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Stadt baut Infrastruktur aus

GZ Plus IconWeitere E-Ladesäulen für Bad Harzburg: Standorte stehen fest

Ein E-Auto an einer Ladesäule – ein solches Bild soll mittelfristig vermehrt auch in Bad Harzburg zu sehen sein.

Ein E-Auto an einer Ladesäule – ein solches Bild soll mittelfristig vermehrt auch in Bad Harzburg zu sehen sein. Foto: (Symbolbild) Julian Stratenschulte/dpa

Die Stadt Bad Harzburg baut ihre Elektro-Ladeinfrastruktur aus. Noch in diesem Jahr entstehen drei neue Säulen, weitere Standorte sind bereits im Blick.

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Von Christoph Exner
Montag, 16.02.2026, 10:00 Uhr
Die Stadt Bad Harzburg plant den Ausbau ihrer Elektro-Ladeinfrastruktur. Darüber berichtete jetzt während der Sitzung des Stadtplanungsausschusses Marlena Multhaupt, seit vergangenem Jahr neue Klimaschutzmanagerin im Bad Harzburger Rathaus. Vorgesehen sind mehrere neue Ladesäulen, verteilt auf das Stadtgebiet. Drei sollen bereits im Laufe dieses Jahres errichtet werden.

Im Januar habe man einen Vertrag mit der Firma Wirelane unterzeichnet, so Multhaupt. Diese hätte sich zuvor an die Stadt gewendet und zugesagt, die Kosten für den Bau und den Betrieb von drei Ladesäulen mit je zwei Anschlüssen zu übernehmen. Gebaut werden sollen sie innerhalb eines Jahres alle auf städtischen Parkplätzen; Standorte sind in der Straße Am Rodenberg 14, im Sachsenhof 8 sowie im Pfingstanger 12.

Sechs weitere Standorte in Sicht

Perspektivisch plant die Stadt weitere Ladesäulen auf städtischen Parkplätzen und an öffentlich relevanten Orten, wie Multhaupt während der Ausschusssitzung ankündigte; am Freizeitzentrum in Harlingerode, am Bündheimer Schloss, am Rathaus in der Forstwiese, im Badepark, am Parkplatz Kurhausstraße sowie am Großparkplatz an der Bundesstraße 4. Aktuell sei man dabei, dafür Anbieter zu gewinnen, so wie die Firma Wirelane einer ist.
Lothar Obermüller (AfD) wollte wissen, warum sich die Stadt mit einem vergleichsweise kleinen Unternehmen zusammentut und nicht mit einem größeren, womöglich etablierteren. Die Antwort, die Bürgermeister Ralf Abrahms darauf gab, klang simpel: „Die größeren haben an uns schlichtweg kein Interesse“, sagte er und bezog sich dabei auf die vergleichsweise geringe Größe und Bedeutung der Kurstadt. Darüber hinaus sei Wirelane ein seriöser Anbieter.

HINTERGRUND

Wirelane ist ein in Deutschland führender Full-Service-Anbieter für Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen, der Hardware (Ladestationen), Software (Betriebssystem WirelaneOS) und Service aus einer Hand anbietet. Das 2016 gegründete Unternehmen mit Sitz in München spezialisiert sich auf den Aufbau und Betrieb von Ladepunkten für Geschäftskunden, Hotellerie und Kommunen. Aktuell hat Wirelane nach eigenen Angaben 65 Mitarbeiter. Der Fokus des Unternehmens liegt in Bad Harzburg auf Wohngebieten mit Mehrfamilienhäusern.

Bedarf groß, Angebot klein

Laut Berechnungen der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, beauftragt vom Bundesverkehrsministerium, liegt die Bedarfsdeckung in Sachen E-Ladesäulen in Bad Harzburg aktuell bei gerade einmal 20 Prozent. Zahlen, aus denen man akuten Handlungsbedarf ablesen könnte.

Bad Harzburgs Stadtoberhaupt riet jedoch, die Erhebung nicht zu überinterpretieren. Die Zahlen seien sehr theoretisch, man müsse dabei auch immer die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen. In Bad Harzburg gebe es beispielsweise viele Senioren, die womöglich gar nicht vorhätten, sich ein E-Auto zu kaufen. Folglich hätten diese auch keinen Bedarf nach Ladesäulen und würden in der Berechnung dann keine Rolle mehr spielen.

So oder so: Bad Harzburg möchte attraktiver für E-Autofahrer werden. Schon 2023 hatte sich dazu übrigens auch eine Projektgruppe aus Landkreis, Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie Vertretern der Kommunen gebildet, um das Vorhaben koordiniert anzugehen. Diese prüfe, so hatte es Bau- und Ordnungsamtsleiter Tobias Brandt schon 2024 berichtet, wo welche Ladestation mit welcher Leistung stehen könnte. Die Entscheidungshoheit darüber bleibe aber letztlich in den Händen der Stadt. Die Ergebnisse der Projektgruppe seien als Hilfestellung gedacht. Parallel zu den Planungen der Stadt haben auch die Stadtwerke in der Vergangenheit schon Ladestationen errichtet.

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