, die in flippiger Kunsthose nach Goslar kam, „ein Gefühl für die Stadt“ entwickeln können, in der sie von Oktober an ausstellt.Das Jahresprogramm im Mönchehaus
Was die neue Direktorin in Goslars Kunstmuseum plant
Ein Kunst-Quartett
Gabriele Stötzer (72) kam nicht allein nach Goslar; bei ihrem ersten Besuch in der Stadt wurde sie unter anderem von Monique Förster begleitet. Die Leiterin des Kunsthauses Erfurt ist, genau wie Stötzer, Mitbegründerin der Künstlerinnengruppe Erfurt (1984). Das Glückskleeblatt wurde komplettiert von Stötzers Berliner Galeristen Friedrich Loock und Christopher Wierling, dem Assistenzkurator der für ab Juni geplanten Stötzer-Retrospektive im Berliner Gropius-Bau, die von Julia Gross kuratiert wird.Kaiserring für Gabriele Stötzer
Goslarer Kunstpreis geht an eine Widerständische
Wierling arbeitete seit nahezu einem Jahr mit an der Konzeption. Genau hier setzten auch die Fachgespräche an: Die Ausstellung in Berlin und Goslar sollen sich ergänzen, sich gegenseitig einen Mehrwert bescheren. Stötzer zeichnete vor dem inneren Auge das Bild von einem Baum, dessen Wurzeln in Erfurt liegen (Kunsthaus), dessen Stamm in Berlin stehe (Gropius-Bau) und dessen Früchte, der Kaiserring, in Goslar hängen.
Verbindung und Freiheit
Alles ist miteinander verbunden, ein wichtiges Thema für Stötzer; ein mindestens ebenso wichtiges ist die Freiheit, die ihre Arbeiten in unterschiedlichsten Macharten durchzieht: „Die Themen werden durchdekliniert“, sagte Bettin. Die Vielfalt der Medien ist groß und reicht von der Performance und dem Film über Literatur, Malerei, Textilarbeiten, Zeichnung und Fotografie.
Goslars Mönchehaus-Museum feiert
Queeres, Köstliches und Kunstvolles zum Start ins Jahr 2026
Goslarer Geselligkeit

Ein erstes Abendessen mit Stadtspitze und Kunstverein: Miriam Bettin (Mitte) mit (v.li.) Friedrich Loock, Marvin Voges, Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, Michel Schreyeck und Anke Tessner-Schreyeck, Miriam Bettin, Monique Förster, Sven Busse und Christopher Wierling. Foto: Privat
Viel Input für die Künstlerin, die Stadt, Museum und Menschen kennenlernte, aber auch schon den ersten Output mit Gedanken zur Ausstellung lieferte – die Reise hat sich gelohnt. Bereits im Zug prägte Monique Förster, zusammen mit Gabriele Stötzer wieder auf dem Weg zurück nach Erfurt, einen schönen Satz: „Wir sind noch ganz erfüllt.“
So erging es auch Miriam Bettin, die im Oktober die erste Kaiserringausstellung unter eigener Regie eröffnen wird; vielleicht die vorerst letzte einer langen Reihe von Premieren der jungen Direktorin. Gegenbesuche in Berlin und Erfurt sind geplant.

Eine erste Stadtführung mit Kaiserringträgerin gehört zum Muss – auch, wenn es schon in der Dämmerung ist. Foto: Kempfer
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.