Sanierung nimmt Fahrt auf: Neues Dach für den Gielder Feier-Saal
Im April angekündigt, im Juli ist es so weit: Der Saal des Franz-Tasler-Hauses bekommt eine neue Dachkonstruktion. Foto: Gereke
Auf diesen Moment warten die Gielder seit Jahren: Wann kann der Saal des Franz-Tasler-Hauses wieder für Veranstaltungen genutzt werden? Die alte Deckenkonstruktion war nämlich marode – sie wird jetzt durch ein neues Dach ersetzt.
Gielde. Der Saal des Franz-Tasler-Hauses kann seit Jahren nicht genutzt werden. Was ursprünglich nur das Aufhängen einer neuen Decke aus Brandschutzgründen sein sollte, für das der Saal nur sechs Wochen lang nicht zur Verfügung gestanden hätte, entwickelte sich aufgrund einer desolaten Dachkonstruktion zu einem Großprojekt ungeahnter Dimension. Lange passierte scheinbar nichts – doch jetzt tut sich was.
Blick unter das neue Dach, das den Saal überspannt: Es wirkt wie eine Fachwerkkonstruktion. Foto: Gereke

Mit einem Kran werden die Dachbinder auf die Außenmauern des Saals im Franz-Tasler-Haus gehievt. Foto: Privat
Projekt wächst um energetische Sanierung
Um in den Genuss von Fördergeldern zu kommen, wuchs das Projekt auch um eine energetische Sanierung. So erhalten die Außenwände eine Dämmung. Der Brandschutz wird verbessert – dazu entsteht ein zweiter Rettungsweg über eine Außentreppe aus dem zweiten Clubraum im Obergeschoss. Außerdem entsteht im Erdgeschoss ebenfalls ein zweiter Rettungsweg durch den Einbau einer weiteren Außentür. Zudem erhält der Saal eine neue Tür im Giebel zum Spielplatz hin, einschließlich Vorflur. Ausgerüstet werden soll das Gebäude mit einer Brandwarnanlage einschließlich Technikraum – „eine Meldeanlage ist nicht vorgeschrieben“, so Architekt Armin Meyer-Herbig bei Vorstellung der Pläne im April. Zudem erhält das Franz-Tasler-Haus im Saalbereich eine neue Beleuchtung samt Elektroinstallation.

Im Clubraum hängen noch die Sanierungspläne: Friederike Fiebig deutet auf die Treppe, die an der Giebelseite angebaut wird, um für das Obergeschoss einen zweiten Fluchtweg zu schaffen. Foto: Gereke
Zudem bekommt das Gebäude eine Behindertentoilette, um der Barrierefreiheit gerecht zu werden. Dazu fällt die Nische an der Theke weg. Auch die Decke wird künftig etwas niedriger, das Dach insgesamt flacher sein. Der Dachboden kann nach Abschluss der Arbeiten nicht als Lager genutzt werden. „Die Dachkonstruktion ist so nicht gerechnet. In der Mitte wird es nur einen Wartungsgang geben“, hatte Meyer-Herbig auf der Sitzung des Ortsrates erklärt. Die Toilette oder die beiden Clubräume werden nicht modernisiert. Auch die Heizung bleibt die alte. „Hauptziel ist es, den Saal wieder in die Nutzung zu kriegen – wir machen keine Komplettsanierung“, betonte Herbig. Oder wie es Ortsbürgermeisterin Friederike Fiebig jetzt sagt: „Wichtig ist, dass das Gebäude wieder befeierbar ist.“

Die Ziegel für das neue Dach liegen am Franz-Tasler-Haus bereits bereit. Foto: Gereke

Auf dem Saalboden erhebt sich im Innern des Franz-Tasler-Hauses ein Gerüst. Foto: Privat
Herbig hatte allerdings im Frühjahr eingeschränkt: „Wir müssen schon ein bisschen Glück haben, dass alles auch so funktioniert wie erhofft, und der Prüfstatiker seine Termine hält.“ Genau das Siegel des Statikers ließ auf sich warten, weshalb es am Dach erst im Juli losging. Und natürlich dürfte das Bauen im Bestand auch keine weiteren negativen Überraschungen parat haben, so Meyer-Herbig. Aber Michael Petrick, Leiter des Fachbereichs Bau, Umwelt und Liegenschaften der Gemeinde Schladen-Werla, macht den Gieldern Hoffnung: „Nach dem heutigen Sachstand kann das Dorfgemeinschaftshaus im November wieder genutzt werden.“
Mit der Decken-Abnahme beginnt Gielder Leidenszeit
Apropos Saaldecke im DGH – mit deren Abnehmen begann damals die Gielder Leidenszeit, denn dadurch kam ans Licht: Die Statik der kompletten Dachkonstruktion war mangelhaft, Schwellen und Pfetten verzogen. Seit August 2022 ist der Saal gesperrt. Der Trockenbauer stoppte sofort die Arbeiten – und es begann die Zeit der verschiedensten Untersuchungen. Unter anderem galt es, das Fundament hinsichtlich seiner Fähigkeit zu überprüfen, ob es ein neues Dach tragen kann. Für das alles musste auch erst einmal ein Statiker gefunden werden.

Das neue Dach über dem Saal ist flacher – der Neigungswinkel entspricht nicht mehr dem anderen Dachteil. Foto: Gereke
Auf GZ-Nachfrage hatte Petrick im April den Betrag von rund 550.000 Euro genannt, die die Sanierung kosten würde. Geld bekäme die Gemeinde von Asse-Fonds, aus Leader- und Sportförderung. Wie hoch der Eigenanteil der Gemeinde sein werde, diese Frage könne er aktuell noch nicht abschließend beantworten, weil es bisher keine weitere Mitteilung der Förderstelle gegeben habe, so der Fachbereichsleiter am Mittwoch.
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