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Landratskandidat der CDU

GZ Plus IconBewerbung gegen Saipa: Bekommt Goslar einen neuen Landrat?

Drei Männer stehen auf einer Bühne.

Im Rampenlicht und kurz vor einer Auszeichnung: Die "Bruderschaft der Weinkenner" in Seesens französischer Partnerstadt Carpentras nimmt Bürgermeister Erik Homann (r.) in ihre Gemeinschaft auf. Foto: GZ-Archiv

Er hat einige Zeit überlegt, steht nun aber bereit: Seesens Bürgermeister Erik Homann will für die CDU als Landratsbewerber gegen Amtsinhaber Alexander Saipa antreten.

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Von Oliver Stade
Dienstag, 06.01.2026, 18:00 Uhr

Seesen/Goslar. War das schon ein kleiner Hinweis, als Bürgermeister Erik Homann nicht nur den Seesenern in der GZ einen schönen Jahreswechsel wünschte, sondern in seine Grüße gleich noch die „Gäste unserer Region“ einschloss? Jedenfalls hat sich Homann, der seit einigen Monaten als CDU-Landratskandidat im Gespräch ist, nun entschlossen, gegen Amtsinhaber Alexander Saipa (SPD) anzutreten.

„Ich würde es gerne machen“, sagt Homann in seiner typischen Art: zurückhaltend und alles andere als auftrumpfend. Aber seine bescheiden klingenden Worte sind auch dem Prozedere geschuldet, er muss erst noch nominiert werden. Das sollte aber kein Problem sein. Für Mittwoch, 4. Februar, will CDU-Kreisvorsitzender Ralph Bogisch zu einer Mitgliederversammlung einladen, um Homann als Bewerber zu küren. Der Unternehmer, den Bogisch als weiteren möglichen Bewerber vor Monaten erwähnt hatte, dürfte damit aus dem Spiel sein.

Amtsgeschäfte und Wahlkampf

Der 48-jährige Homann ist seit 2011 Bürgermeister in Seesen, seine Amtszeit läuft bis Ende Oktober dieses Jahres, er hatte schon frühzeitig angekündigt, nicht wieder antreten zu wollen. Ein neuer Landrat wird bereits bei den Kommunalwahlen am 13. September gewählt. Wenn Homann also sagt, er wolle als Bürgermeister „alle Verpflichtungen erfüllen“, bedeutet dies, dass er einen proppenvollen Terminkalender haben wird, wenn er einen engagierten Wahlkampf führen will. Zumal seine Verwaltung in Seesen ja auch die Kommunalwahlen in der Stadt vorzubereiten hat.

Erik Homann, ursprünglich Jurist, sagt, er habe lange darüber nachgedacht, ob er als Landratskandidat antritt. Der GZ erklärte der Rathauschef dazu vor einiger Zeit, er habe auch überlegt, in die Seesener Kanzlei seiner Frau einzutreten. „An so einer Weggabelung im Leben sollte man sich seiner Sache sicher sein. Ich habe mit meiner Frau intensiv gesprochen“, berichtet der Bürgermeister. Nun freue er sich, dass er sich entschieden habe. „Ich habe mich auch befreit gefühlt.“

Ein konfrontativer Wahlkampf ist von Homann nicht zu erwarten – so wenig, wie von Amtsinhaber Alexander Saipa. Er wolle, dass es „fair zugeht“, und er möchte Angebote unterbreiten, anstatt „das andere schlechtzureden“. Außerdem habe er den Vorsatz, die Dinge optimistisch zu sehen.

Ausgeglichener Haushalt

Homann attestiert sich zudem „Innovationsfreude, und ich bin tendenziell jemand, der eher ja sagt als nein“. Was will er verändern, wenn er gewählt wird? Auch auf diese Frage antwortet er zurückhaltend. Er bringe natürlich den Blick aus einer Kommune mit, also wünsche er sich eine „intensivere Zusammenarbeit mit den Kommunen“. Da liege eine Menge Potenzial.

Erik Homann würde als CDU-Landratskandidat vor allem zwei große Vorteile mitbringen: Er kennt die Region gut und verfügt über Verwaltungserfahrung. Seesen ist mit knapp 20.000 Einwohnern hinter Bad Harzburg und Goslar die drittgrößte Stadt im Landkreis Goslar. Den Zustand Seesens skizzierte er in seinen in der GZ veröffentlichten Worten zum neuen Jahr positiv, indem er Investitionen vor allem in den Neubau eines Feuerwehrhauses, in die Schwimmbadsanierung, in Schulen und Kindergärten ankündigte. Er erinnerte daran, dass Seesen aus einem ausgeglichenen Haushalt schöpfen könne, „während zahlreiche andere Städte mit der Finanzlage kämpfen müssen“.

Für acht Jahre im Amt

Erik Homann wäre mit seiner Nominierung im Februar nach Florian Schmidt von der FDP der zweite offizielle Bewerber um den Landratsposten. Für die Grünen ist Kreisvorsitzender und Kreistagsfraktionssprecher Mathias Schlawitz im Gespräch. Amtsinhaber Alexander Saipa (49), der seit 2021 im Amt ist, hat bereits angekündigt, wieder antreten zu wollen. Die SPD will den früheren Landtagsabgeordneten voraussichtlich im April bei einer Mitglieder-Vollversammlung nominieren. Bürgermeister und Landräte werden in Niedersachsen nach einer Gesetzesänderung im Januar 2025 künftig wieder für acht statt wie bisher für fünf Jahre gewählt.

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