Das steckt hinter der Fällung im Bad Harzburger Riefenbachtal
Im Bereich oberhalb des B4-Großparkplatzes ist am Donnerstag ein Bagger im Einsatz. Foto: Exner
Gefällte Bäume, tiefe Reifenspuren, ein Bagger im Wald – das hat im Netz für Aufregung gesorgt. Die zuständigen Landesforsten verfolgen damit aber einen konkreten Plan.
Bad Harzburg. Es sieht dieser Tage wild aus im Riefenbachtal, oberhalb des ehemaligen Harzburger Hofs. Da sind zahlreiche Bäume gefällt worden, ein Stamm liegt quer über dem Waldweg und die Reifen eines schweren Fahrzeugs haben tiefe Spuren im Boden hinterlassen. Ein paar Hundert Meter Luftlinie südöstlich ist ein Bagger am Werk und gräbt den Waldboden um. Was ist da los?
In einer lokalen Facebookgruppe hat sich das kürzlich auch ein Nutzer gefragt. Er hat sich in Form eines Beitrags über die für den Wald zuständigen Niedersächsischen Landesforsten beschwert, offenkundig jedoch, ohne mit diesen vorher persönlich gesprochen zu haben. Denn dort gibt man bereitwillig Auskunft: All die genannten Ereignisse würden in Zusammenhang stehen, man sei nämlich dabei, den Waldweg instandzusetzen, erklärt der für die betroffene Revierförsterei Radauberg zuständige Forstwirtschaftsmeister Steffen Isermann auf GZ-Nachfrage.
Beliebter Weg
Bei dem Waldweg, der vom Riefenbachtal aus in einem Bogen in südöstlicher Richtung verläuft und nahe der Bundesstraße 4 endet, handelt es sich im Forstsprech um einen sogenannten Rückeweg. So wird ein naturbelassener, unbefestigter Weg bezeichnet, der zum Transport von gefällten Bäumen durch Maschinen oder Rückepferde vom Hiebort zum Aufbereitungs- und Verladeplatz an einer befestigten Forststraße dient. Über jenen Wirtschaftsweg in Bad Harzburg lässt sich aber auch der Wildkatzen-Erlebnispfad erreichen, weshalb er auch von Wanderern oder Hundebesitzern gerne genutzt wird. Seit vielen Jahren schon wurde der Weg jedoch nicht mehr instandgesetzt. Nun soll das laut Forst passieren.
Zunächst wurden zu diesem Zweck abseits des Weges Bäume und Büsche beseitigt. Warum dabei einer dieser Bäume liegen gelassen wurde und nun den Weg versperrt, so wie vom Facebook-Nutzer kritisiert, konnte Isermann nicht sagen. Der Revierleiter versprach aber, dem nachzugehen.
Für seine Verbreiterung mussten abseits des Weges Bäume und Büsche weichen. Im Bereich oberhalb des ehemaligen Harzburger Hofs ist ein Stamm liegen geblieben. Durch den Schnee nur noch schwer zu erkennen: die tiefen Spuren eines Forstfahrzeugs. Foto: Exner
Einschränkungen möglich
Im zweiten Schritt soll der Weg verbreitert werden, damit dieser künftig auch wieder von größeren Forstmaschinen befahren werden kann. Das passiert derzeit mithilfe eines Baggers. Der war am Donnerstag im Bereich oberhalb des B4-Großparkplatzes am Werk. Von dort arbeitet er sich in den nächsten Wochen bis ins Riefenbachtal vor. Wie lange das insgesamt dauert, lasse sich jedoch schwer vorhersehen. An manchen Stellen gehe das einfacher, weil da lediglich Erde zu bewegen ist, an anderen habe man es hingegen auch mal mit Felsen zu tun, die weggestemmt werden müssten, berichtete vor Ort Fabian Weise von der Firma Udo Braunschweig. Die führt im Auftrag der Forst die Baggerarbeiten durch. Sind die erst einmal erledigt, werde der Weg noch begradigt. Es könne also durchaus sein, dass es in den kommenden Tagen temporär noch einmal zu Einschränkungen kommt, kündigt Revierleiter Isermann an. Ist alles fertig, solle der Weg erst einmal ruhen.Die Maßnahme der Landesforsten diene zum einen der Verkehrssicherung zugunsten der Wanderer, zum anderen könne sie aber auch als Vorbereitung gesehen werden. In den nächsten Jahren seien im betroffenen Bereich nämlich Holzerntearbeiten geplant.
Warn-Banner verschwunden
Die Niedersächsischen Landesforsten betreiben Wirtschaftswälder. Heißt: Im Abstand von mehreren Jahren werden in ihren Revieren immer mal wieder Bäume gefällt und das Holz anschließend verkauft.
Wenn solche Fällungen anstehen, weisen in der Regel auch entsprechende Schilder darauf hin. Zum einen, um darüber zu informieren, zum anderen, um vor möglichen Gefahren durch umfallende Stämme oder herabfallende Äste zu warnen. So sei das eigentlich auch jetzt gewesen, als die Bäume und Büsche abseits des Weges entfernt wurden, berichtet Isermann. Jene aufgehängten Banner seien jedoch von einem auf den anderen Tag plötzlich verschwunden gewesen. Bei der Forst vermutet man Diebstahl. Das sei doppelt schlimm: Abgesehen vom Klauen an sich, würden durch eine solche Tat schließlich auch noch Dritte gefährdet, mahnt der Revierleiter.
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