Zähl Pixel
Zinnbarren, Figuren und mehr geklaut

GZ Plus IconEinbruch im Goslarer Zinnfigurenmuseum: Geheimfach wird entdeckt

Das Zinnfigurenmuseum in Goslar von außen

Im Goslarer Zinnfigurenmuseum wurde am Wochenende eingebrochen. Foto: Jörg Kaspert (GZ-Archiv)

Unbekannte dringen durch ein Fenster in das Museum in der Goslarer Altstadt ein und erbeuten Diebesgut. So hoch ist der Schaden.

author
Von Hanna Schlimme
Mittwoch, 14.01.2026, 18:00 Uhr

Goslar. Patrick Kruse, technischer Leiter des Goslarer Zinnfigurenmuseums, kommt am Dienstagmorgen wie gewohnt zur Arbeit. Das Fenster neben der Eingangstür ist eingeschlagen – Kruse vermutet erst einen von Kindern geworfenen Schneeball und denkt sich weiter nichts dabei. Im Inneren des Museums angekommen, fällt ihm schnell auf, dass Gegenstände fehlen. Er wirft einen Blick unter den Gießofen, wo normalerweise die Zinnbarren gelagert sind. An diesem Morgen ist das Lager leer – in das Zinnfigurenmuseum wurde eingebrochen.

„Das ist schon extrem“, erklärt Museumsleiter Marc Krüger gegenüber der GZ. „Es wurden schätzungsweise 20 Zinnbarren entwendet.“ Jeder dieser Zinnbarren habe ein Gewicht von drei Kilogramm. Das ergibt für die Zinnbarren einen Gesamtwert von 1500 Euro, erklärt Krüger.

Gegenstände aus Geheimfach entwendet

Die Zinnbarren werden in einem Schrank unter dem Ofen gelagert, bis sie schließlich zu Figuren verarbeitet werden. „Dieses Fach zeigen wir auch immer wieder bei Führungen und geben den Besuchern die Barren in die Hand, da denkt man ja nicht, dass jemand später bei uns einbricht“, sagt Krüger.

Eine zerbrochene Glasscheibe

Die Museumsleiter machen ihrer Wut auf den sozialen Netzwerken Luft. Foto: Zinnfigurenmuseum-Goslar

Kurios sei für ihn allerdings, dass auch die Notfallbarren aus einem Geheimfach entwendet wurden. „Das zeigen wir wiederum den Besuchern nicht und auch nicht jeder Mitarbeiter kennt es“, erklärt Krüger. Dass einer seiner Mitarbeiter der Verantwortliche ist, schließt er allerdings aus. „In der Weihnachtszeit war es sehr voll, da hat sich vielleicht ein Besucher ein wenig genauer umgesehen.“

Schlacke-Klumpen mit Zinn-Anteil

Neben den Barren wurden sogenannte Schlacke-Klumpen entwendet. „Das ist quasi der Müll, der beim Produzieren einer Zinnfigur entsteht“, erklärt Krüger. Auch diese enthalten aber laut dem Leiter noch rund 25 bis 30 Prozent Zinn, das normalerweise später noch verwendet wird. Auch von den Schlacke-Klumpen wurden rund 15 bis 20 Stück entwendet. „Dazu kommen noch Figuren, die an der Poliermaschine standen und auf den letzten Schliff warteten“, so Krüger – und etwas Weihnachtsdekoration.

Den Gesamtwert der entwendeten Gegenstände schätzt der Museumsleiter auf ungefähr 2000 Euro.

Der oder die Täter sind also durch das Fenster in das Museum eingedrungen, um Zinnbarren, halbfertige Figuren und Schrott zu entwenden, fasst Krüger zusammen.

Wertgegenstände und Vitrinen unangetastet

Merkwürdig ist für den Museumsleiter vor allem, dass sichtbar offen liegende Wertgegenstände sowie Schränke und die Vitrinen mit den Ausstellungsfiguren unangetastet geblieben sind.

Die größte Schwachstelle sieht Krüger in den Fenstern des Hauses, durch die die Täter auch in das Gebäude gelangten. Denn das Gebäude des Zinnfigurenmuseums sei ein städtisches Gebäude, weshalb auch hier die Regeln des Denkmalschutzes gelten. „Diese ganzen Vorschriften machen es etwas schwierig, das Fenster richtig einbruchssicher zu machen“, so Krüger und ergänzt: „Vielleicht lassen sich ja wenigstens Gitter außen an die Fenster anbringen, um derartige Vorfälle zu vermeiden.“

Das Museum blieb aufgrund des Vorfalls am Dienstag geschlossen.

Mittlerweile wurde der Normalbetrieb wieder aufgenommen und das Fenster repariert. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region