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Bauarbeiten am Franz-Tasler-Haus

GZ Plus IconSanierung nimmt Fahrt auf: Neues Dach für den Gielder Feier-Saal

Im April angekündigt, im Juli ist es so weit: Der Saal des Franz-Tasler-Hauses bekommt eine neue Dachkonstruktion.

Im April angekündigt, im Juli ist es so weit: Der Saal des Franz-Tasler-Hauses bekommt eine neue Dachkonstruktion. Foto: Gereke

Auf diesen Moment warten die Gielder seit Jahren: Wann kann der Saal des Franz-Tasler-Hauses wieder für Veranstaltungen genutzt werden? Die alte Deckenkonstruktion war nämlich marode – sie wird jetzt durch ein neues Dach ersetzt.

Von Andreas Gereke Freitag, 25.07.2025, 14:00 Uhr

Gielde. Der Saal des Franz-Tasler-Hauses kann seit Jahren nicht genutzt werden. Was ursprünglich nur das Aufhängen einer neuen Decke aus Brandschutzgründen sein sollte, für das der Saal nur sechs Wochen lang nicht zur Verfügung gestanden hätte, entwickelte sich aufgrund einer desolaten Dachkonstruktion zu einem Großprojekt ungeahnter Dimension. Lange passierte scheinbar nichts – doch jetzt tut sich was.

Blick unter das neue Dach, das den Saal überspannt: Es wirkt wie eine Fachwerkkonstruktion.

Blick unter das neue Dach, das den Saal überspannt: Es wirkt wie eine Fachwerkkonstruktion. Foto: Gereke

Auf der Ortsratssitzung Anfang April war es angekündigt worden – jetzt im Juli ist es so weit: Dachdecker rissen die marode Dachkonstruktion ab, um sie durch eine neue zu ersetzen. Ein Kran hievte Brettbinder, die aussehen wie eine Fachwerkkonstruktion, nach oben – sie überspannen nun den Saal auf seiner Breite von fast zwölf Metern. Inzwischen ist das Dach auch abgedichtet, sodass kein Regen mehr eindringen
Mit einem Kran werden die Dachbinder auf die Außenmauern des Saals im Franz-Tasler-Haus gehievt.

Mit einem Kran werden die Dachbinder auf die Außenmauern des Saals im Franz-Tasler-Haus gehievt. Foto: Privat

kann. Zuvor war über den Schwingfußboden des Saals eine riesige Wanne gesetzt worden, damit möglicherweise eindringendes Wasser den Belag nicht beschädigen kann. Zudem ist der Saal derzeit mit einem Gerüst zugebaut, das eine Montage der späteren Saaldecke ermöglicht. Die Dachdecker schätzen, dass sie ihre Arbeiten Ende August bis Mitte September – es hängt vom Wetter ab – abschließen können. Aber das wird noch nicht der Zeitpunkt sein, an dem das DGH wieder komplett genutzt werden kann.

Projekt wächst um energetische Sanierung

Um in den Genuss von Fördergeldern zu kommen, wuchs das Projekt auch um eine energetische Sanierung. So erhalten die Außenwände eine Dämmung. Der Brandschutz wird verbessert – dazu entsteht ein zweiter Rettungsweg über eine Außentreppe aus dem zweiten Clubraum im Obergeschoss. Außerdem entsteht im Erdgeschoss ebenfalls ein zweiter Rettungsweg durch den Einbau einer weiteren Außentür. Zudem erhält der Saal eine neue Tür im Giebel zum Spielplatz hin, einschließlich Vorflur. Ausgerüstet werden soll das Gebäude mit einer Brandwarnanlage einschließlich Technikraum – „eine Meldeanlage ist nicht vorgeschrieben“, so Architekt Armin Meyer-Herbig bei Vorstellung der Pläne im April. Zudem erhält das Franz-Tasler-Haus im Saalbereich eine neue Beleuchtung samt Elektroinstallation.

Im Clubraum hängen noch die Sanierungspläne: Friederike Fiebig deutet auf die Treppe, die an der Giebelseite angebaut wird, um für das Obergeschoss einen zweiten Fluchtweg zu schaffen.

Im Clubraum hängen noch die Sanierungspläne: Friederike Fiebig deutet auf die Treppe, die an der Giebelseite angebaut wird, um für das Obergeschoss einen zweiten Fluchtweg zu schaffen. Foto: Gereke

Zudem bekommt das Gebäude eine Behindertentoilette, um der Barrierefreiheit gerecht zu werden. Dazu fällt die Nische an der Theke weg. Auch die Decke wird künftig etwas niedriger, das Dach insgesamt flacher sein. Der Dachboden kann nach Abschluss der Arbeiten nicht als Lager genutzt werden. „Die Dachkonstruktion ist so nicht gerechnet. In der Mitte wird es nur einen Wartungsgang geben“, hatte Meyer-Herbig auf der Sitzung des Ortsrates erklärt. Die Toilette oder die beiden Clubräume werden nicht modernisiert. Auch die Heizung bleibt die alte. „Hauptziel ist es, den Saal wieder in die Nutzung zu kriegen – wir machen keine Komplettsanierung“, betonte Herbig. Oder wie es Ortsbürgermeisterin Friederike Fiebig jetzt sagt: „Wichtig ist, dass das Gebäude wieder befeierbar ist.“

Die Ziegel für das neue Dach liegen am Franz-Tasler-Haus bereits bereit.

Die Ziegel für das neue Dach liegen am Franz-Tasler-Haus bereits bereit. Foto: Gereke

Meyer-Herbig hatte im April sogar einen Zeitplan genannt: „Gehen sie davon aus, dass sie den Saal im November wieder nutzen können.“ November dieses Jahres, wie er nach einer Bemerkung aus dem Publikum angefügt hatte. In vielen Gesichtern waren damals die Gedanken zu lesen: Endlich wieder die Möglichkeit zum Eisbeinessen, endlich wieder Weihnachtsdisco. Auch aus Ortsbürgermeisterin Fiebig sprudelte seinerzeit die Freude. Inzwischen ist sie aber etwas skeptischer, was den Fertigstellungszeitpunkt anbelangt – nicht zuletzt, weil drei Monate verstrichen, ehe sich tatsächlich etwas am Dach tat.
Auf dem Saalboden erhebt sich im Innern des Franz-Tasler-Hauses ein Gerüst.

Auf dem Saalboden erhebt sich im Innern des Franz-Tasler-Hauses ein Gerüst. Foto: Privat

Herbig hatte allerdings im Frühjahr eingeschränkt: „Wir müssen schon ein bisschen Glück haben, dass alles auch so funktioniert wie erhofft, und der Prüfstatiker seine Termine hält.“ Genau das Siegel des Statikers ließ auf sich warten, weshalb es am Dach erst im Juli losging. Und natürlich dürfte das Bauen im Bestand auch keine weiteren negativen Überraschungen parat haben, so Meyer-Herbig. Aber Michael Petrick, Leiter des Fachbereichs Bau, Umwelt und Liegenschaften der Gemeinde Schladen-Werla, macht den Gieldern Hoffnung: „Nach dem heutigen Sachstand kann das Dorfgemeinschaftshaus im November wieder genutzt werden.“

Mit der Decken-Abnahme beginnt Gielder Leidenszeit

Apropos Saaldecke im DGH – mit deren Abnehmen begann damals die Gielder Leidenszeit, denn dadurch kam ans Licht: Die Statik der kompletten Dachkonstruktion war mangelhaft, Schwellen und Pfetten verzogen. Seit August 2022 ist der Saal gesperrt. Der Trockenbauer stoppte sofort die Arbeiten – und es begann die Zeit der verschiedensten Untersuchungen. Unter anderem galt es, das Fundament hinsichtlich seiner Fähigkeit zu überprüfen, ob es ein neues Dach tragen kann. Für das alles musste auch erst einmal ein Statiker gefunden werden.

Das neue Dach über dem Saal ist flacher – der Neigungswinkel entspricht nicht mehr dem anderen Dachteil.

Das neue Dach über dem Saal ist flacher – der Neigungswinkel entspricht nicht mehr dem anderen Dachteil. Foto: Gereke

Auf GZ-Nachfrage hatte Petrick im April den Betrag von rund 550.000 Euro genannt, die die Sanierung kosten würde. Geld bekäme die Gemeinde von Asse-Fonds, aus Leader- und Sportförderung. Wie hoch der Eigenanteil der Gemeinde sein werde, diese Frage könne er aktuell noch nicht abschließend beantworten, weil es bisher keine weitere Mitteilung der Förderstelle gegeben habe, so der Fachbereichsleiter am Mittwoch.

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